Der Un­auf­ge­reg­te

Ge­fah­ren: Kia Op­ti­ma Sports­wa­gon

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Kfzwelt - Von Lothar Haus­feld

Wer in Deutsch­land in der Mit­tel­klas­se wahr­ge­nom­men wer­den will, braucht ein Kom­bi­mo­dell – und selbst das ist an­ge­sichts der Mar­ken­do­mi­nanz der deut­schen Her­stel­ler kein Er­folgs­ga­rant. Sie­he Kia: Die Ko­rea­ner ha­ben neu­er­dings mit dem Op­ti­ma Sports­wa­gon ei­nen schi­cken Heck­la­der im An­ge­bot – der aber in den ers­ten vier Mo­na­ten des Jah­res kaum re­le­van­te Ver­kaufs­zah­len zu­stan­de brach­te. Im Test: der 141PS-Die­sel mit Dop­pel­kupp­lungs­ge­trie­be.

Grau­er All­tag: Ex-Au­diDe­si­gner Pe­ter Schrey­er führt seit Jah­ren bei Kia ver­ant­wort­lich den Zei­chen­stift, und auch der Op­ti­ma ist un­ter sei­ner Ägi­de ein hüb­scher Ver­tre­ter ge­wor­den. Oben­drein punk­tet der Kom­bi mit ech­tem Nutz­wert: Auch in der zwei­ten Rei­he sitzt man mit or­dent­li­cher Bein­frei­heit, der Kof­fer­raum schluckt zwi­schen 552 und 1686 Li­ter.

Ins Blaue fah­ren: Das gro­ße Pan­ora­ma-Glas­dach (790 Eu­ro) lässt viel Licht in den In­nen­raum, so dass die Grund­stim­mung ent­spannt ist. Soll­te sie auch sein, denn die Kom­bi­na­ti­on 1,7-Li­terDie­sel mit 141 PS und Dop­pel­kupp­lungs­ge­trie­be ist nicht für Cho­le­ri­ker ge­eig­net: Wer es ei­lig hat, den bremst die An­triebs­kom­bi­na­ti­on aus. Dar­an ge­wöhnt man sich als ent­spann­ter Fah­rer schnell – man muss ja nicht durch die Kur­ven pre­schen wie ein Renn­fah­rer oder per­ma­nent die lin­ke Au­to­bahn­spur ok­ku­pie­ren. Wo­bei die Langstre­cke ein gu­tes Pflas­ter für den Op­ti­ma ist – bei Tem­po 130 glei­tet man un­be­ein­druckt von Hek­tik und Hatz da­hin.

Grü­ne Wel­le: Das Star­tS­topp-Sys­tem ar­bei­tet zu­ver­läs­sig, zu den 4,6 Li­tern auf dem Prüf­stand kom­men den­noch im All­tag min­des­tens ein­ein­halb Li­ter da­zu.

Ro­sa Bril­le: Asia­ti­sche Cock­pit-De­si­gner tref­fen häu­fig nicht den deut­schen Ge­schmack – im Op­ti­ma fin­det sich auch Hans Mus­ter­mann so­fort zu­recht. Ein Mus­ter an Funk­tio­na­li­tät und sch­lich­ter Be­dien­bar­keit, auch das mit reich­lich Tas­ten be­leg­te Lenk­rad – un­ten ab­ge­flacht und im Au­diT­rimm – trägt zur gu­ten Be­die­nungs­lau­ne bei.

Ro­tes Tuch: Das sport­li­che De­sign kos­tet wie so häu­fig heut­zu­ta­ge Über­sicht­lich­keit: Die nach hin­ten im­mer klei­ner wer­den­den Fens­ter be­hin­dern beim Blick nach schräg hin­ten recht mas­siv.

Schwarz auf weiß: Der güns­tigs­te Die­sel kos­tet 28290 Eu­ro; der Test­wa­gen mit al­lem, was die Preis­lis­te her­gibt, lan­det bei 43 110 Eu­ro. Im Ver­gleich zur deut­schen Kon­kur­renz in Sa­chen Preis-Leis­tung güns­tig. Aber un­auf­ge­regt will der durch­schnitt­li­che deut­sche Mit­tel­klas­se­kom­bi­fah­rer an­schei­nend nicht un­ter­wegs sein.

Fo­tos: Kia

Kein Mau­er­blüm­chen: Das De­sign des Kia Op­ti­ma Sports­wa­gon ge­fällt von vorn bis hin­ten.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.