Viel mehr als Lo­gos er­stel­len und Wer­be­pla­ka­te dru­cken

Stu­den­ten be­su­chen Os­na­brü­cker Wer­be­agen­tur „Die Eta­gen“

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrück - Durch die Agen­tur „Die Eta­gen“.

OS­NA­BRÜCK. Wie ar­bei­tet man heut­zu­ta­ge ei­gent­lich in ei­ner Wer­be­agen­tur? Drei Os­na­brü­cker Stu­den­ten sind nun der Ein­la­dung der Wirt­schafts­för­de­rungs­ge­sell­schaf­ten von Stadt und Land­kreis Os­na­brück (WFO und Wi­gos) ge­folgt und ha­ben sich die Agen­tur „Die Eta­gen“in der Na­tru­per Stra­ße von in­nen an­ge­se­hen.

Der Be­such war Teil der „Ca­re­er­tour“, bei der WFO und Wi­gos Stu­den­ten in ver­schie­de­ne Un­ter­neh­men in Stadt und Land­kreis ein­la­den, da­mit sie be­reits zu Stu­di­en­zei­ten Kontakte zu po­ten­zi­el­len Ar­beit­ge­bern knüp­fen kön­nen. Ziel ist es nicht nur, die jun­gen Leu­te bei ih­rer Be­rufs­wahl zu un­ter­stüt­zen, son­dern auch, hoch qua­li­fi­zier­te Nach­wuchs­kräf­te nach ih­rem Stu­di­um in der Re­gi­on zu hal­ten.

„Eta­gen“-Ge­schäfts­füh­rer And­ree Jo­sef kam die­ser An­satz ge­ra­de recht: Ge­ra­de für an­ge­hen­de Mit­ar­bei­ter im Be­reich Pro­jekt­ma­nage­ment sei es sehr wich­tig, be­reits zu Stu­di­en­zei­ten Er­fah­run­gen zu sam­meln, be­ton­te der Fach­mann. Denn Pro­jekt­ma­nage­ment ler­ne man in ers­ter Li­nie durch die Pra­xis. Ob ei­nem die­se ko­or­di­nie­ren­de Tä­tig­keit an der Schnitt­stel­le zwi­schen Agen­tur und Kun­den liegt oder nicht, kön­ne man be­reits wäh­rend des Stu­di­ums her­aus­fin­den.

Der kon­kre­te Stu­di­en­gang ist in die­sem Kon­text üb­ri­gens eher zweit­ran­gig: So gibt es bei den „Eta­gen“ei­nen stu­dier­ten Mu­si­ker, der mitt­ler­wei­le zum Senior-Pro­jekt­ma­na­ger auf­ge­stie­gen ist – und And­ree Jo­sef selbst ist von Hau­se aus ei­gent­lich Phy­si­ker.

Sehr zen­tral ist der Stu­di­en­gang hin­ge­gen bei Pro­gram­mie­rern, die der­zeit üb­ri­gens Ge­schäfts­füh­rer And­ree Jo­sef nicht nur bei den „Eta­gen“hän­de­rin­gend ge­sucht wer­den. Quer­ein­stei­ger sind in die­sem Be­reich eher nicht an­zu­tref­fen.

Alex­an­der Büs­sing, Lars Merkt und Va­le­riia Svar­kovs­ka, die drei Stu­den­ten, die nun bei den „Eta­gen“vor­bei­schau­ten, kom­men aus völ­lig ver­schie­de­nen Be­rei­chen der Hoch­schu­le und Uni Os­na­brück. Der ei­ne ist be­reits Gym­na­si­al­leh­rer, der ei­nen Dok­tor­ti­tel im Be­reich Bio­lo­gie an­strebt, der an­de­re kommt aus dem Mas­ter­stu­di­en­gang Fahr­zeug­tech­nik. Und Va­le­riia Svar­kovs­ka, die ih­ren Ba­che­lor in der Ukrai­ne ge­macht hat und nun In­ter­na­tio­nal Bu­si­ness Ma­na­gent an der Hoch­schu­le stu­diert, woll­te sich ein­fach mal an­se­hen, wel­che Be­rei­che ei­ne Wer­be­agen­tur heut­zu­ta­ge ab­deckt.

Dies sind tat­säch­lich so ei­ni­ge. Ein­fach nur Lo­gos bas­teln, Web­sei­ten bau­en und Pla­ka­te dru­cken – das war ein­mal. Als die Ge­schäfts­füh­rer And­ree Jo­sef und Pe­ter Ber­la­ge das Trio durch die Räu­me der Agen­tur füh­ren, be­kom­men sie im Sou­ter­rain zum Bei­spiel ei­nen Raum für Vir­tu­al-Rea­li­ty-Tech­nik (VRTech­nik) zu se­hen, die un­ter an­de­rem für die Pro­duk­ti­on von Kun­den­vi­de­os ein­ge­setzt wird. Die Pro­gram­mie­rer zwei Räu­me wei­ter bau­en Web­sei­ten, aber auch in­di­vi­du­el­le Kun­den­lö­sun­gen wie PC-Pro­gram­me, die dann in der Zu­sam­men­ar­beit mit Ge­schäfts­part­nern ge­nutzt wer­den. „Werbung“scheint da kaum noch der rich­ti­ge Be­griff zu sein. Nicht um­sonst wird in der Bran­che selbst heu­te oft von Agen­tu­ren für vi­su­el­le oder di­gi­ta­le Kom­mu­ni­ka­ti­on ge­spro­chen.

Lars Merkt hat­te sich für den In­for­ma­ti­ons­be­such bei den „Eta­gen“ent­schie­den, da er sich für die tech­ni­sche Aus­rich­tung der Agen­tur im Kon­text der VR-Tech­nik in­ter­es­siert. Für Va­le­riia Svar­kovs­ka war es span­nend zu se­hen, wie Or­ga­ni­sa­ti­ons­tech­ni­ken im Agen­turall­tag zum Ein­satz kom­men, die sie schon im Stu­di­um ken­nen­ge­lernt hat – wie zum Bei­spiel die Kan­ban-Ta­fel, ei­ne Me­tho­de zur Ver­bes­se­rung von Pro­duk­ti­ons­ab­läu­fen.

Zwei­fel der drei Stu­den­ten, sie wür­den für den ei­nen oder an­de­ren Be­reich aus ih­rem Stu­di­um nicht ge­nü­gend Fach­wis­sen mit­brin­gen, räum­te Pe­ter Ber­la­ge aus dem Weg: „Es ist nie so, dass man fer­tig hier an­kommt.“Die An­for­de­run­gen ei­nes Ar­beits­plat­zes voll­stän­dig zu meis­tern sei im­mer ein Pro­zess, der ei­ni­ge Zeit in An­spruch neh­me.

führ­te die drei Stu­den­ten Fo­to: Stefanie Hiek­mann

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.