Rush­hour vor dem Gar­ten­zaun

An­woh­ner der St­ein­kamp­st­ra­ße är­gern sich über Ver­kehrs­lärm

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Westfälische Tagespost -

Die An­woh­ner der klei­nen, bis­her na­men­lo­sen Ver­bin­dungs­stra­ße zwi­schen St­ein­kamp­st­ra­ße und Frie­dens­stra­ße sind sau­er. Schon seit Jahr­zehn­ten füh­len sie sich ge­stört von den Au­tos und Las­tern, die in zu­neh­men­der Zahl Tag für Tag an ih­ren Gär­ten vor­bei­rau­schen.

Von Katja Nie­mey­er

WESTERKAPPELN. So zu­min­dest ist ih­re Emp­fin­dung, die sie seit Neu­es­tem auch mit hand­fes­ten Zah­len un­ter­mau­ern kön­nen. Die Nach­bar­schafts­in­itia­ti­ve hat sich die Mü­he ge­macht und an ei­nem Tag im April die Fahr­zeu­ge ge­zählt. Da­bei kam sie nach ei­ge­nen An­ga­ben auf 536 Pkw, Mo­tor­rä­der und Lkw – in 13 St­un­den.

Ei­ne Mo­ment­auf­nah­me, wie An­woh­ner Engelbert Lich­ten­stein ein­räumt, de­ren Er­geb­nis aber si­cher­lich nicht zu hoch ge­grif­fen sei. Durch die Au­tos, die ins­be­son­de­re in den frü­hen Mor­gen­stun­den und am spä­ten Nach­mit­tag die Stra­ße pas­sier­ten, wer­de die Le­bens­qua­li­tät deut­lich ein­ge­schränkt, sagt er.

An­trag der Initia­ti­ve

Auf An­trag der Initia­ti­ve hat sich am Di­ens­tag­abend der Bür­ger­aus­schuss mit der Ver­kehrs­si­tua­ti­on in dem Ab­schnitt be­fasst. CDU-Frak­ti­ons­chef Wolf­gang Jo­nas reg­te an, die Stra­ße in das We­ge­netz auf­zu­neh­men, für das ein In­ge­nieur­bü­ro der­zeit ein Rush­hour auf der Stra­ße hin­ter den Gär­ten.

Kon­zept er­ar­bei­tet. „Man müss­te viel­leicht erst ein­mal den Sinn die­ses We­ges fest­stel­len.“Bernd Fi­scher von der Bür­ger­ge­mein­schaft schlug vor, dass die Ge­mein­de zu­nächst ei­ne Ver­kehrs­zäh­lung macht. Die Aus­schuss­mit­glie­der ei­nig­ten

sich dar­auf, den An­trag zur Be­ra­tung in den Bau­aus­schuss zu ge­ben.

Was die An­lie­ger be­son­ders auf die Pal­me treibt, sind die Ber­li­ner Kis­sen, die ei­gent­lich da­für sor­gen sol­len, dass die Fah­rer ih­re Ge­schwin­dig­keit dros­seln. Das funk­tio­nie­re aber mit­nich­ten. Denn die Kis­sen sind in­zwi­schen in die Jah­re ge­kom­men. Zig­mal wur­den sie ge­flickt. Zu al­lem Über­fluss ha­ben Mit­ar­bei­ter des Bau­ho­fes die Teer­de­cke in dem Be­reich der Brems­schwel­len an­ge­gli­chen, so­dass sie prak­tisch wir­kungs­los sei­en, wie An­woh­ne­rin An­net­te Post be­tont.

Vor 20 Jah­ren Feld­weg

Nach den Be­ob­ach­tun­gen der An­woh­ner wird die Stra­ße in dem Ab­schnitt zu­neh­mend zur Um­ge­hung der Os­na­brü­cker Stra­ße ge­nutzt. Be­son­ders in den frü­hen Mor­gen­stun­den und ge­gen Abend roll­ten die Fahr­zeu­ge über die Fahr­bahn, die bis En­de der 1990er-Jah­re noch ein ein­fa­cher Feld­weg war. Wenn es nach dem Wil­len der An­lie­ger gin­ge, wür­de die Stra­ße in die­sen Zu­stand wie­der zu­rück­ver­setzt. Weil das, wenn über­haupt, nicht von heu­te auf mor­gen zu be­werk­stel­li­gen ist, kon­zen­triert sich die Initia­ti­ve zu­nächst auf die Ver­bes­se­rung des Is­tZu­stan­des: Es sol­len vier Auf­pflas­te­run­gen mit Be­ton­stei­nen er­rich­tet wer­den.

Rai­ner Bo­ven­schul­te er­in­ner­te in der Bau­aus­schuss­sit­zung dar­an, dass die Stra­ße einst ein Feld­weg war. „Als wir in den 1990er-Jah­ren die Grund­stü­cke kauf­ten, hat­te man uns in der Ver­wal­tung ver­si­chert, dass sich an die­sem Zu­stand auch nichts än­dern wür­de.“Zu­gleich räum­te der An­woh­ner aber ein, dass die Zu­sa­ge nur münd­lich er­folgt sei: „Et­was Schrift­li­ches hier­zu fehlt uns lei­der.“

Fo­to: WN/pri­vat

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