Schlach­tung träch­ti­ger Rin­der: Mey­er will Ver­bots­ge­setz stop­pen

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Wirtschaft - Von Dirk Fis­ser

Nie­der­sach­sens Land­wirt­schafts­mi­nis­ter Chris­ti­an Mey­er (Grü­ne) will ein Ge­setz der Bun­des­re­gie­rung zum Schlacht­ver­bot träch­ti­ger Rin­der im Bun­des­rat stop­pen. Der Vor­sit­zen­de der Agrar­mi­nis­ter­kon­fe­renz sag­te im Ge­spräch mit un­se­rer Re­dak­ti­on: „Bun­des­mi­nis­ter Schmidt macht mit sei­nem Ge­setz­ent­wurf ei­ne Hin­ter­tür auf, die für er­heb­li­ches Tier­leid in Schlacht­hö­fen sor­gen könn­te. Das geht nicht.“

Mey­er kri­ti­sier­te, dass der Ge­set­zes­text Aus­nah­men für träch­ti­ge Rin­der de­fi­nie­re und Zie­gen und Scha­fe gänz­lich aus­klam­me­re. „Wir wol­len ein Schlacht­ver­bot oh­ne Wenn und Aber für träch­ti­ge Rin­der, Scha­fe und Zie­gen“, sag­te der Grü­nen-Po­li­ti­ker. Er will nun er­rei­chen, dass der Ver­mitt­lungs­aus­schuss an­ge­ru­fen und hier nach­ver­han­delt wird. Den Bun­des­tag hat­te der Ge­setz­ent­wurf vor ei­ni­gen Ta­gen mit den Stim­men von CDU, SPD und Lin­ken pas­siert. Ster­ben träch­ti­ge Rin­der im Schlacht­hof, er­sti­cken die un­ge­bo­re­nen Käl­ber im Mut­ter­leib. Wie häu­fig das pas­siert, ist un­klar.

Mey­er ver­wies dar­auf, dass es in ei­ni­gen Bun­des­län­dern wie Nie­der­sach­sen Selbst­ver­pflich­tun­gen der Bran­che ge­be, die wei­ter­gin­gen als der Ge­setz­ent­wurf aus Berlin. „Das zeigt doch, dass es geht. Es ist voll­kom­men un­ver­ständ­lich, war­um der Bun­des­mi­nis­ter da­hin­ter zu­rück­fällt und zu­las­sen will, dass wei­ter­hin un­ge­bo­re­ne Tie­re qual­voll im Mut­ter­leib er­sti­cken.“Mey­er will dar­über hin­aus er­rei­chen, dass ein kom­plet­tes Ver­bot der Pelz­tier­pro­duk­ti­on in Deutsch­land ge­setz­lich fest­ge­legt wird. Der Ent­wurf der Bun­des­re­gie­rung sieht hier le­dig­lich hö­he­re Hal­tungs­stan­dards für die Tie­re vor.

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