John von Düf­fel liest aus sei­nem Ro­man „Klas­sen­buch“

Drit­ter Auf­tritt bei Lit­te­ra-Rei­he in Os­na­brück

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Kultur Regional -

pm OS­NA­BRÜCK. John von Düf­fel ist ein Zeit­künst­ler: Ne­ben sei­ner Ar­beit als Dra­ma­turg und Ho­no­rar­pro­fes­sor ver­fasst er re­gel­mä­ßig Thea­ter­stü­cke und schreibt Bü­cher. Zwei­mal war er im Rah­men des Lit­te­ra-Pro­gramms der Buch­hand­lung zur Hei­de be­reits zu Le­sun­gen sei­ner Wer­ke in Os­na­brück, jetzt folgt der drit­te Be­such die­ses viel­sei­ti­gen Au­tors: Am Mon­tag, dem 29. Mai, wird er um 20 Uhr im Blue No­te des Ci­ne­ma-Ar­thouse sei­nen neu­en Ro­man „Klas­sen­buch“vor­stel­len, ein Kalei­do­skop de­tail­schar­fer Mo­ment­auf­nah­men ei­ner Le­bens­pha­se, die wohl wie kei­ne an­de­re auf der Kip­pe zwi­schen Auf­bruch und Ab­sturz steht.

Die neun be­schrie­be­nen Haupt­ak­teu­re sind er­wach­sen und sind es nicht: Sie sind in je­der Hin­sicht „da­zwi­schen“, zwi­schen Schu­le und wirk­li­cher Welt, zwi­schen Ge­gen­wart und Zu­kunft, Ver­ein­ze­lung und der un­frei­wil­li­gen Ge­mein­schaft ei­ner Klas­se. Dem Au­tor ge­lingt es vir­tu­os, je­dem sei­ner An­ti­hel­den ei­ne

un­ver­wech­sel­ba­re Stim­me zu ge­ben.

Zum Buch: John von Düf­fel folgt neun ganz un­ter­schied­li­chen Schü­le­rin­nen und Schü­lern an ent­schei­den­den Punk­ten ih­rer Ent­wick­lung. Es sind Hoch­be­gab­te und Schwän­zer, Sui­zid­ge­fähr­de­te und Ma­ger­süch­ti­ge, Com­pu­ter­nerds, Selbst­dar­stel­ler und Un­sicht­ba­re, de­ren Rea­li­tät mit der di­gi­ta­len Welt ver­schwimmt. Was als Kranz iso­lier­ter Per­spek­ti­ven be­ginnt, ver­wan­delt sich im­mer stär­ker zu ei­nem fein ver­äs­tel­ten Ge­samt­ge­bil­de, in dem al­les auf über­ra­schen­de und er­schüt­tern­de Wei­se in­ter­agiert.

Die vie­len Mög­lich­kei­ten, die an­fangs of­fen­zu­ste­hen schei­nen, ver­dich­ten sich da­bei all­mäh­lich zu ei­nem ge­mein­sa­men Schick­sal. Am En­de wer­den die Le­ser den ein­zel­nen Prot­ago­nis­ten so na­he­ge­kom­men sein, dass sie sie kaum wie­der ver­ges­sen wer­den. John von Düf­fel, 1966 in Göt­tin­gen ge­bo­ren, pro­mo­vier­te über Er­kennt­nis­theo­rie und war da­nach als Thea­ter- und Film­kri­ti­ker so­wie Über­set­zer tä­tig. Heu­te ar­bei­tet er als Dra­ma­turg am Deut­schen Thea­ter Ber­lin und ist Pro­fes­sor für Sze­ni­sches Schrei­ben an der Ber­li­ner Uni­ver­si­tät der Küns­te.

„Das Klas­sen­buch“ist be­reits die 18. Buch­ver­öf­fent­li­chung von John von Düf­fel, da­zu ver­fass­te der Au­tor zahl­rei­che Thea­ter­stü­cke und zu­sam­men mit Pe­tra An­war „Was am En­de wich­tig ist. Ge­schich­ten vom Ster­ben“. Für sein li­te­ra­ri­sches Werk er­hielt John von Düf­fel zahl­rei­che Aus­zeich­nun­gen. Wenn es mög­lich ist, schwimmt er je­den Tag.

John von Düf­fel liest aus „Klas­sen­buch“. Mon­tag, 29. Mai, 20 Uhr, im Blue No­te.

Fo­to: Kat­ja Son­nen­berg

John von Düf­fel be­schäf­tigt sich in sei­nem Ro­man mit Schü­lern.

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