Dia­ne Kru­ger bes­te Schau­spie­le­rin

Deut­sche auf Film­fes­ti­val in Can­nes ge­ehrt

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Vorderseite -

CAN­NES. Dia­ne Kru­ger ist ges­tern Abend beim 70. Film­fes­ti­val in Can­nes mit dem Preis als bes­te Schau­spie­le­rin aus­ge­zeich­net wor­den. Die 40-jäh­ri­ge Deut­sche wur­de für ih­re Leis­tung in Fa­tih Akins NSU-Dra­ma „Aus dem Nichts“ge­ehrt. Das Werk er­zählt von ei­nem Bom­ben­an­schlag, bei dem ein Tür­ke und sein klei­ner Sohn ster­ben. Zu­rück bleibt die Ehe­frau und Mut­ter.

Die Gol­de­ne Pal­me geht an die schwe­di­sche Ge­sell­schafts­sa­ti­re „The Squa­re“von Ru­ben Öst­lund. Es ist der ers­te Haupt­preis für Schwe­den. Mit dem Gro­ßen Preis der Ju­ry, der zweit­wich­tigs­ten Aus­zeich­nung des Fes­ti­vals, wur­de das Aids-Dra­ma „120 bat­te­ments par mi­nu­te“des Fran­zo­sen Ro­bin Cam­pil­lo ge­wür­digt.

Sicht­lich ge­rührt steht Dia­ne Kru­ger auf der Büh­ne. Beim Filmfest in Süd­frank­reich ge­winnt sie die Aus­zeich­nung als bes­te Schau­spie­le­rin. Und die Gol­de­ne Pal­me geht über­ra­schend an ei­ne schwe­di­sche Sa­ti­re.

CAN­NES. Rie­sen-Er­folg für den deut­schen Film in Can­nes: Dia­ne Kru­ger hat am Sonn­tag­abend beim Fes­ti­val in Süd­frank­reich den Preis als bes­te Schau­spie­le­rin ge­won­nen. Die 40-Jäh­ri­ge wur­de für ih­re über­ra­gen­de Leis­tung in Fa­tih Akins NSU-Dra­ma „Aus dem Nichts“aus­ge­zeich­net. Sicht­lich ge­rührt nahm die in Nie­der­sach­sen ge­bo­re­ne Kru­ger die Tro­phäe ent­ge­gen. Es ist der ers­te Preis für ei­ne deut­sche Haupt­dar­stel­le­rin seit 1986. Da­mals ge­wann Bar­ba­ra Su­ko­wa für Mar­ga­re­the von Trot­tas „Ro­sa Lu­xem­burg“.

Die Gol­de­ne Pal­me für den bes­ten Film ging über­ra­schend an die bis­si­ge Ge­sell­schafts­sa­ti­re „The Squa­re“des Schwe­den Ru­ben Öst­lund. Im Mit­tel­punkt steht ein Mu­se­ums­ku­ra­tor, der sich selbst welt­of­fen gibt – dann aber zu­neh­mend als bi­gott und ma­ch­o­haft ent­larvt wird. Das Werk wird so zu ei­ner span­nen­den Ab­hand­lung über Ver­trau­en, ge­sell­schaft­li­che

Wer­te und Dop­pel­mo­ral. Es ist die ers­te Gol­de­ne Pal­me für Schwe­den. Voll­kom­men über­rascht zeigt sich Öst­lund von der Aus­zeich­nung: „Oh mein Gott, oh mein Gott“, rief der Fil­me­ma­cher .

Über­haupt wur­den für Can­nes un­ge­wöhn­lich vie­le Fil­me mit po­li­ti­schem In­halt aus­ge­zeich­net: Der Gro­ße Preis der Ju­ry – die zweit­wich­tigs­te

Aus­zeich­nung der Film­fest­spie­le – ging an das be­rüh­ren­de Werk „120 bat­te­ments par mi­nu­te“. Der französische Re­gis­seur Ro­bin Cam­pil­lo er­zählt da­rin von Aids-Ak­ti­vis­ten zu Be­ginn der 1990er-Jah­re, die un­ter Prä­si­dent François Mit­ter­rand um Auf­klä­rung und le­bens­not­wen­di­ge Me­di­ka­men­te kämp­fen – ein Plä­doy­er

für Ak­zep­tanz und gleich­be­rech­tig­tes Mit­ein­an­der.

Au­ßer­dem wur­den zwei wei­te­re Frau­en aus­ge­zeich­net. Für die bes­te Re­gie ver­gab die Ju­ry un­ter Vor­sitz des Spa­ni­ers Pe­dro Al­mo­dóvar den Preis an die US-Ame­ri­ka­ne­rin So­fia Cop­po­la für ihr Me­lo­dra­ma „Die Ver­führ­ten“zur Zeit des US-Bür­ger­kriegs. Für den Thril­ler „You We­re

Ne­ver Re­al­ly He­re“gab es gleich zwei Tro­phä­en: Re­gis­seu­rin Lyn­ne Ram­say wur­de für das bes­te Dreh­buch ge­ehrt, ihr Haupt­dar­stel­ler Jo­aquin Pho­enix als bes­ter Schauspieler.

Es war ein Fes­ti­val mit star­ker deutsch­spra­chi­ger Prä­senz: Im Wett­be­werb hat­ten Fa­tih Akin und der Ös­ter­rei­cher Micha­el Ha­n­eke um

die Prei­se kon­kur­riert, und in ei­ner Ne­ben­rei­he zeig­te Valeska Gri­se­bach ihr Werk „Wes­tern“. Dar­über hin­aus ge­hör­te die Re­gis­seu­rin Ma­ren Ade („To­ni Erd­mann“) zur in­ter­na­tio­na­len Ju­ry.

Preis­ver­lei­hun­gen, Kri­ti­ken und In­ter­views fin­den Sie im In­ter­net auf noz.de/kul­tur.

Dia­ne Kru­ger Fo­to: AFP

Fotos: AFP (2), dpa

Mit den Haupt­prei­sen be­dacht: der französische Re­gis­seur Ro­bin Cam­pil­lo (links, mit Ju­ry-Mit­glied Ag­nes Jaoui), der schwe­di­sche Re­gis­seur Ru­ben Öst­lund (Mit­te) und als bes­te Schau­spie­le­rin die Deut­sche Dia­ne Kru­ger, die kurz nach der Be­kannt­ga­be den Re­gis­seur Fa­tih Akin um­armt.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.