Al­ter Mann im D-Zug

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrück - E-Mail: till@noz.de

Ein al­ter Mann ist doch kein D-Zug! Wer kennt noch die­sen Spruch? Heu­te sagt das kei­ner mehr, und des­halb be­darf es wohl ei­ner Deu­tung. Wenn ei­nem et­was zu schnell ging, dann be­nutz­te man die­se Re­de­wen­dung. Es gab auch die weib­li­che Va­ri­an­te, al­so die von der al­ten Frau, die kein D-Zug ist. Till hat kürz­lich bei ei­ner Fa­mi­li­en­fei­er er­lebt, dass nicht nur der Spruch, son­dern schon der Be­griff DZug völ­li­ges Un­ver­ständ­nis her­vor­ruft. Vor mehr als 40 Jah­ren hat der In­ter­ci­ty den D-Zug ab­ge­löst. Ge­meint war ein Schnell­zug, der nicht an je­dem Bahn­hof hält. War­um aber ge­ra­de Dund nicht S-Zug, das muss­te Till auch erst nach­schla­gen. Das voll­stän­di­ge Wort heißt Durch­gangs­zug und stammt noch aus der Zeit der preu­ßi­schen Staats­ei­sen­bahn. Vor 1892 hat­te es nur Zü­ge ge­ge­ben, de­ren Wa­gen wie ein­zel­ne Post­kut­schen an­ein­an­der­ge­reiht wa­ren. Mit dem Durch­gangs­zug wur­de das Rei­sen kom­for­ta­bler und si­che­rer. Heu­te ist das so selbst­ver­ständ­lich, dass kei­ner mehr dar­über spricht. Es sei denn, es fühlt sich je­mand ge­hetzt. Und das muss nicht un­be­dingt ein al­ter Mann sein.

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