In­cir­lik-Rück­zug schon nächs­te Wo­che?

Ab­ge­ord­ne­ten-Be­su­che in Tür­kei blei­ben um­strit­ten – Lö­sung für Nato-Stütz­punkt

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik -

Der Bun­des­wehr-Ab­zug vom tür­ki­schen Stütz­punkt In­cir­lik rückt nach dem er­geb­nis­lo­sen Kri­sen­ge­spräch von Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel mit Staats­prä­si­dent Re­cep Tay­yip Er­do­gan nä­her. „Wenn ein Be­such deut­scher Ab­ge­ord­ne­ter in In­cir­lik nicht mög­lich ist, dann ge­hen wir da raus“, gab Vi­ze-Re­gie­rungs­spre­cher Ge­org Strei­ter am Frei­tag Mer­kels Hal­tung wie­der. Die Bun­des­wehr hat dort Auf­klä­rungs-Jets für den Kampf ge­gen die Ter­ror­mi­liz IS in Sy­ri­en sta­tio­niert.

Mög­li­cher­wei­se wird sich der Bun­des­tag nächs­te Wo­che mit dem Kon­flikt be­fas­sen und ei­ne Ent­schlie­ßung für den Ab­zug der Sol­da­ten vor­le­gen. Ei­ne Al­ter­na­ti­ve wä­re der Stütz­punkt Al-As­rak in Jor­da­ni­en, sag­te der Spre­cher des Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­ums, Jens Flos­dorff. Nach der po­si­ti­ven Stand­ort­prü­fung sei dies nun „ei­ne po­li­ti­sche Ent­schei­dung“.

Er­do­gan hat­te am Ran­de des Nato-Gip­fels in Brüs­sel nicht ein­ge­lenkt. Man ha­be über „der­zei­ti­ge Be­las­tun­gen der deutsch-tür­ki­schen Be­zie­hun­gen“ge­spro­chen, teil­te ein Spre­cher der Bun­des­re­gie­rung le­dig­lich mit. Mer­kel hat­te zu­vor erst­mals of­fen mit ei­nem Ab­zug aus In­cir­lik ge­droht, falls Ab­ge­ord­ne­te den Stütz­punkt nicht be­su­chen dürf­ten.

Der­weil zeich­net sich laut „Spie­gel“im Streit über Be­su­che deut­scher Ab­ge­ord­ne­ter auf dem Nato-Luft­waf­fen­stütz­punkt Konya ei­ne Lö­sung ab. Dem­nach hat Au­ßen­mi­nis­ter Sig­mar Ga­b­ri­el (SPD) Nato-Ge­ne­ral­se­kre­tär Jens Stol­ten­berg vor­ge­schla­gen, Flü­ge nach Konya ge­ne­rell als Nato-Flü­ge zu de­kla­rie­ren. Dann müss­ten Be­su­che von Ab­ge­ord­ne­ten bei dort sta­tio­nier­ten deut­schen Be­sat­zun­gen der Awacs-Auf­klä­rer nicht mehr ein­zeln von der tür­ki­schen Re­gie­rung ge­neh­migt wer­den. Am Frei­tag­abend hieß es dann aus Re­gie­rungs­krei­sen in Ber­lin, Ab­ge­ord­ne­te des Bun­des­ta­ges dürf­ten künf­tig wie­der nach Konya rei­sen.

„Süd­deut­sche Zei­tung“, NDR und WDR be­rich­te­ten am Frei­tag, zwei der von der Tür­kei meist­ge­such­ten Mi­li­tärs hät­ten in Deutsch­land Asyl be­an­tragt. Dem­zu­fol­ge soll es sich um ei­nen Oberst und ei­nen Oberst­leut­nant han­deln, die am 12. Mai am Frank­fur­ter Flug­ha­fen lan­de­ten. Die tür­ki­sche Re­gie­rung wirft ih­nen vor, in den Putsch ein­ge­weiht ge­we­sen zu sein.

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