Zei­chen set­zen für das Le­ben und den Frie­den

Blut­spen­de­ak­ti­on in der Bas­ha­rat-Mo­schee

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrück -

Der Bo­den der Bas­ha­rat-Mo­schee in Os­na­brück ist mit ei­ner grau­en Plas­tik­pla­ne aus­ge­legt. Da, wo sonst das Frei­tags­ge­bet statt­fin­det, hat die Ju­gend­or­ga­ni­sa­ti­on der Ah­ma­diy­ya-Mus­lim-Ge­mein­de ge­mein­sam mit dem Deut­schen Ro­ten Kreuz ei­ne Blut­spen­de­ak­ti­on vor­be­rei­tet. „Wir müs­sen de­nen hel­fen, die Hil­fe be­nö­ti­gen“, be­tont Imam Must­an­sar Ah­mad. „Das Le­ben ei­nes je­den Men­schen hat größ­ten Stel­len­wert“, er­gänzt er und denkt da­bei über den Blut­spen­de- aus­weis hin­aus.

Nach dem Ter­ror­an­schlag in Man­ches­ter, bei dem 22 Men­schen – dar­un­ter Kin­der und Ju­gend­li­che – ge­tö­tet wur­den, und den die Ter­ror­or­ga­ni­sa­ti­on „Is­la­mi­scher Staat“für sich re­kla­miert, wol­len die jun­gen Mus­li­me ein Zei­chen set­zen. Ein Zei­chen für Frie­den, To­le­ranz und das Le­ben. „Wir ha­ben Pflich­ten ge­gen­über Gott und Pflich­ten ge­gen­über un­se­ren Mit­men­schen. Wir müs­sen gut und sanft sein“, be­tont Ah­mad. Kein fried­lie­ben­der Mus­lim in Deutsch­land müs­se sich recht­fer­ti­gen für die Ta­ten ein­zel­ner Ter­ro­ris­ten, aber es ge­be ei­ne Ver­knüp­fung von Is­lam und Blut­spen­de in der Mo­schee: Ger­trud Schlen­ter (Mit­te) spen­det nicht zum ers­ten Mal. Ra­shid Sha­fi­que, Must­an­sar Ah­mad, Na­veed Ah­med und DRK-Re­fe­ren­tin Mo­ni­ka Ger­des (von links) ha­ben die Ak­ti­on or­ga­ni­siert.

Ter­ror in den Köp­fen. „Re­li­gi­on wur­de in der Ver­gan­gen­heit oft miss­braucht“, so Ah­mad. „Was wir ma­chen kön­nen, ist auf­klä­ren über die Leh­ren des Is­lam“, er­klärt Ju­gend­lei­ter Na­veed Ah­med. „ Auch durch Ta­ten.“

Die Blut­spen­de­ak­ti­on ist nur ei­ne von vie­len, die die Ah­ma­diy­ya-Ju­gend­or­ga­ni­sa­ti­on auf die Bei­ne stellt. Mit Flug­blät­tern und Vor­trä­gen in­for­mie­ren sie über ih­re Re­li­gi­on. Da­bei wol­len sie auch kri­ti­sche Fra­gen dis­ku­tie­ren: Ge­hört der Is­lam zu Deutsch­land? Wel­che Rol­le nimmt

die Frau ein? Sport sei zu­dem ein wich­ti­ges Sprung­brett in der In­te­gra­ti­ons­ar­beit: „Sport ver­bin­det“, nennt Ah­med nur ein Pro­jekt mit Freund­schafts­spiel, das die Ju­gend­li­chen ne­ben dem Wohl­tä­tig­keits­lauf in Be­we­gung bringt. 103 Mit­glie­der zählt die Ju­gend­or­ga­ni­sa­ti­on in Os­na­brück, et­wa 70 Pro­zent da­von sei­en ak­tiv. Am Frei­tag hal­fen ei­ni­ge jun­ge Män­ner, In­fo­stän­de und Schil­der rund um die Ak­ti­on auf­zu­stel­len, be­vor am Wo­che­n­en­de für sie der Fas­ten­mo­nat Ra­ma­dan be­ginnt.

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