Heim­sieg mit Bei­ge­schmack

Wolfs­burg ge­winnt Re­le­ga­ti­ons­spiel durch um­strit­te­nen Elf­me­ter ge­gen Braun­schweig

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Sport -

Der VfL Wolfs­burg hat das Hin­spiel der Re­le­ga­ti­on zur Fuß­ball-Bun­des­li­ga ge­gen Ein­tracht Braun­schweig mit 1:0 (1:0) ge­won­nen. Das Tor für den Erst­li­gis­ten re­sul­tier­te aus ei­nem um­strit­te­nen Elf­me­ter­pfiff.

Von Mal­te Schlaack

35 Ki­lo­me­ter lie­gen nur zwi­schen den bei­den Sta­di­en in Wolfs­burg und Braun­schweig, ent­spre­chend war das Nach­bar­schafts­du­ell mit Span­nung er­war­tet wor­den. Lei­der ent­lud sich die­se Span­nung teil­wei­se schon vor dem Sta­di­on. Aus ei­ner Grup­pe von 1200 An­hän­gern der Gäs­te wa­ren Fla­schen und St­ei­ne auf Po­li­zis­ten ge­flo­gen, die die La­ge mit Was­ser­wer­fern un­ter Kon­trol­le brach­te. Bri­sanz hat­te die Par­tie auf dem Ra­sen dann aber auch zu bie­ten.

Hin­spie­le der Re­le­ga­ti­on ste­hen nicht un­be­dingt im Ver­dacht, in gro­ße Spek­ta­kel aus­zu­ar­ten. Si­cher­heit und das Ver­mei­den von Feh­lern steht im Vor­der­grund. In Wolfs­burg sah das in der An­fangs­pha­se an­ders aus. Die Gast­ge­ber rann­ten und kämpf­ten, als müss­ten sie all das, was sie in der Sai­son ver­säumt ha­ben, in­ner­halb von 20 Mi­nu­ten wie­der auf­ho­len. Tor­ge­fahr er­zeug­te die Mann­schaft von An­dries Jon­ker da­bei zwar zu­nächst nicht, aber der Wil­le war er­kenn­bar.

Braun­schweig re­agier­te ent­spre­chend, stell­te sich de­fen­siv auf und ver­such­te die bei­den Spiel­ma­cher Yu­nus Mal­li und Da­ni­el Di­da­vi nicht an den Ball kom­men zu las­sen. Der VfL war die bes­se­re Mann­schaft, in Rich­tung Straf­raum wur­den die Päs­se aber zu un­ge­nau. Und so hat­ten dann die Gäs­te die größ­te Chan­ce zur Füh­rung. Nach schö­ner Flan­ke von Christof­fer Ny­man hat­te Mir­ko Bo­land aus kur­zer Dis­tanz das lee­re Tor vor sich, köpf­te aber tat­säch­lich vor­bei (23.).

Ei­ne Ak­ti­on, die dem Spiel ge­fühlt kurz­zei­tig den Ste­cker zog. Wolfs­burg agier­te et­was vor­sich­ti­ger, wäh­rend die Gäs­te wei­ter dar­auf lau­er­ten, das Spiel schnell zu ma­chen. Tem­po nahm das Ge­sche­hen dann in der 33. Mi­nu­te durch zwei Ent­schei­dun­gen von Schieds­rich­ter Sascha Ste­ge­mann auf. Nach ei­ner Flan­ke ließ Ma­rio Go­mez den Ball von sei­nem Arm ab­pral­len – der Pfiff blieb aus. Den gab es da­für Se­kun­den spä­ter. Nach Go­mez´ Abla­ge schoss Mal­li und traf aus kür­zes­ter Dis­tanz im Straf­raum den Arm von Braun­schweigs Gus­tav Vals­vik. Ste­ge­mann pfiff – wohl zu Un­recht – und Go­mez ver­wan­del­te den Elf­me­ter zur Pau­sen­füh­rung der Platz­her­ren.

Die ers­te Sze­ne der zwei­ten Hälf­te im mit 29100 Zu­schau­ern of­fi­zi­ell aus­ver­kauf­ten Wolfs­bur­ger Sta­di­on, in dem aber ei­ni­ge Plät­ze leer blie­ben, hat­te Di­da­vi. Nach ei­nem Kon­ter steck­te Mal­li den Ball zu sei­nem Mann­schafts­kol­le­gen durch, der Tor­wart Jas­min Fe­jzic um­kurv­te, dann aber nur das Au­ßen­netz traf (50.). Fünf Mi­nu­ten spä­ter warf sich Sau­lo De­car­li in ei­nen Kopf­ball von Go­mez, so­dass Fe­jzic pa­rie­ren konn­te.

Mit der Her­ein­nah­me von Patrick Schön­feld und Stür­mer Do­mi Kum­be­la ver­such­te Ein­tracht-Coach Tors­ten Lie­ber­knecht neu­en Schwung in das ziem­lich sta­ti­sche An­griffs­spiel sei­ner Mann­schaft zu be­kom­men (61.). Ei­ne Ak­ti­on mit nur mä­ßi­gem Er­folg, zu­mal Kum­be­la schon zehn Mi­nu­ten we­gen ei­ner Ober­schen­kel­ver­let­zung wie­der aus­ge­wech­selt wer­den muss­te.

In der Schluss­pha­se war es dann doch eins die­ser ty­pi­schen Hin­spie­le in der Re­le­ga­ti­on. Bei­de Mann­schaf­ten ris­kier­ten nichts mehr und so blieb die ein­zig er­wäh­nens­wer­te Ak­ti­on noch ei­ne Ein­wech­se­lung. In der 83. Mi­nu­te fei­er­te der im Win­ter zu­rück­ge­kehr­te Ash­kan De­ja­gah nach lan­ger Ver­let­zungs­pau­se sein Sai­son­de­büt für den VfL. Sein Ein­satz hat­te je­doch auch kei­nen Ein­fluss mehr auf das Spiel und so blieb es beim knap­pen, aber ver­dien­ten Heim­sieg für Wolfs­burg. Ein Er­geb­nis, das durch den Elf­me­ter­pfiff aber ei­nen Bei­ge­schmack hat.

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