Zehn Mi­nu­ten, ein Ge­dan­ke

„Open Win­dows V“prä­sen­tiert Ar­bei­ten jun­ger Cho­reo­gra­fen

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Kultur Regional -

Von Ma­rie-Lui­se Braun

Je­der von ih­nen hat zehn Mi­nu­ten. Das mag nicht viel er­schei­nen. Aber ei­nen Ge­dan­ken in we­ni­gen Mi­nu­ten zu trans­por­tie­ren, das ist sport­lich. Zu­mal, wenn es sich um ei­ne der ers­ten Cho­reo­gra­fi­en han­delt, bei der noch al­les neu ist: Die Ar­beit mit den Tän­zern. Die Zu­sam­men­ar­beit mit der Büh­nen­tech­nik. Die Aus­wahl von Ko­s­tü­men, Licht und Mu­sik. Das al­les zählt Patri­cia Stö­cke­mann auf, als die Ma­na­ge­rin und Dra­ma­tur­gin der Dan­ce Com­pa­ny die Nach­wuch­scho­reo­gra­fen vor­stellt.

Un­ter dem Ti­tel „Open Win­dows V“zei­gen sechs jun­ge Tän­zer und Tän­ze­rin­nen am Sams­tag­abend im Em­ma-Thea­ter ers­te ei­ge­ne Ar­bei­ten, de­ren The­men al­les an­de­re als ein­fach sind – und die sich um Iden­ti­tät dre­hen und den ei­ge­nen Platz in der Welt.

In­spi­riert durch ein Ge­dicht der US-Ame­ri­ka­ne­rin Cla­ris­sa Pin­ko­la Es­tés, be­fasst sich Ka­the­ri­na Na­kui mit dem Kampf, den Frau­en im­mer noch um Gleich­be­rech­ti­gung kämp­fen. Ge­wählt hat sie da­für den Ti­tel „Wo­men who run with the wol­ves“und über­trägt Ver­hal­tens­wei­sen aus der Tier­welt auf Frau­en: „Nur im Ru­del sind Wöl­fe stark“, sagt Na­kui und ist der Über­zeu­gung, dass Frau­en stär­ker nach ih­ren In­stink­ten han­deln soll­ten, als sich da­nach zu rich­ten, was an­de­re von ih­nen möch­ten.

Cris­ti­na Com­mis­so hin­ter­fragt in ih­rem Stück „Sil­ver­li­ning“die Dis­kre­panz zwi­schen der na­tür­li­chen Welt und der, die wir Men­schen kre­iert ha­ben. „Get over“nennt Aya­ka Ka­mei ihr Stück, das sich da­mit be­fasst, wie wir Din­ge über­win­den kön­nen. „Es geht um Sa­chen, die wir gleich­zei­tig ver­ges­sen und be­wah­ren möch­ten, um ei­ne Er­in­ne­rung, die schmerzt, um In­dif­fe­ren­zen, die je­der kennt“, sagt die ge­bür­ti­ge Ja­pa­ne­rin. Keith Chin wirft ei­nen Blick auf die mo­der­ne Lie­be. Der jun­ge Mann aus Ma­lay­sia hat be­reits Cho­reo­gra­fi­en für das Thea­ter er­ar­bei­tet und setzt mit sei­ner jüngs­ten Ar­beit sei­ne klei­ne Rei­he mit dem Ti­tel „A fa­mi­ly thing“fort.

Un­ter dem Ti­tel „Cor­nua“be­fasst sich Lennart Huy­sen­truyt mit der Dua­li­tät von pri­va­ter und öf­fent­li­cher Iden­ti­tät. „Es ist schwer, je­mand an­de­rem zu er­läu­tern, was du fühlst“, er­läu­tert Jay­son Sy­ret­te die Fra­ge um die sich sein Stück dreht, dem er den Ti­tel „Schwei­ne“ge­ge­ben hat.

Fo­to: Swa­ant­je Heh­mann

Bei der Vor­be­rei­tung: Sechs jun­ge Tän­zer zei­gen bei „Open Win­dows V“ers­te ei­ge­ne Cho­reo­gra­fi­en.

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