He­ja BVB – bis zu 250 000 Fans fei­ern DFB-Po­kal­sie­ger in Dort­mund

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Vorderseite - H.pistorius@noz.de

Was für ein Emp­fang! Bis zu 250000 Fans ha­ben die DFB-Po­kal­sie­ger von Bo­rus­sia Dort­mund am Sonn­tag rau­schend be­grüßt. Meh­re­re Zehn­tau­send BVB-An­hän­ger stan­den an den neur­al­gi­schen Punk­ten am Bor­sig­platz, Hansa­platz und Frie­dens­platz. Auch an der ge­sam­ten Wegstre­cke des Trucks, auf dem die Spie­ler durch Dort­mund fuh­ren, ju­bel­ten zahl­rei­che Fans ih­ren Hel­den zu. Der BVB hat­te am Sams­tag­abend in Berlin durch ei­nen 2:1-Sieg ge­gen den Bun­des­li­ga-Ri­va­len Ein­tracht Frankfurt zum vier­ten Mal den Po­kal ge­won­nen. Ge­trübt wur­de die Freu­de durch die neu­er­li­che Kreuz­band-Ver­let­zung von Na­tio­nal­spie­ler Marco Reus. Fo­to: dpa

Die Pfiffe ge­gen He­le­ne Fi­scher ha­ben ein Gu­tes: Die De­bat­te über die Ins­ze­nie­run­gen des Rah­men­pro­gramms bei gro­ßen Fuß­ball­spie­len hat – ei­ne Wo­che nach dem zu Recht scharf kri­ti­sier­ten Auf­tritt von Anas­ta­cia in München – Fahrt auf­ge­nom­men.

Mit Pomp und Pa­thos, mit Glit­zer und Gla­mour lud der DFB am Sams­tag ei­ne Ver­an­stal­tung auf, die das gar nicht nö­tig hat. Der Fuß­ball kann sich und sei­nen Fans selbst ge­nug sein – zu­mal dann, wenn es ei­nen klas­si­schen Po­kal­fight zwi­schen Von Ha­rald Pistorius

Fa­vo­rit und Au­ßen­sei­ter gibt wie in die­sem Jahr.

Ka­ta­ri­na Witt als gla­mou­rö­se Po­kal-Bot­schaf­te­rin trägt die Tro­phäe wie ei­nen Hei­li­gen Gral ins Sta­di­on, die Fi­scher tritt als Halb­zeit-Act auf, dann die bis ins kleins­te De­tail durch­or­ga­ni­sier­te Sie­ger­eh­rung, die zu al­lem Über­fluss von bom­bas­ti­scher Mu­sik un­ter­legt wur­de, an­statt die Akus­tik den BVB-Fans zu über­las­sen – das ist vie­len zu viel, zu ste­ril. Des­halb gal­ten die Pfiffe nicht nur der Sän­ge­rin, son­dern auch dem DFB.

Der muss sich auch Ge­dan­ken dar­über ma­chen, war­um Zehn­tau­sen­de von Ein­tracht- und Bo­rus­sia-An­hän­gern un­mit­tel­bar vor Be­ginn des Spiels im an­hal­ten­den Wech­sel­ge­sang den aus­rich­ten­den Ver­band als „Scheiß DFB“und „Fuß­ball­ma­fia DFB“schmäh­ten.

Dass ei­ni­ge Fehl­ge­lei­te­te das un­ter das irr­sin­ni­ge Mot­to „Krieg dem DFB“stel­len, wie es auf Trans­pa­ren­ten zu le­sen war, be­las­tet ei­ne of­fe­ne Dis­kus­si­on eben­so wie die mas­si­ven Py­ro-Pro­vo­ka­tio­nen.

Es knirscht mal wie­der mäch­tig im Ver­hält­nis zwi­schen den Fans und den Funk­tio­nä­ren, schon seit Mo­na­ten. Die Pha­se des kon­tro­ver­sen, aber kon­struk­ti­ven Dia­logs ist ab­ge­löst wor­den von Kon­fron­ta­ti­on und Kon­flikt. Und von ei­ner Kluft, die min­des­tens so tief ist wie die zwi­schen Tu­chel und Watz­ke.

Aber viel wich­ti­ger.

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