Kri­sen­zen­trum be­fasst sich mit Russ­lan­daf­fä­re

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik -

Von Tho­mas Sei­bert

Je­den Tag ein neu­er Skan­dal – so kann das nicht wei­ter­ge­hen, sa­gen sich Do­nald Trump und sei­ne Be­ra­ter nach der Rück­kehr des US-Prä­si­den­ten von sei­ner ers­ten Aus­lands­rei­se. Im Wei­ßen Haus soll des­halb ein Kri­sen­zen­trum ein­ge­rich­tet wer­den, das sich mit den im­mer neu­en Vor­wür­fen im Russ­land-Skan­dal be­fasst. In de­ren Mit­tel­punkt rückt im­mer stär­ker Trumps Schwie­ger­sohn Ja­red Kush­ner.

Laut „Washington Post“und „New York Ti­mes“hat­te er sich im De­zem­ber beim rus­si­schen Bot­schaf­ter in den USA, Ser­gej Kisljak, ge­mel­det. Der Be­ra­ter des Prä­si­den­ten reg­te dem­nach ge­hei­me Ge­sprä­che mit­hil­fe der ge­si­cher­ten In­for­ma­ti­ons­ka­nä­le der rus­si­schen Di­plo­ma­ten nach Mos­kau an. Da­mit ha­be Kush­ner die Kontakte vor Ab­hör­ak­tio­nen der ei­ge­nen Ge­heim­diens­te schützen wol­len.

Der ge­hei­me Ka­nal wur­de nie ein­ge­rich­tet, doch die Ent­hül­lung bringt Trumps Re­gie­rung noch mehr in die Bre­douil­le. US-Ge­heim­diens­te er­fuh­ren von dem Plan, als sie Kisljaks Be­ra­tun­gen mit Mos­kau über das The­ma ab­fin­gen – was vor­her­seh­bar war: Kush­ner han­del­te al­so mit ekla­tan­ter Ama­teur­haf­tig­keit. Sei­ne Bit­te an den rus­si­schen Bot­schaf­ter ver­stärkt den Ver­dacht, dass es dunk­le Ver­bin­dun­gen zwi­schen dem Trump-Team und Russ­land gibt.

Im Wei­ßen Haus ar­bei­ten Trumps Mit­ar­bei­ter mit hoch be­zahl­ten An­wäl­ten des Mil­li­ar­därs an ei­ner Ge­gen­stra­te­gie. Das ge­plan­te Kri­sen­zen­trum soll die Ant­wor­ten der Re­gie­rung zum Russ­land-Skan­dal an die Öf­fent­lich­keit ko­or­di­nie­ren. Da­mit wä­re der Rest der Ad­mi­nis­tra­ti­on in der La­ge, sich wie­der mehr um Sachthe­men wie die Steu­er- oder Ge­sund­heits­po­li­tik zu küm­mern. Zu­dem ist von ei­ner Neu­ord­nung des Um­gangs der Re­gie­rung mit den Me­di­en die Re­de. Dem­nach soll die Rol­le des an­ge­schla­ge­nen Prä­si­di­al­amts­spre­chers Se­an Spi­cer ab­ge­wer­tet wer­den.

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