Chan­ce für tie­fe­res Ver­ständ­nis

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Kultur - C.adam@noz.de

Un­ab­hän­gig vom po­li­ti­schen State­ment, das der me­xi­ka­ni­sche Star­re­gis­seur Inár­ri­tu mit „Car­ne y Are­na“ab­gibt, öff­net sein Vir­tu­al-Rea­li­ty-Film neue Er­fah­rungs­räu­me. Bar­fuß und mit Da­ten­bril­le selbst als Flücht­ling un­ter­wegs zu sein ist et­was ganz an­de­res, als zu Hau­se im Pan­tof­fel­ki­no Flücht­lings­do­kus an­zu­schau­en. ´

Denn nun lie­fert sich der Zu­schau­er mit sei­nem Kör­per Ge­füh­len von Be­dro­hung, Pa­nik oder To­des-

angst aus. Denn der Ver­stand schafft es nicht mehr, sie sich vom Lei­be zu hal­ten.

Wenn auf die­sem Weg wie vom Re­gis­seur be­ab­sich­tigt wie­der mehr Em­pa­thie in die von Schre­ckens­bil­dern ab­ge­stumpf­te Welt kä­me, wä­re das wün­schens­wert. Nur lässt sich be­fürch­ten, dass nur die oh­ne­hin Mit­füh­len­den zu solch ei­ner Flücht­lings­er­fah­rung be­reit sind.

Die gro­ße Chan­ce in Vir­tu­al-Rea­li­ty-Fil­men be­steht dar­in, dass sie Er­fah­run­gen er­mög­li­chen, oh­ne ih­nen re­al aus­ge­setzt zu sein. Das hilft dem Ver­ständ­nis für vie­les auf die Sprün­ge – oh­ne vor emo­tio­na­ler Be­tei­li­gung blind für Fak­ten, Hin­ter­grün­de und Kri­tik zu wer­den.

Von Chris­ti­ne Adam

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