Ab 2018 nur noch ein Floh­markt im Som­mer?

Ver­wal­tung stellt Kon­zept auf den Prüf­stand – Stand­ort Le­den­hof und vor­he­ri­ge Stand­ver­ga­be im Ge­spräch

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrück -

Der Os­na­brü­cker Nacht­floh­markt ist in die Jah­re ge­kom­men. Ei­ne An­fra­ge von UWG/Pi­ra­ten zur Stand­platz­ver­ga­be hat die Ver­wal­tung be­wo­gen, das Kon­zept des Markts ge­ne­rell auf den Prüf­stand zu stel­len.

Mit ih­rer Mit­tei­lungs­vor­la­ge zum The­ma Nacht­floh­markt für den Aus­schuss für Feu­er­wehr und Ord­nung hat sich die Ver­wal­tung nicht lum­pen las­sen. Das um­fang­rei­che Pa­pier wälzt zu­nächst ein­mal die wech­sel­vol­le His­to­rie des Floh­markt­ge­sche­hens seit dem 2. Mai 1970 aus. Und die ist für die Ge­samt­be­trach­tung und die end­gül­ti­ge Be­wer­tung der Floh­markt­zu­kunft durch­aus in­ter­es­san­ter Le­se­stoff. Denn al­les be­gann an ei­nem Sams­tag zwi­schen 8 und 18 Uhr recht klein­flä­chig rund um das He­ger Tor. Es folg­ten Sta­tio­nen am Her­ren­teichs­wall, auf dem Markt und zu gu­ter Letzt in der Fuß­gän­ger­zo­ne. Mal wa­ren es Si­cher­heits­be­den­ken (Her­ren­teichs­wall) mal Pro­tes­te der An­lie­ger (Markt), die den Um­zug nö­tig mach­ten. Hin­zu kam ei­ne zeit­li­che Ver­la­ge­rung. Auf den Punkt ge­bracht heißt das: Weil die Be­schi­cker ih­re Stän­de im­mer frü­her auf­bau­ten, wur­de aus dem Floh­markt 2005 ein Nacht­floh­markt. Und weil das gan­ze Un­ter­neh­men Floh­markt schon zu­vor ins

Ufer­lo­se zu ent­glei­ten droh­te, ent­schloss sich die Stadt, dem Feil­schen um die ol­len Plün­nen nun ei­ne Sat­zung als ver­bind­li­ches Re­gel­werk an­ge­dei­hen zu las­sen. Das ge­schah erst­ma­lig zum Herbst­floh­markt 2003.

Nun soll­te der Floh­markt – ein­mal im Früh­jahr und ein­mal im Herbst – je­weils um 21 Uhr am Sams­tag be­gin­nen und am Sonn­tag um 16 Uhr en­den. Das ging so bis 2011, da­nach wur­den die Zei­ten des of­fe­nen Han­dels auf 12 Uhr am Sonn­tag be­grenzt. Ge­re­gelt sind nun auch die Stand­grö­ßen und die da­für zu ent­rich­ten­den Ge­büh­ren.

Nun ist es aber so, dass der Floh­markt zu­min­dest auf der zeit­li­chen Schie­ne ein ge­wis­ses Ei­gen­le­ben ent­wi­ckelt hat. Der Kampf um die bes­ten Plät­ze treibt ei­ni­ge Be­schi­cker schon weit vor of­fi­zi­el­lem Be­ginn in die Fuß­gän­ger­zo­ne. War­um auch nicht, mö­gen die sich fra­gen, denn die Kund­schaft ist ja auch schon da und kauft auch schon mal ger­ne aus dem Kar­ton her­aus. Das Pro­blem: Zu die­ser Zeit blüht in Os­na­brücks Fuß­gän­ger­zo­ne noch das re­ge Ein­zel­han­dels­le­ben mit Neu­wa­ren. Kon­flik­te sind da vor­pro­gram­miert.

Die Idee von UWG und Pi­ra­ten

ist da ja die schlech­tes­te nicht, wenn sie mit ei­ner Stand­platz­ver­ga­be – wie sie zum Bei­spiel in Ge­orgs­ma­ri­en­hüt­te wert­ge­schätz­te Pra­xis ist – dem mun­te­ren Floh­markt­trei­ben Re­ge­lun­gen an­heim­ge­ben wol­len, die das Ger­an­gel um die bes­ten Plät­ze und da­mit den stark ver­früh­ten Di­enst­an­tritt der Ver­käu­fer­gil­de ver­hin­dert.

Die Ver­wal­tung hat den Ruf ge­hört und sich Ge­dan­ken ge­macht, wie es denn nun schö­ner lau­fen könn­te. Und sie­he da – UWG und Pi­ra­ten mö­gen sich an die­ser Stel­le nicht grä­men –, her­aus­ge­kom­men ist ein ganz neu­er Floh­markt. Wo­bei die Zahl „eins“wörtlich zu neh­men ist, denn die Ver­wal­tung schlägt vor, es bei ei­nem Floh­markt jähr­lich zu be­las­sen und dann nicht mehr in der Fuß­gän­ger­zo­ne, son­dern auf dem Le­den­hof. Und zeit­lich ge­se­hen meint die Ver­wal­tung, dass ein ver­kaufs­of­fe­nes Fens­ter zwi­schen 18 und 2 Uhr durch­aus an­ge­mes­sen ist. Au­ßer­dem schla­gen die Ver­ant­wort­li­chen im Stadt­haus ei­ne Ver­le­gung in den Som­mer vor.

So­wohl für den neu­en Stand­ort als auch für die Öff­nungs­zei­ten hat die Ver­wal­tung ih­re Grün­de. Nur am Le­den­hof las­sen sich durch die räum­li­chen Ge­ge­ben­hei­ten Plät­ze kar­to­gra­fisch ein­tei­len und da­mit auch im Vor­feld der Ver­an­stal­tung elek­tro­nisch ver­ge­ben, die Flä­chen lie­ßen sich auch ganz re­al vor Ort mar­kie­ren. In der Fuß­gän­ger­zo­ne ist ei­ne sol­che Pra­xis kaum mög­lich, da hier bis Markt­be­ginn nor­ma­les Ge­schäfts­le­ben re­giert. Und da die Er­fah­rung der ver­gan­ge­nen Jah­re ge­zeigt hat, dass die über­wie­gen­de Zahl der Ver­käu­fer ih­ren Platz oh­ne­hin nicht bis zum Mor­gen des nächs­ten Ta­ges be­hält, lässt sich der Floh­markt nach Ver­wal­tungs­mei­nung auf 2 Uhr ver­kür­zen, oh­ne dass er sei­nen Cha­rak­ter als Nacht­floh­markt ver­liert. Auch das et­was be­stän­di­ge­re Som­mer­wet­ter sei zu­träg­lich für die elek­tro­ni­sche Stand­ver­ga­be, da dann we­ni­ger Stand­be­trei­ber sich kurz­fris­tig – je nach Wetter – ge­gen die Teil­nah­me am Nacht­floh­markt ent­schei­den.

Im Aus­schuss wur­de die Po­li­tik mit der Vor­la­ge in die Frak­tio­nen zur wei­te­ren Be­ra­tung ent­las­sen. Die Ver­wal­tung bit­tet um die Dis­kus­si­on ih­rer Ar­gu­men­te, um zu ei­ner der nächs­ten Sit­zun­gen ei­ne Sat­zungs­än­de­rung auf den Weg brin­gen zu kön­nen.

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