Zahl der Um­welt­de­lik­te steigt

Im­mer mehr il­le­ga­ler Müll und ver­schmutz­te Ge­wäs­ser

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik -

Von Ma­ri­on Trim­born

Die Staats­an­walt­schaf­ten in Deutsch­land er­mit­teln im­mer häu­fi­ger we­gen Um­welt­de­lik­ten wie il­le­ga­le Müll­ent­sor­gung oder Ver­schmut­zung von Ge­wäs­sern, Luft oder Bo­den. Im Jahr 2015 er­le­dig­ten die Staats­an­walt­schaf­ten 17 349 Ver­fah­ren, das wa­ren 4,5 Pro­zent mehr als 2014.

Die­se Zah­len ge­hen aus der Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung auf ei­ne Klei­ne An­fra­ge der Grü­nen her­vor, die un­se­rer Re­dak­ti­on vor­liegt. Seit ei­ni­gen Jah­ren steigt die Zahl kon­ti­nu­ier­lich, wo­bei es ei­ne gro­ße Dun­kel­zif­fer gibt. Bei den meis­ten Um­welt­de­lik­ten, die an­ge­zeigt wer­den, ent­sorg­ten die Tä­ter il­le­gal Ab­fall oder ver­un­rei­nig­ten Ge­wäs­ser.

Nach An­ga­ben der Bun­des­re­gie­rung ha­ben die Tä­ter da­bei ho­he Ge­winn­mar­gen, wenn sie et­wa Son­der­müll in der Na­tur los­wer­den, an­statt ihn ord­nungs­ge­mäß zu ent­sor­gen. Die Re­gie­rung geht da­von aus, dass „Deutsch­land auch zu­künf­tig ein Ziel or­ga­ni­sier­ter kri­mi­nel­ler Ak­ti­vi­tä­ten im Be­reich Um­welt­kri­mi­na­li­tät sein wird“. Wie hoch der an­ge­rich­te­te Scha­den ist, kann die Re­gie­rung al­ler­dings nicht be­zif­fern.

Grü­ne: Stra­fen zu lasch

Bei den Ur­tei­len wur­den meist Geld­stra­fen ver­hängt. Laut Straf­ge­setz­buch dro­hen bei Um­welt­de­lik­ten Geld­stra­fen so­wie Haft­stra­fen bis zu fünf Jah­ren. Der um­welt­po­li­ti­sche Spre­cher der Grü­nen, Pe­ter Mei­wald, kri­ti­sier­te, die Stra­fen schreck­ten Tä­ter nicht ab: „An­ge­sichts des stei­gen­den Trends im Be­reich der Um­welt­kri­mi­na­li­tät ist die ab­schre­cken­de Wir­kung des Straf­ge­setz­bu­ches of­fen­sicht­lich nur be­dingt ge­ge­ben.“Mei­wald ver­wies auf ei­nen Be­richt der eu­ro­päi­schen Po­li­zei­be­hör­de Eu­ro­pol, wo­nach in Deutsch­land die Be­kämp­fung von Um­welt- oder Ab­fall-Ver­bre­chen kei­ne Prio­ri­tät ha­be. „Das muss sich än­dern“, ver­lang­te der Grü­nen-Po­li­ti­ker.

Die Bun­des­re­gie­rung sieht das ganz an­ders und hält die an­ge­droh­ten Stra­fen für „wirk­sam, ab­schre­ckend und ver­hält­nis­mä­ßig“. Die deut­schen Ge­set­ze sei­en grund­sätz­lich aus­rei­chend.

Die na­tur­schutz­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Grü­nen-Frak­ti­on, St­ef­fi Lem­ke, sag­te, die Um­welt­kri­mi­na­li­tät neh­me welt­weit ei­ne er­schre­cken­de Ent­wick­lung. „Die Zah­len ma­chen deut­lich: Auch Deutsch­land ist Ziel des Aus­ver­kaufs und der Zer­stö­rung un­se­rer Na­tur und Um­welt.“

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