Ha­fen­ge­sell­schaft Witt­la­ger Land muss zah­len

Os­na­brü­cker Land­ge­richt fällt Ur­teil im Streit um die Über­nah­me des Ha­fens in Bohm­te

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrücker Land - Wei­te­re Be­rich­te aus den Ge­richts­sä­len der Re­gi­on un­ter www.noz.de/jus­tiz

5,1 Mil­lio­nen Eu­ro be­trug der Kauf­preis für den Ha­fen in Bohm­te. Von die­ser Sum­me be­hielt der Käu­fer, die Ha­fen Witt­la­ger Land Gm­bH, al­ler­dings 500 000 Eu­ro ein. Die­sen Be­trag hat die Ha­fen­ge­sell­schaft nun an den Klä­ger, den vor­he­ri­gen Ei­gen­tü­mer, zu ent­rich­ten, ur­teil­te das Land­ge­richt.

Von Chris­toph Bey­er Haupt­säch­lich mit der Fra­ge, ob ein Kran samt zu­ge­hö­ri­gem Gleis­bett als we­sent­li­cher Be­stand­teil ei­nes ver­äu­ßer­ten Grund­stücks zu wer­ten ist, hat­te sich das Land­ge­richt Osnabrück aus­ein­an­der­zu­set­zen. Hin­ter­grund ist der Rechts­streit um die Über­nah­me des

Schütt­gut- und Ge­trei­de­ha­fens in Bohm­te-Le­cker­müh­le durch die Ha­fen­ge­sell­schaft Witt­la­ger Land (HWL).

Die Ha­fen­ge­sell­schaft, an der der Land­kreis zu 50 Pro­zent be­tei­ligt ist, ver­tritt die Auf­fas­sung, mit dem Grund­stücks­kauf auch den be­sag­ten Kran samt zu­ge­hö­ri­gen Glei­sen er­wor­ben zu ha­ben. Für die Nut­zung des Grund­stücks als Ha­fen­ge­län­de kommt die­sem ei­ne zen­tra­le Be­deu­tung zu. 382000 Eu­ro sei­en für die er­for­der­li­che In­stand­set­zung und Ge­ne­ral­über­ho­lung des Krans not­wen­dig, hat­te ein Ver­tre­ter des Land­krei­ses er­klärt. Der Rest­be­trag wer­de für die Be­sei­ti­gung von Bo­den­ver­un­rei­ni­gun­gen und wei­te­rer In­stand­set­zungs­ar­bei­ten be­nö­tigt. Der Klä­ger hin­ge­gen be­ton­te, die HWL ha­be ver­trag­lich be­kun­det, dass ihr be­kannt sei, dass um­fang­rei­che Maß­nah­men er­for­der­lich sei­en, um die er­wor­be­nen Flä­chen als Ha­fen­ge­län­de nut­zen zu kön­nen. Zu­dem, so der Klä­ger, ha­be er als bis­he­ri­ger Be­trei­ber des Bohm­ter Ha­fens für die Be­schaf­fen­heit und Ver­wen­dung des Ob­jek­tes kei­ne Haf­tung über­nom­men. Mit sei­nem Ur­teil hat das Land­ge­richt der Kla­ge nun statt­ge­ge­ben.

Als tra­gen­de Grün­de für das Ge­richts­ur­teil be­nann­te Ka­trin Hö­cherl, Pres­se­spre­che­rin des Os­na­brü­cker Land­ge­richts, dass sich aus den ver­trag­li­chen Be­stim­mun­gen zum Grund­stücks­kauf ein Er­werb des Krans nicht ab­lei­ten lässt. Ei­ne aus­drück­li­che Re­ge­lung, die von vorn­her­ein in die­sem Punkt Klar­heit hät­te her­stel­len kön­nen, be­stand nicht.

Zu­dem galt es für das Ge­richt zu klä­ren, ob der Kran samt Gleis­bett als „we­sent­li­cher Be­stand­teil“des Grund­stücks zu be­wer­ten ist. Dies sei et­wa bei dem Er­werb ei­nes Grund­stücks samt Haus der Fall, da das ent­spre­chen­de Ge­bäu­de in der Re­gel fest mit dem je­wei­li­gen Grund­stück ver­bun­den ist. An­ders der Kran samt Gleis­bett. Ei­ne fes­te Ver­bin­dung kön­ne das Ge­richt hier nicht er­ken­nen, sei ei­ne De­mon­ta­ge der Glei­se doch durch­aus mög­lich. Ei­nen wei­te­ren be­deu­ten­den Grund für das Ur­teil stellt der Um­stand dar, dass ein Teil der Kran­an­la­ge nicht nur auf dem er­wor­be­nen Grund­stück ver­läuft, son­dern auch auf der da­vor ge­la­ger­ten Ufer­flä­che. Bei dem der­zei­ti­gen Be­sit­zer han­delt es sich um den Bund. Die Ha­fen­ge­sell­schaft Witt­la­ger Land möch­te die­se ge­gen­wär­tig noch vom Klä­ger ge­pach­te­te Flä­che ger­ne selbst von der Was­ser- und Schiff­fahrts­ver­wal­tung des Bun­des pach­ten. Der Ha­fen­ge­sell­schaft steht es nach der Ur­teils­ver­kün­dung nun frei, in Be­ru­fung zu ge­hen.

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