Stress we­gen Nok­ta-Ter­ras­se

Be­trei­ber Se­dat Müstak hofft auf Kom­pro­miss mit der Stadt

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrück - Von Wolf­gang El­bers

Das son­ni­ge Wet­ter sorgt da­für, dass die Au­ßen­gas­tro­no­mie boomt. Auch das seit ei­nem Jahr mit tür­kisch-me­di­ter­ra­ner Kar­te er­folg­rei­che Re­stau­rant Nok­ta am Gü­ter­bahn­hof hat pünkt­lich zum Som­mer­ge­schäft ei­nen rund 400 Qua­drat­me­ter gro­ßen Ter­ras­sen­be­reich fer­tig­ge­stellt, aber ein Pro­blem: Es fehlt die Bau­ge­neh­mi­gung.

OS­NA­BRÜCK. An­fang Mai hat Be­trei­ber Se­dat Müstak das Ein­jäh­ri­ge am Stand­ort ge­fei­ert. Das Nok­ta ist mit ei­nem vom Mit­tel­meer­raum ge­präg­ten Spei­sen­an­ge­bot und süd­ost­eu­ro­päi­scher Herz­lich­keit im nicht ein­fa­chen Gü­ter­bahn­hof-Um­feld zu ei­ner der an­ge­sag­ten Gas­tro-Adres­sen in der Stadt ge­wor­den. Das Er­folgs­re­zept: mo­der­nes, of­fe­nes Am­bi­en­te mit ei­ner Bar und ver­spiel­ten De­ko-Ele­men­ten wie Kron­leuch­tern so­wie ei­ne Kü­che, die auf Qua­li­tät Wert legt.

Zum Start ins zwei­te Jahr ist mit gro­ßem Auf­wand der Au­ßen­be­reich her­ge­rich­tet wor­den – ein­schließ­lich ei­ner aus­fahr­ba­ren Über­da­chung und Son­nen­schir­men. Doch bei der not­wen­di­gen Ge­neh­mi­gung gibt es ein Déjà-vu zur Er­öff­nung Mit­te ver­gan­ge­nen Jah­re: Auch da­mals lag kei­ne Bau­ge­neh­mi­gung vor. Hin­ter­grund ist hier ge­we­sen, dass Ver­mie­te­rin Le­bens­quel­le die­se im Vor­feld nicht als not­wen­dig an­ge­se­hen hat­te, da von der Stadt für ein frü­he­res Ob­jekt an der Stel­le ei­ne un­be­fris­te­te Ge­neh­mi­gung als Schan­kund Spei­se­wirt­schaft aus­ge­stellt wor­den sei.

Der 32-jäh­ri­ge Se­dat Müstak hat an­schlie­ßend in Ge­sprä­chen mit der Stadt ei­ne Über­gangs­re­ge­lung er­reicht und die not­wen­di­gen Un­ter­la­gen für ei­ne Ge­neh­mi­gung ein­ge­reicht. Das Ver­fah­ren läuft noch, da bis heu­te ei­ne wich­ti­ge Un­ter­schrift von Flä­chen­ei­gen­tü­mer „3 G Group“be­züg­lich des We­ge­rechts fehlt. Noch im­mer ver­fügt das Nok­ta of­fi­zi­ell über kei­ne Zu­we­gung zum Ge­bäu­de. Hier zeich­net sich aber ei­ne end­gül­ti­ge Klä­rung und die not­wen­di­ge Ein­tra­gung ins Grund­buch ab.

Beim neu­en Au­ßen­be­reich gibt es er­neut Kom­pli­ka­tio­nen. Denn ei­ne Bau­ge­neh­mi­gung kann nicht eher er­teilt wer­den, bis die Zu­gangs­fra­ge ge­klärt ist. So­mit sind die Ve­rän­de­run­gen hier oh­ne die bau­recht­li­chen An­for­de­run­gen er­folgt.

Das Pro­blem wird sich dies­mal aber wahr­schein­lich schwie­ri­ger als vor ei­nem Jahr lö­sen las­sen. Denn die 400-Qua­drat­me­ter-Ter­ras­se ragt in die Flä­che hin­ein, die nach dem Be­bau­ungs­plan künf­tig als Er­schlie­ßungs­und Kreu­zungs­si­tua­ti­on für den neu zu ge­stal­ten­den Zu­gangs­be­reich des Gü­ter­bahn­hof-Are­als an Fran­ken­stra­ße/Ham­bur­ger

Stra­ße vor­ge­se­hen ist.

Da Grund­ei­gen­tü­mer 3 G Group und Ver­mie­ter Le­bens­quel­le ge­gen den Be­bau­ungs­plan kla­gen, ist kaum da­von aus­zu­ge­hen, dass die Stadt hier ein Pro­zess-Ri­si­ko ein­geht. Bei ei­ner Ge­neh­mi­gung der der­zei­ti­gen Au­ßen­be­reich-Aus­ma­ße wür­de deut­lich, dass die Stadt die Pl­an­fest­set­zun­gen sel­ber nicht be­ach­tet.

Bau­de­zer­nent Frank Ot­te lässt hier auch kei­ne Kom­pro­miss­be­reit­schaft er­ken­nen: „Da ist ein Teil­rück­bau die ein­zi­ge Lö­sung, und zwar in dem Um­fang, dass die vor­ge­se­he­ne Ver­kehrs­flä­che be­ach­tet wird.“Nok­ta-Be­trei­ber Se­dat Müstak und Part­ne­rin Na­ta­lia Bas­sau­er hof­fen, dass, bis der Be­bau­ungs­plan rechts­kräf­tig wird, was noch ei­ne Zeit dau­ern kön­ne, ei­ne Zwi­schen­lö­sung mög­lich ist.

Der strit­ti­ge Be­reich be­trifft nach ih­ren An­ga­ben ei­nen klei­nen, zur Ham­bur­ger Stra­ße ge­le­ge­nen Teil des Zu­gangs mit dem Spring­brun­nen, der rund zehn Pro­zent der ge­sam­ten Au­ßen­flä­che des Lo­kals aus­ma­che.

Fo­to: Da­vid Ebe­ner

Der strit­ti­ge Be­reich: die neue Au­ßen­ter­ras­se des Re­stau­rants Nok­ta am al­ten Gü­ter­bahn­hof, die oh­ne Bau­ge­neh­mi­gung rea­li­siert wur­de.

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