Zum Glück ver­spä­tet

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrück -

Till ist pünkt­lich – bis auf wirk­lich ganz we­ni­ge und be­grün­de­te Aus­nah­men. No­to­risch Ver­spä­te­te, die mit die­ser Un­tu­gend auch noch ko­ket­tie­ren, ge­hen ihm ge­wal­tig auf die Ner­ven. In ei­ne ähn­li­che Ka­te­go­rie ge­hö­ren Arzt­ter­mi­ne, die lang­fris­tig ver­ein­bart sind und im War­te­zim­mer dann wie ei­ne Luft­bu­chung er­schei­nen. Ganz ge­wiss gibt es für der­lei Ver­zö­ge­run­gen gu­te Grün­de und nicht ein­mal an­satz­wei­se ei­nen bö­sen Wil­len als Ur­sa­che. An War­te­zei­ten von bis zu ei­ner Drei­vier­tel­stun­de hat sich Till ja schon ge­wöhnt, wenn er ins Kino geht für ei­nen Film, der an­geb­lich um 20.15 Uhr an­fan­gen soll. Prü­gel­kna­be in Sa­chen Pünkt­lich­keit ist die Deut­sche Bahn. Wo­bei so ein Pau­schal­vor­wurf ja im­mer ge­mein und rich­tig un­ge­recht ist. Aber manch­mal kann die Be­fürch­tung ei­ner Zug­ver­spä­tung auch in ei­ne Hoff­nung um­schla­gen. Wie kürz­lich, als Till – na­tür­lich völ­lig un­ver­schul­det – auf dem Weg zum Bahn­hof fast 20 Mi­nu­ten län­ger brauch­te als ge­plant. Den Zug hat er dann doch noch auf den letz­ten Drü­cker be­kom­men. Was für ein Glück, dass die Bahn nicht im­mer pünkt­lich ist.

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