Gu­te Ge­schäf­te, aber Kri­tik an Prä­mie für OLB-Vor­stand

Um­strit­te­ne Ver­kaufs­plä­ne für Ol­den­bur­gi­sche Lan­des­bank

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Wirtschaft -

Von Klaus-Pe­ter Jor­dan

Die zwei wich­tigs­ten Mit­tei­lun­gen für die Ak­tio­nä­re ver­kün­de­te der Vor­stands­vor­sit­zen­de der Ol­den­bur­gi­schen Lan­des­bank (OLB) gleich zu Be­ginn der Haupt­ver­samm­lung: Zur Ab­sicht des Groß­ak­tio­närs Al­li­anz, sein OLB-Pa­ket zu ver­kau­fen, „kann ich kei­ne Neu­ig­kei­ten mit­tei­len“, so Patrick Tess­mann. Aber: „Es gibt wie­der Spar­gel.“Und die­ses tra­di­tio­nel­le Spar­gel­es­sen lie­ßen sich die rund 700 Ak­tio­nä­re nach der Haupt­ver­samm­lung auch schme­cken.

Auch wenn die Al­li­anz rund acht Mo­na­te nach der An­kün­di­gung noch im­mer kei­nen Käu­fer für ihr OLB-Pa­ket (An­teil: 90,2 Pro­zent) prä­sen­tie­ren konn­te – das The­ma stand im Mit­tel­punkt der Haupt­ver­samm­lung: Für teils hef­ti­ge Kri­tik sorg­te ein Be­schluss des Auf­sichts­rats, wo­nach die Al­li­anz dem vier­köp­fi­gen OLB-Vor­stand in den Jah­ren 2016 bis 2018 ne­ben dem Ge­halt ei­ne zu­sätz­li­che Trans­ak­ti­ons­prä­mie von knapp 2,6 Mil­lio­nen Eu­ro zahlt für vor­be­rei­ten­de und be­glei­ten­de Ar­bei­ten zum Ver­kaufs­pro­zess. OLB-Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­der Rai­ner Schwarz, bis 2012 Fi­nanz­vor­stand der Al­li­anz, woll­te auch auf mehr­fa­che Nach­fra­ge nicht sa­gen, ob die­ser Be­schluss ein­stim­mig ge­fasst wur­de. Meh­re­re Ak­tio­nä­re sa­hen hier­durch den Vor­stand in ei­nem In­ter­es­sen­kon­flikt. „Der Vor­stand lässt sich von ei­nem Ak­tio­när für des­sen In­ter­es­sen zum Hand­lan­ger ma­chen“, so Rechts­an­walt und No­tar Adolf Fug­ger. Er stell­te den Vor­wurf der Be­ste­chung in den Raum, „zu­min­dest mo­ra­lisch“, und nann­te die Prä­mie „ei­nen Skan­dal“.

Markt­üb­li­che Hö­he

Auf­sichts­rats-Chef Schwarz ver­wahr­te sich ge­gen die Wort­wahl. Ei­ne Trans­ak­ti­ons­prä­mie für den Vor­stand bei An­teils­ver­käu­fen sei gän­gig und die von der Al­li­anz ge­wähl­te Hö­he „markt­üb­lich“. Nicht nur die Al­li­anz, son­dern auch die OLB hät­ten ein In­ter­es­se dar­an, dass der An­teils­ver­kauf in ei­nem „ge­ord­ne­ten Pro­zess ab­läuft“. Die Fra­ge des In­ter­es­sen­kon­flikts sei „ein­ge­hend ge­prüft wor­den“. Im Üb­ri­gen wür­den auch an­de­re OLB-Mit­ar­bei­ter von der Al­li­anz für Mehr­ar­bei­ten durch den Ver­kaufs­pro­zess se­pa­rat ei­ne Be­zah­lung er­hal­ten.

Kri­tik üb­ten ei­ni­ge Ak­tio­nä­re auch an der Ent­wick­lung des Ak­ti­en­kur­ses und der Di­vi­den­de. Für die Ent­wick­lung der Re­gio­nal­bank im Jahr 2016 gab es hin­ge­gen viel Lob für den Vor­stand. OLB-Chef Tess­mann hat­te zu­vor von ei­nem gu­ten Kre­dit­ge­schäft und ei­ner Stei­ge­rung des Ge­winns vor Steu­ern um 58 Pro­zent auf 54,3 Mil­lio­nen Eu­ro und ei­ner Er­hö­hung der Ge­samt­di­vi­den­de von 25 auf 35 Cent be­rich­ten kön­nen. We­gen des Weg­falls von Son­der­ef­fek­ten sei für 2017 mit „ei­nem mo­de­ra­ten Rück­gang des Ge­winns“zu rech­nen.

Mit der er­drü­cken­den Mehr­heit der Al­li­anz stimm­te die Haupt­ver­samm­lung schließ­lich al­len Punk­ten der Ta­ges­ord­nung zu, auch ei­ner um­strit­te­nen Sat­zungs­än­de­rung zur Trans­ak­ti­ons­prä­mie. Vor dem Hin­ter­grund der Un­si­cher­heit über ei­nen neu­en Groß­ak­tio­när äu­ßer­te Mar­kus Ne­u­mann von der Schutz­ge­mein­schaft der Ka­pi­tal­an­le­ger un­ter dem Bei­fall vie­ler Ak­tio­nä­re die Hoff­nung, dass „die Al­li­anz zur Ver­nunft kommt und die OLB nicht ver­kauft“.

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