Zwi­schen Är­ger und Zu­ver­sicht

Schieds­rich­ter in der Relegation im Mit­tel­punkt beim „Wolfs­bur­ger Wa­ter­ga­te“

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Sport -

Von Mal­te Schlaack

Das Hin­spiel der Relegation zur Fuß­bal­lBun­des­li­ga zwi­schen dem VfL Wolfs­burg und Ein­tracht Braun­schweig hin­ter­ließ ei­nen merk­wür­di­gen Ein­druck. Auf der ei­nen Sei­te konn­ten al­le Be­tei­lig­ten mit dem 1:0 für die Gast­ge­ber ir­gend­wie le­ben, auf der an­de­ren Sei­te hat­ten aber auch al­le ir­gend­was zu me­ckern.

Jas­min Fe­jzic stand auf der Braun­schwei­ger Sei­te der Mi­xed-Zo­ne und schüt­tel­te mit dem Kopf. „Das war doch klar Hand, und da­nach ist es nicht mal im Straf­raum“, platz­te es aus dem Tor­wart der Ein­tracht her­aus. Ge­meint war na­tür­lich die Sze­ne des Spiels, die Fe­jzic na­tur­ge­mäß sehr sub­jek­tiv in der Wie­der­ho­lung sah.

In der 33. Mi­nu­te hat­te Wolfs­burgs Stür­mer Ma­rio Go­mez den Ball mit der Hand an­ge­nom­men und so für Yu­nus Mal­li ab­ge­legt. Schieds­rich­ter Sa­scha Ste­ge­mann pfiff nicht, lag da­mit falsch Gro­ße Auf­re­gung: Ein­tracht-Trai­ner Thors­ten Lie­ber­knecht re­det auf das Schieds­rich­ter-Ge­spann um Sa­scha Ste­ge­mann ein.

und Fe­jzic rich­tig. Der zwei­te Teil der Aus­sa­ge des Braun­schwei­ger Kee­pers stimm­te nicht. Mal­li zog ab und traf Gus­tav Vals­vik aus kür­zes­ter Dis­tanz am Arm – und zwar klar in­ner­halb des Straf­raums. Der Elf­me­ter­pfiff war al­ler­dings falsch, was Gäs­te­trai­ner Tors­ten Lie­ber­knecht auf die Pal­me brach­te.

Di­rekt nach Spie­len­de rann­te er zu Ste­ge­mann, sag­te dem Re­fe­ree deut­lich sei­ne Mei­nung und teil­te da­nach vor Fern­seh­ka­me­ras mit, dass er we­gen sol­cher Ent­schei­dun­gen die Relegation has­se. Et­was di­plo­ma­ti­scher war Lie­ber­knecht dann bei der Pres­se­kon­fe­renz. „Wir Trai­ner müs­sen im­mer viel zu viel zu sol­chen The­men sa­gen“, mein­te er viel­deu­tig und blick­te lie­ber nach vor­ne: „Zum Schluss war es uns wich­tig, mit ei­nem gu­ten Er­geb­nis ins Rück­spiel zu ge­hen, und das ist uns ge­lun­gen. Es ist ein Er­geb­nis, das man auf­ho­len kann. Es ist Mon­tag­abend in Braun­schweig, da weiß man, was los ist.“

Et­was skur­ril mu­te­te das „Wolfs­bur­ger Wa­ter­ga­te“an. Die Gäs­te hat­ten am Vor­mit­tag ih­re Ka­bi­ne be­zo­gen und die Schu­he in der Du­sche de­po­niert. Als die Mann­schaft dann abends kam, wa­ren die Schu­he nass. „Da ist et­was schief­ge­lau­fen“, mein­te Lie­ber­knecht noch recht neu­tral, sei­ne Spie­ler sa­hen das et­was an­ders und un­ter­stell­ten Ab­sicht. „So et­was wird vom Fuß­ball­gott nicht be­lohnt“, mahn­te Ka­pi­tän Ken Rei­chel. Die Wolfs­bur­ger ver­si­cher­ten, dass die Du­schen hin und wie­der von selbst an­sprin­gen wür­den.

Beim VfL woll­te sich aber auch nie­mand so recht mit die­sem The­ma be­schäf­ti­gen. Trotz des Sie­ges hat­te auch die Heim­mann­schaft et­was aus­zu­set­zen – vor al­lem am Schieds­rich­ter. „In der zwei­ten Halb­zeit hat er sehr viel ge­pfif­fen und ei­gent­lich im­mer ge­gen uns“, sag­te In­nen­ver­tei­di­ger Phil­ipp Woll­scheid. Tor­schüt­ze Ma­rio Go­mez ließ die Auf­re­gung um sein Hand­spiel und den Elf­me­ter kalt. „Ich hät­te die­se Sai­son auch schon fünf Elf­me­ter be­kom­men müs­sen“, sag­te der Na­tio­nal­spie­ler, der ein Ziel er­reicht sah: „Ich ha­be vor dem Spiel ge­sagt, dass wir zu null ge­win­nen. Das ha­ben wir ge­schafft.“

Im Rück­spiel am Mon­tag (20.30 Uhr, li­ve in der ARD) muss Braun­schweig al­so nun min­des­tens ein Tor ma­chen. Mit ei­ner Of­fen­siv­leis­tung wie in Wolfs­burg, wo nach vor­ne fast gar nichts ging, wird das aber sehr schwer. Den­noch gab es ei­ne Kampf­an­sa­ge an den Nach­barn. „Ganz Braun­schweig steht hin­ter uns. Ich bin über­zeugt, dass wir es schaf­fen“, mein­te Tor­hü­ter Fe­jzic.

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