Die Wür­de des Men­schen im Dis­put mit AfD

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Einblicke - Auf noz.de/po­li­tik

Von Wieb­ke Ran­nen­berg

Sie war ne­ben dem Oba­ma-Auf­tritt die vor­ab meist­dis­ku­tier­te Ver­an­stal­tung des Kir­chen­tags: die Dis­kus­si­on zwi­schen dem evan­ge­li­schen Ber­li­ner Bi­schof Mar­kus Drö­ge und der Spre­che­rin der Ver­ei­ni­gung „Chris­ten in der AfD“, Anette Schult­ner. Drö­ge hat­te Po­si­tio­nen der AfD scharf kri­ti­siert, AfD-Ver­tre­ter hat­ten zu­letzt beim Par­tei­tag in Köln die Par­tei­mit­glie­der zum Kir­chen­aus­tritt auf­ge­for­dert.

Die 500 Zu­hö­rer in und 150 vor der So­phi­en­kir­che in Berlin-Mit­te er­leb­ten ei­ne in der Sa­che oft deut­li­che und in der Form ru­hi­ge Dis­kus­si­on über Men­schen­wür­de, Flücht­lin­ge und Fa­mi­li­en­bil­der auf dem Po­di­um, die in­des im­mer wie­der un­ter­bro­chen wur­de durch wü­ten­de Zwi­schen­ru­fe aus dem Pu­bli­kum.

„Par­tei schürt Ängs­te“

Drö­ge hat­te sei­ne Zwei­fel ge­habt und sich nur schwer zu die­ser Dis­kus­si­on durch­ge­run­gen. Er be­ton­te: Die AfD ach­te die Wür­de der Men­schen nicht. „Es steht kein christ­li­ches Men­schen­bild im Par­tei­pro­gramm der AfD“, sag­te er. Ge­ra­de Chris­ten müss­ten „sehr emp­find­sam sein, wenn die Wür­de von Men­schen nicht ge­ach­tet wird“. In der Bi­bel ge­be es ei­ne lan­ge Tra­di­ti­on, die Rech­te von Frem­den zu re­spek­tie­ren.

Zu­dem dra­ma­ti­sie­re die AfD die Ängs­te in der Ge­sell­schaft, sie sei ei­ne Par­tei, die „Ängs­te schürt, Miss­trau­en sät und Aus­gren­zung pre­digt“, sag­te Drö­ge. Die Stra­te­gie der AfD sei zu pro­vo­zie­ren. Schult­ner wi­der­sprach die­ser Ein­schät­zung: „Wir schü­ren kei­ne Ängs­te.“Die Leu­te hät­ten Ängs­te, zum Bei­spiel nach den Er­eig­nis­sen auf der Köl­ner Dom­plat­te zu Sil­ves­ter 2015. Je­der Mensch ha­be nach dem christ­li­chen Men­schen­bild zwar die glei­che Wür­de. Das be­deu­te aber nicht, dass je­der Mensch die­sel­ben Rech­te ha­be, sag­te Schult­ner.

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