Ja­mes Bond als gro­ßer Spie­ler

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Kultur - C.adam@noz.de

Ro­ger Moo­re ist ge­stor­ben? Das kann nicht sein. Vor al­lem als un­sterb­li­cher Ja­mes Bond hat er sich ins Ge­dächt­nis ge­brannt. Sie­ben­mal ver­kör­per­te er den Agen­ten 007 – und wie ei­ne Kat­ze mit sie­ben Le­ben ging er aus al­len haar­sträu­ben­den Si­tua­tio­nen un­ver­sehrt her­vor.

Die Uns­terb­lich­keit ih­rer Hel­den mach­te die für die 70er- und 80er-Jah­re recht har­ten Ja­mes-Bond-Fil­me so gut er­träg­lich. Doch Ro­ger Moo­re füg­te ein paar Ele­men­te und Ei­gen­schaf­ten hin­zu, mit de­nen er Von Chris­ti­ne Adam

selbst Se­an Con­ne­ry über­traf, den vie­le als den wah­ren und bes­ten Agen­ten 007 ver­eh­ren. Moo­res Bond fei­er­te das Le­ben als Spiel wie kei­ner vor und nach ihm. Blitz­ar­tig und höchst ge­schmei­dig wech­sel­te er zwi­schen der knall­har­ten Sach­lich­keit des Spe­zi­al­agen­ten und lie­bens­wer­tem Charme auf dem Ge­sell­schafts­par­kett.

Kör­per­li­che Leich­tig­keit und Be­weg­lich­keit paar­te er mit son­ni­gem Cha­ris­ma und hat­te in je­der noch so pre­kä­ren La­ge ei­nen flot­ten Spruch auf den Lip­pen. Ver­bis­sen, de­pri­miert oder vom Le­ben ge­zeich­net wie Da­ni­el Craig wirk­te er nie.

Die­ser Bond war halt ein Spie­ler durch und durch, der sich nicht in die Kar­ten schau­en ließ. In­so­fern pass­te er in ein Film­for­mat, das der Rea­li­tät Uns­terb­lich­keit ent­ge­gen­hielt wie in ei­ner kind­li­chen Hel­den­fan­ta­sie.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.