Trump als Tram­pel

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Vorderseite - Von Marion Trim­born m.trim­born@noz.de

Gut und Bö­se, Schwarz und Weiß – in der Ge­dan­ken­welt des Donald Trump sind die Rol­len klar ver­teilt. Bö­se sind die an­de­ren. Et­wa sein Vor­gän­ger, Ex-US-Prä­si­dent Oba­ma. Bö­se sind Mus­li­me, die Me­di­en und na­tür­lich die EU, die ja nur ein Club auf Zeit ist. Jetzt sind auch die Deut­schen schlecht, weil sie so viel ex­por­tie­ren.

Ei­ner ge­gen den Rest der Welt. Trump in­sze­niert sich auf sei­ner Europa-Tour als Tram­pel, der sei­ne ei­ge­ne Per­son und die In­ter­es­sen der USA knall­hart durch­boxt. Al­les, was bis­her un­ter den füh­ren­den In­dus­trie­na- tio­nen G 7 Kon­sens war, stellt er in­fra­ge. Wer­den die USA wirk­lich der Welt­han­dels­or­ga­ni­sa­ti­on WTO den Rü­cken keh­ren? Stei­gen sie wirk­lich aus dem Kli­ma­ab­kom­men von Pa­ris aus, das die Er­der­wär­mung be­gren­zen soll? Zu­zu­trau­en wä­re es Trump.

Was folgt dar­aus? Oh­ne die USA kön­nen die Eu­ro­pä­er oft nichts aus­rich­ten. Wenn der welt­weit größ­te Pro-Kopf-Kli­ma­sün­der aus­steigt, ist das Pa­ri­ser Ab­kom­men ob­so­let. Wenn die USA dem Frei­han­del ab­schwö­ren, wer­den Ex­port­na­tio­nen wie Deutsch­land lei­den. Wenn die USA blo­ckie­ren, wer­den in­ter­na­tio­na­le Tref­fen oh­ne Er­geb­nis blei­ben. Beim G-7-Gip­fel dürf­te die Ab­schluss­er­klä­rung ein nichts­sa­gen­des Do­ku­ment wer­den. Die Al­lein­gän­ge der USA schaf­fen ein Macht­va­ku­um. Das freut Russ­land, und das freut Chi­na. Bei­de könn­ten in die­ses Va­ku­um vor­sto­ßen. Dann dürf­ten die Eu­ro­pä­er das Nach­se­hen ha­ben.

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