Best­mar­ken im ers­ten Quar­tal

Dax-Kon­zer­ne pro­fi­tie­ren vom welt­wei­ten Wirt­schafts­auf­schwung

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Wirtschaft - Von Bri­git­te Schol­tes

Eu­ro­pas Wirt­schaft kommt in Schwung. Der Ex­port läuft rund. Die Kas­sen deut­scher Kon­zer­ne fül­len sich kräf­tig. Die Aus­sich­ten für das Ge­samt­jahr sind gut. Al­ler­dings se­hen Ex­per­ten auch Ri­si­ken.

FRANK­FURT. Er­folg­rei­cher Jah­res­start für die 30 Da­xKon­zer­ne: Sie stei­ger­ten im ers­ten Quar­tal so­wohl Um­sät­ze als auch Er­trä­ge. So ha­ben sie zu­sam­men knapp 346 Mil­li­ar­den Eu­ro um­ge­setzt, ein Plus von neun Pro­zent. Die Ge­win­ne vor Steu­ern und Zin­sen klet­ter­ten auf ein Re­kord­hoch von 37,4 Mil­li­ar­den Eu­ro.

Die höchs­ten Ge­win­ne fuh­ren da­bei nach ei­ner Analyse der Un­ter­neh­mens­be­ra­tung EY Volks­wa­gen und Daim­ler ein – bei den Wolfs­bur­gern lag das ope­ra­ti­ve Er­geb­nis bei 4,4 Mil­li­ar­den Eu­ro, Daim­ler schaff­te 4,0 Mil­li­ar­den Eu­ro. Bay­er er­wirt­schaf­te­te gut 3,1 Mil­li­ar­den Eu­ro, Vor­jah­res­pri­mus Deut­sche Te­le­kom nur noch knapp 2,8 Mil­li­ar­den Eu­ro. Die Bon­ner ge­hö­ren da­mit zu dem ei­nen Drit­tel der Un­ter­neh­men, das sei­ne Ge­win­ne nicht stei­gern konn­te. Den an­de­ren aber ge­lang das – trotz der „un­si­che­ren po­li­ti­schen Groß­wet­ter­la­ge“, sagt Ma­thieu Mey­er, Mit­glied der Ge­schäfts­füh­rung von EY.

Bei den Um­sät­zen la­gen nur die Ener­gie­ver­sor­ger Eon und RWE hin­ter dem Vor­jah­res­wert zu­rück. Ers­ter in die­ser Hin­sicht war da Hei­del­ber­gCe­ment: Der Bau­stoff­kon­zern wuchs we­gen der Über­nah­me von Ital­ce­men­ti um 34 Pro­zent. Fre­se­ni­us, Adi­das und BASF leg­ten je­weils 19 Pro­zent zu. Die Un­ter­neh­men stell­ten auch ein: Die Zahl der Mit­ar­bei­ter klet­ter­te um 3,3 Pro­zent auf 3,7 Mil­lio­nen. Da­bei sind VW mit 609000 und die Post DHL mit 461000 Be­schäf­tig­ten die größ­ten Ar­beit­ge­ber.

We­sent­li­cher Grund für die­se gu­ten Zah­len ist der welt­wei­te Auf­schwung. Und

der dürf­te noch et­was an­hal­ten, so wer­den die Ma­na­ger auch in ih­ren Ge­winn­schät­zun­gen et­was op­ti­mis­ti­scher. Den Aus­blick an­ge­ho­ben ha­ben al­ler­dings erst drei der 30 Dax-Kon­zer­ne, näm­lich Bay­er, Daim­ler und Fre­se­ni­us. Vie­le war­ten noch ab, ob sich das Jahr wirk­lich wei­ter so gut ent­wi­ckelt. Am bes­ten lief es zwi­schen Ja­nu­ar und März im Asi­en­ge­schäft: Das leg­te laut

EY um 15 Pro­zent zu. In den USA konn­ten die Fir­men zehn Pro­zent mehr er­wirt­schaf­ten.

Vor al­lem den ex­port­star­ken Un­ter­neh­men kam da­bei auch der nied­ri­ge­re Eu­ro­kurs zu­gu­te. Der ha­be et­wa fünf Mil­li­ar­den Eu­ro zu dem Um­satz­plus von ins­ge­samt 27 Mil­li­ar­den Eu­ro bei­ge­tra­gen, hat EY be­rech­net. In Europa setz­ten die 30 Dax-Kon­zer­ne im­mer­hin neun Pro­zent mehr

um, der An­teil am Ge­schäft sank leicht von 51,5 auf 50,6 Pro­zent. „Die eu­ro­päi­sche Wirt­schaft kommt wie­der in Schwung“, ana­ly­siert EY-Ge­schäfts­füh­rer Mey­er. Die Un­ter­neh­men pro­fi­tie­ren von der sin­ken­den Ar­beits­lo­sig­keit und dem stei­gen­den Ver­brau­cher­ver­trau­en. Und sie in­ves­tie­ren wie­der stär­ker. „Das sorgt für vol­le Auf­trags­bü­cher und für stei­gen­de Um­sät­ze.“ Gleich­wohl gibt es auch Ri­si­ken. Vor al­lem we­gen des Br­ex­it sor­gen sich die Un­ter­neh­men: „Ge­ra­de deut­sche Un­ter­neh­men sind mas­siv in Groß­bri­tan­ni­en en­ga­giert – für sie steht viel auf dem Spiel“, sagt Mey­er.

Kennt ak­tu­ell of­fen­bar nur ei­ne Rich­tung: Für die Dax-Kur­ve ging es in den ers­ten Mo­na­ten 2017 ste­tig berg­auf. Fo­to: dpa

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