Ei­ne Bier-Pi­pe­line für trink­fes­te Me­tal-Fans

Wacken-Fes­ti­val ver­teilt Gers­ten­saft an­ders – Bes­se­re Drai­na­ge – „Nie­mand muss Angst ha­ben, dass es kei­nen Matsch mehr gibt“

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Weltspiegel -

Das Hea­vyMe­tal-Fes­ti­val in Wacken wird „nach­hal­tig“. Da­zu ge­hört die In­stal­la­ti­on ei­ner Bier-Pi­pe­line für die trink­fes­ten Me­tal-Fans. Knapp zwei­ein­halb Mo­na­te vor dem Start des le­gen­dä­ren „Wacken Open Air“(W:O:A) wer­den in Äckern und Fel­dern am Ran­de des be­schau­li­chen Dor­fes des­halb Leer-Roh­re ver­legt. Durch sie lau­fen Strom- und Glas­fa­ser­ka­bel, flie­ßen Trink­was­ser und Ab­was­ser, aber auch hek­to­li­ter­wei­se Bier.

Rund 400000 Li­ter Gers­ten­saft rin­nen bei dem Fes­ti­val je­des Jahr durch die durs­ti­gen Keh­len. Vor­teil der Pi­pe­line: „Da­durch müs­sen auf dem Ge­län­de kei­ne Fäs­ser mehr mit schwe­ren Last­wa­gen ver­teilt wer­den“, er­klär­te W:O:A-Grün­der Hol­ger Hüb­ner am Di­ens­tag. Die neue Pi­pe­line in Wacken wer­de vor al­lem ge­baut, weil sie „nach­hal­tig ist und den Bo­den schont“, sag­te Arns. Un­ter an­de­rem wer­de der Bo­den nicht je­des Jahr aufs Neue auf­ge­ris­sen, um die Strom- und Glas­fa­ser­lei­tun­gen zu ver­le­gen.

Ins­ge­samt sie­ben Ki­lo­me­ter Leer­roh­re mit Durch­mes­sern von bis zu 35 Zen­ti­me­tern ver­bud­deln die Ar­bei­ter der­zeit. So kann das Are­al in den elf Mo­na­ten au­ßer­halb des Fes­ti­vals von den Bau­ern wie je­de nor­ma­le Flä­che land­wirt­schaft­lich ge­nutzt wer­den.

Die Fans in Wacken trin­ken viel, gel­ten bei Po­li­zei und Ret­tungs­kräf­ten aber als „zu­meist aus­ge­las­sen und fried­lich“. Nach An­ga­ben des Ham­bur­ger Un­ter­neh­mens „Sta­tis­ta“tran­ken die Hea­vy Me­tal-Fans auf dem W:O:A. 2011 im Schnitt 5,1 Li­ter Bier. Beim Mu­sik­fes­ti­val „Rock am

Ring“ka­men die Be­su­cher le­dig­lich auf 3,1 Li­ter.

Ne­ben den Leer­roh­ren wur­de vor dem Start des W:O:A 2017 auch die Drai­na­ge des Ge­län­des ver­bes­sert. Da­mit sol­len bei Stark­re­gen die rie­si­gen und zum Teil knö­chel­tie­fen Pfüt­zen ver­hin­dert wer­den, sag­te Hüb­ner: „Aber nie­mand muss Angst ha­ben, dass es dann kei­nen Matsch

mehr gibt“, er­gänz­te er. Auf rund ei­ne Mil­li­on Eu­ro be­zif­fer­te Hüb­ner die Ge­samt­in­ves­ti­ti­on. „Die Ver­le­gung der Leer­roh­re und die er­wei­ter­te Drai­na­ge ver­ste­hen wir als nach­hal­ti­ge In­ves­ti­ti­on in die In­fra­struk­tur des Event­stand­or­tes Wacken.“

Das W:O:A gilt als welt­größ­tes Hea­vy-Me­tal-Spek­ta­kel. Aus den An­fän­gen vor 20

Jah­ren mit Fa­mi­li­en­fest­cha­rak­ter ist ein hoch­kom­mer­zi­el­les Event ge­wor­den. Je­des Jahr rei­sen rund 75 000 Fans aus al­ler Welt nach Schles­wig-Hol­stein und ma­chen das be­tu­li­che Wacken un­si­cher.

In die­sem Jahr sol­len auf dem Fes­ti­val-Ge­län­de am Ran­de des 1850-See­len-Dor­fes vom 3. bis zum 5. Au­gust 150 Bands auf­tre­ten.

Durch die­se Leer­roh­re sol­len spä­ter Strom­ka­bel lau­fen und Gers­ten­saft flie­ßen. Fo­to: dpa

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