Al­t­hus­mann ver­spricht mehr Un­ter­richt

CDU-Frak­ti­on stellt auf Nor­der­ney Bil­dungs­pa­pier vor – Kan­di­dat for­dert Pau­se bei In­klu­si­on

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Nordwest -

Ei­ne Un­ter­richts­ver­sor­gung von mehr als 100 Pro­zent und ei­ne Pau­se bei der In­klu­si­on: CDUSpit­zen­kan­di­dat Al­t­hus­mann ver­spricht im Fall ei­nes Siegs bei der Land­tags­wahl kla­re Kor­rek­tu­ren in der Schul­po­li­tik.

Von Klaus Wie­sche­mey­er

Nicht nur die See­luft sorg­te bei der drei­tä­gi­gen CDU-Frak­ti­ons­klau­sur auf Nor­der­ney für gu­te Stim­mung. Auch der Rü­cken­wind durch die CDU-Er­fol­ge in Schles­wig-Hol­stein und Nord­rhein-West­fa­len hob die Lau­ne der Ab­ge­ord­ne­ten und des Spit­zen­kan­di­da­ten Bernd Al­t­hus­mann.

Ent­spre­chend auf­ge­räumt prä­sen­tier­ten sich Al­t­hus­mann und Frak­ti­ons­chef Björn Thüm­ler zum Ta­gungs­ab­schluss am Mitt­woch. Die Stim­mung in der Frak­ti­on sei „bes­tens“, sag­te Thüm­ler. Auch wenn al­len klar sei,

dass es bis zu ei­nem Sieg bei der Land­tags­wahl im Ja­nu­ar 2018 noch ein „har­ter Kampf“wer­de. Als ei­nes der zen­tra­len Wahl­kampf­the­men hat die CDU die Bil­dung aus­ge­macht. Spit­zen­kan­di­dat Bernd Al­t­hus­mann stell­te am Mitt­woch ein 10-Punk­te-Bil­dungs­pa­pier vor. Zen­tra­le For­de­rung dar­in: Die

Un­ter­richts­ver­sor­gung in Nie­der­sach­sen auf deut­lich über 100 Pro­zent zu stei­gern“und da­mit „den Not­stand der Un­ter­richts­ver­sor­gung“zu be­en­den. Der­zeit liegt die Ver­sor­gung Stich­tags­be­rech­nun­gen zu­fol­ge bei 98,9 Pro­zent. Was die­ser sta­tis­ti­sche Wert kon­kret vor Ort be­deu­tet, ist un­klar.

Al­t­hus­mann setzt an­ge­sichts ei­nes an­hal­ten­den Man­gels an Lehr­kräf­ten vor al­lem auf ei­ne Um­ver­tei­lung der be­ste­hen­den Ka­pa­zi­tä­ten. Da­bei sol­le die Maß­ga­be „Un­ter­richt geht vor“gel­ten. Al­le Leh­rer­stun­den, die nicht un­mit­tel­bar für Un­ter­richt ein­ge­setzt wür­den, müss­ten auf den Prüf­stand. „Wir ha­ben ge­nü­gend St­un­den im Sys­tem. Sie wer­den nur nicht an den rich­ti­gen Stel­len ein­ge­setzt“, sag­te Al­t­hus­mann. Zu­dem wol­le die CDU ei­ne un­ab­hän­gi­ge Er­he­bung der „tat­säch­lich ge­leis­te­ten Ar­beits­stun­den“der Leh­rer auf den Weg brin­gen. Auch die Be­rech­nung von St­un­den für die In­klu­si­on be­hin­der­ter Schü­ler soll auf den Prüf­stand. Ins­ge­samt for­dert die CDU für Nie­der­sach­sen ein ein­jäh­ri­ges Mo­ra­to­ri­um in Sa­chen In­klu­si­on. Die Pau­se sol­le für ei­ne „Stand­ort­be­stim­mung“ge­nutzt wer­den.

Wei­te­re For­de­run­gen des Pro­gramms sind ei­ne Rück­kehr zur ver­stärk­ten No­ten­ver­ga­be in den Grund­schu­len, zur Schul­lauf­bahn­emp­feh­lung am En­de der vier­ten Klas­se, zum um­fas­sen­den Ganz­tags­schul­an­ge­bot bis 2023 und zur Um­stel­lung der Er­zie­he­r­aus­bil­dung auf ein dua­les drei­jäh­ri­ges Sys­tem.

Die Ge­werk­schaft Er­zie­hung und Wis­sen­schaft (GEW) warf dem eins­ti­gen Kul­tus­mi­nis­ter vor, in sei­ner Amts­zeit den Lehrer­man­gel mit­ver­schul­det und in Sa­chen In­klu­si­on na­he­zu nichts ge­tan zu ha­ben. Der So­zi­al­ver­band Deutsch­land (SoVD) re­agier­te „ent­setzt“auf die Vor­schlä­ge zur In­klu­si­on. „Das Mo­ra­to­ri­um ist ei­ne Schnaps­idee“, er­klär­te Lan­des­chef Adolf Bau­er.

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