Pro­fes­sio­nel­les Ba­rock­or­ches­ter für Os­na­brück

Neue Hof­ka­pel­le ge­grün­det – Frie­del-und-Gi­se­la-Boh­nen­kamp-Stif­tung über­nimmt Fi­nan­zie­rung

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Kultur Regional - Von Jan Kamp­mei­er

Chris­ti­an Heine­cke er­zählt über die Neue Hof­ka­pel­le Os­na­brück, die auf sei­ne Initia­ti­ve ge­grün­det wur­de und von der Boh­nen­kamp-Stif­tung fi­nan­ziert wird.

OS­NA­BRÜCK. „Ich fin­de, die Zeit war reif da­für, dass Os­na­brück ein pro­fes­sio­nel­les Ba­rock­or­ches­ter hat.“Chris­ti­an Heine­cke gab da­her den An­stoß zur Grün­dung der Neu­en Hof­ka­pel­le Os­na­brück. „Die Idee tra­ge ich ei­gent­lich schon seit 20 Jah­ren mit mir rum.“Das Pro­blem war na­tür­lich die Be­zah­lung der Mu­si­ker. Nun über­nimmt die Frie­del-und-Gi­se­la-Boh­nen­kamp-Stif­tung die Fi­nan­zie­rung – Pro­blem ge­löst. Gi­se­la Boh­nen­kamp ha­be die För­de­rung ziem­lich schnell zu­ge­sagt, er­in­nert sich Heine­cke, sie ha­be noch nicht ein­mal Be­din­gun­gen ge­stellt, son­dern le­dig­lich wis­sen wol­len, wie das Pro­jekt ein Er­folg wer­den könn­te.

Bei ei­nem Emp­fang im Rat­haus sag­te Gi­se­la Boh­nen­kamp: „Der Neu­en Hof­ka­pel­le Os­na­brück wün­sche ich, dass sie sich die Lei­den­schaft für ih­re Mu­sik be­wahrt und da­mit zu vie­len neu­en Hö­he­punk­ten in der Mu­sik­sze­ne un­se­rer Re­gi­on bei­trägt.“

Ei­ne Hof­ka­pel­le hat Os­na­brück frü­her schon ge­habt, die Fürst­bi­schö­fe be­schäf­tig­ten sich zeit­wei­se klei­ne Orches­ter. Die­se Tra­di­ti­on will Heine­cke neu be­le­ben. „Mir ist ganz wich­tig, dass es nicht so ein Mu­cken­hau­fen wird, son­dern es soll schon ei­nen fes­ten Stamm ge­ben, da­mit wir nicht im­mer von null an­fan­gen.“

Ei­ne ei­ge­ne Kon­zert­rei­he will die Trup­pe auf die Bei­ne stel­len, die Pla­nun­gen lau­fen.

„Wir ha­ben an sechs bis sie­ben Kon­zer­te in der Schloss­au­la ge­dacht, et­wa al­le acht Wo­chen.“Fest steht das ers­te Kon­zert am 13. Sep­tem­ber in der Schloss­au­la, bei dem als pro­mi­nen­te So­lis­tin Hil­le Perl da­bei sein wird. In für die Kultur fi­nan­zi­ell schwie­ri­gen Zei­ten sei die Gam­bis­tin be­geis­tert von der Neu­grün­dung, so Chris­ti­an Heine­cke.

„Wir wol­len Mu­sik spie­len, die sonst hier nicht er­klingt:

Ge­mi­nia­ni, Va­len­ti­ni, Mos­si, die hörst du hier ein­fach nicht. Und ab jetzt hört man sie. Die Span­ne ist zwi­schen 1600 und 1760, da­für ist un­ser In­stru­men­ta­ri­um ge­eig­net. Das ist al­so auch Mu­sik, die im Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg kom­po­niert wur­de und ei­ne wich­ti­ge Rol­le spielt, ge­ra­de für Os­na­brück.“Al­le Mu­si­ker sei­en qua­li­fi­ziert für ein sol­ches Ba­rock­or­ches­ter: „Man­che ha­ben ein kom­plet­tes Stu­di­um

mit dem In­stru­ment ab­ge­schlos­sen, vie­le ha­ben, so wie ich, sich schon im Stu­di­um viel mit Ba­rock be­schäf­tigt, mit al­ten In­stru­men­ten, mit je­der Men­ge Meis­ter­kur­sen.“

Kon­zert­be­su­cher wer­den sich er­in­nern, dass es bis vor ei­ni­gen Jah­ren das mitt­ler­wei­le ein­ge­schla­fe­ne En­sem­ble La Gioia in Os­na­brück gab. „La Gioia be­stand ja über­wie­gend aus Mu­si­kern des Sym­pho­nie­or­ches­ters, das ist jetzt gar nicht der Fall. So­gar An­fra­gen und Ver­pflich­tun­gen in Köln, Frank­furt oder Wup­per­tal hat das Orches­ter be­reits. „Es gibt viel zu tun, aber die Be­din­gun­gen sind aus­nahms­los gut: Es ist al­les da. Jetzt müs­sen wir, wie man so schön sagt, lie­fern, und zwar tol­le Qua­li­tät.“

Ge­mi­nia­ni, Va­len­ti­ni, Mos­si: Die neue Hof­kap­pel­le will Mu­sik spie­len, die sonst so in Os­na­brück nicht er­klingt. Fo­to: Sven Jür­gen­sen

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