Zwi­schen Traum und Trau­ma

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Nordwest - K.wie­sche­mey­er@noz.de

Die FDP ist wie­der da. In Schles­wig-Holstein und Nord­rhein-West­fa­len so­wie­so. Und glaubt man den Um­fra­gen, sind die Wie­der­ein­kehr in den Bun­des­tag und ei­ne Re­gie­rungs­be­tei­li­gung in Nie­der­sach­sen 2018 in greif­ba­re Nä­he ge­rückt.

Das weckt schon jetzt Be­gehr­lich­kei­ten: An­ge­sichts chro­ni­scher Um­fra­ge­schwä­che ent­deckt die rot-grü­ne Lan­des­re­gie­rung im­mer mehr Ge­mein­sam­kei­ten mit Von Klaus Wie­sche­mey­er

ei­nem mög­li­chen Part­ner in ei­ner Am­pel­ko­ali­ti­on. Und die CDU stellt klar, dass Schwarz und Gelb zu­sam­men­ge­hö­ren.

Die­se macht­tak­ti­schen Spiel­chen kön­nen die Li­be­ra­len über­haupt nicht ge­brau­chen: Die neue FDP muss bis zur Bun­des­tags­wahl klar­ma­chen, dass sie je­nen Macht­hun­ger über­wun­den hat, der sie in das Wahl­de­ba­kel von 2013 führ­te. Das Trau­ma der für die FDP fa­ta­len Ko­ali­ti­on mit der Bun­des-CDU wirkt nach. Kehrt auch nur der Ein­druck zu­rück, dass sich Li­be­ra­le zu­guns­ten von Pos­ten und Di­enst­wa­gen er­neut über den Tisch zie­hen las­sen, ist die Par­tei er­le­digt. In­so­fern sind die Li­be­ra­len auch nur be­dingt froh, dass es in Düsseldorf auf den schwarz-gel­ben Re­gie­rungs­klas­si­ker hin­aus­läuft. Denn ko­alie­ren heißt auch: mit Kom­pro­mis­sen ei­ge­ne Po­si­tio­nen auf­ge­ben. Das FDP-Trau­ma im Bund hat des­halb das Zeug, die rot-grü­nen Träu­me ei­ner Am­pel in Nie­der­sach­sen zu­nich­te­zu­ma­chen. Auch wenn man in­halt­lich Ge­mein­sam­kei­ten hat.

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