Qu­en­tin Ta­ran­ti­nos In­spi­ra­ti­on

Der Psy­cho­thril­ler „Das Ge­heim­nis der grü­nen Steck­na­del“brach­te Star­re­gis­seur zum Film – Blu-ray-Tipp mit vie­len Ex­tras

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Film -

Von To­bi­as Sun­der­diek

OS­NA­BRÜCK. Ist ein neu­er Jack the Rip­per in Lon­don un­ter­wegs? Zu­min­dest die bru­ta­le Tö­tungs­art ei­nes Mör­ders, der jun­ge In­ter­nats­schü­le­rin­nen ab­schlach­tet, lässt dies ver­mu­ten. Und da­mit nicht ge­nug: Ein Schul­leh­rer (Cine­cit­tà-Star Fa­bio Tes­ti) ge­rät in Ver­dacht. Zu al­lem Über­fluss hat er ei­ne Af­fä­re mit ei­ner Schü­le­rin. Und wäh­rend Scot­land-Yard-In­spek­tor Barth (Joa­chim Fuchs­ber­ger) er­mit­telt, ge­sche­hen wei­te­re Mor­de. Zeu­gen­aus­sa­gen füh­ren zu neu­en Spu­ren: Ist der Kil­ler viel­leicht gar ein Pries­ter?

„Es ist un­mög­lich, von Ed­gar Wal­lace nicht ge­fes­selt zu sein!“– dies war der Wer­be­spruch der er­folg­rei­chen deut­schen Krimireihe ab 1959, die 1972 je­doch ih­rem En­de ent­ge­gen­ging: „Das Ge­heim­nis der grü­nen Steck­na­del“, der vor­letz­te Film der Rei­he und da­mals ein Skan­dal, mar­kier­te be­reits den Über­gang zu ei­ner neu­en Thriller-Art jen­seits von Schlös­sern im Ne­bel und for­schen Scot­land Yard-Er­mitt­lern. Ko-pro­du­ziert mit rö­mi­schen Stu­di­os und in­sze­niert von Mas­si­mo Dall­ama­ro, ist der nun auf DVD/Blu-ray er­schie­ne­ne Film ein lu­pen­rei­ner „Gi­al­lo“– al­so ein bru­ta­ler,

aber äs­the­tisch ge­schickt in­sze­nier­ter Psy­cho­thril­ler ita­lie­ni­scher Mach­art. Wo­für hier un­ter an­de­rem die Mu­sik En­nio Mor­ri­co­nes so­wie die Ka­me­ra­ar­beit von Aris­ti­de Mas­sac­ce­si (ali­as Joe

D’ Ama­to) sor­gen. Nun in ei­nem vor­bild­li­chen Blu­ray/DVD-Me­dia­book von Koch Me­dia ver­öf­fent­licht, be­le­gen die vie­len Ex­tras zu­dem die Spu­ren, die die­ser Film hin­ter­ließ.

So weck­te er in Qu­en­tin Ta­ran­ti­no un­ter an­de­rem et­wa den Wunsch, Fil­me dre­hen zu wol­len. Und Ni­co­las Win­ding Refn, Re­gis­seur von „Dri­ve“, soll ge­ra­de ein Re­make pla­nen.

Das of­fen­ba­ren nicht nur die In­ter­views zum Film (be­son­ders in­ter­es­sant das Ge­spräch mit Karin Baal, die Fa­bio Tes­tis Ehe­frau spiel­te und die re­tro­spek­tiv vor al­lem über den Film schimpft), son­dern auch der kennt­nis­rei­che (eng­li­sche) Au­dio­kom­men­tar von Film­wis­sen­schaft­ler Troy Ho­warth und das Book­let von Re­gis­seur Paul Po­et. Eben­falls span­nend: die Ar­te-Do­ku­men­ta­ti­on „Ger­man Gru­sel“über die deut­schen Ed­gar-Wal­lace-Fil­me, die sich eben­so wie die al­te, um elf Mi­nu­ten ge­kürz­te deut­sche Ki­no­fas­sung auf ei­ner Ex­tra-Blu-ray be­fin­det.

Sel­ten ge­zeigt, er­weist sich „Das Ge­heim­nis der grü­nen Steck­na­del“als in­halt­lich und film­ge­schicht­lich span­nen­de Wie­der- und Neu­ent­de­ckung. Für­wahr: Es ist un­mög­lich, nicht von die­ser Ver­öf­fent­li­chung ge­fes­selt zu sein.

„Das Ge­heim­nis der grü­nen

Steck­na­del“. R: Mas­si­mo Dall­ama­no. D: Joa­chim Fuchs­ber­ger, Karin Baal u. a. 2 Blu-rays, 1 DVD. Ab 16.

Fo­to: Koch­me­dia

„Das Ge­heim­nis der grü­nen Steck­na­del“mar­kiert ei­ne fil­mi­sche Ab­kehr von der deut­schen Krimireihe.

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