Fes­ti­val bringt Le­ben in mor­bi­de Or­te

Mehr als 250 kul­tu­rel­le Ver­an­stal­tun­gen in süd­nie­der­säch­si­schen Fach­werk­städ­ten

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Kultur -

OS­TE­RO­DE. Tür­me, Ge­wöl­be­kel­ler, Hin­ter­hö­fe und ver­las­se­ne, mor­bi­de Or­te wer­den in Süd­nie­der­sach­sen zu Ate­liers und Kon­zert­büh­nen: Im Herbst gibt es dort ein gro­ßes Kul­tur­fes­ti­val an 80 un­ge­wöhn­li­chen Or­ten. Die Fach­werk­städ­te wol­len da­mit mehr Le­ben in ih­re Mau­ern brin­gen.

Die Fach­werk-Städ­te in Süd­nie­der­sach­sen pla­nen ein au­ßer­ge­wöhn­li­ches ge­mein­sa­mes Kunst­fes­ti­val. An mehr als 80 be­son­de­ren Ver­an­stal­tungs­or­ten in Os­te­ro­de, Du­der­stadt, Ein­beck, Hann. Mün­den und Nort­heim fin­den im Herbst gut 250 kul­tu­rel­le Ver­an­stal­tun­gen statt, kün­dig­te In­ten­dant Bern­hard Küh­ne an.

Zwi­schen dem 29. Sep­tem­ber und dem 8. Ok­to­ber wer­den Denk­mä­ler, Tür­me oder Ge­wöl­be­kel­ler, aber auch Hin­ter­hö­fe so­wie ver­las­se­ne und mor­bi­de Or­te zu Ate­liers, Ga­le­ri­en oder Büh­nen für Thea­ter­auf­füh­run­gen und Kon­zer­te. „Ge­mes­sen an der Zahl der Ver­an­stal­tun­gen, wird es das größ­tes kul­tu­rel­le Er­eig­nis in Süd­nie­der­sach­sen“, sag­te Küh­ne. Das Fes­ti­val trägt den Na­men „Denk­mal-Kunst-Kun­stDenk­mal“.

Nach An­ga­ben des Fes­ti­val-In­ten­dan­ten wer­den rund 300 Künst­ler aus dem In- und Aus­land mit­wir­ken. Es gibt Mu­sik, Le­sun­gen, Ka­ba­rett und Thea­ter. An­de­re Künst­ler emp­fan­gen die Be­su­cher mit In­stal­la­tio­nen oder zu Work­shops.

Das Fes­ti­val soll Ein­woh­ner und Gäs­te die Ein­zig­ar­tig­keit der his­to­ri­schen Alt­städ­te er­le­ben las­sen, sag­te Ver­an­stal­ter Bernd De­man­dt, der in frü­he­ren Jah­ren be­reits klei­ne­re Vor­läu­fer des Fes­ti­vals in Hann. Mün­den or­ga­ni­sier­te.

Die Auf­merk­sam­keit der Gäs­te soll auch auf bis­lang un­sa­nier­te und un­ge­nutz­te Bau­denk­mä­ler ge­lenkt wer­den. Das Kul­tur­er­eig­nis soll so Im­pul­se für die Be­kämp­fung des Leer­stan­des in den Alt­städ­ten ge­ben und da­zu bei­tra­gen, den wei­te­ren Ver­fall oder den Ab­riss ge­schicht­li­cher Bau­sub­stanz zu ver­hin­dern.

Os­te­ro­des Bür­ger­meis­ter Klaus Be­cker (par­tei­los) freut sich, dass das Fes­ti­val die Städ­te in Süd­nie­der­sach­sen zu­sam­men­wach­sen lässt. Al­lei­ne ha­be kei­ne der Kom­mu­nen die Chan­ce, ein sol­ches Groß­er­eig­nis zu stem­men und so vie­le Künst­ler an­zu­lo­cken. Das Fes­ti­val wer­de auch durch das En­ga­ge­ment vie­ler Bürger ge­prägt, die et­wa eh­ren­amt­lich als Mu­se­umso­der Aus­stel­lungs­füh­rer da­bei sei­en.

Ein­beck, Hann. Mün­den, Nort­heim, Du­der­stadt und Os­te­ro­de ha­ben sich zu ei­nem „Fach­werk-Fünf­eck“zu­sam­men­ge­tan, um mehr Gäs­te in ih­re mit­tel­al­ter­li­chen In­nen­städ­te zu lo­cken. Zu­letzt re­gis­trier­ten die Städ­te zu­sam­men et­wa 414 000 Über­nach­tun­gen pro Jahr in Ho­tels und gut 70 000 wei­te­re Über­nach­tun­gen in Fe­ri­en­woh­nun­gen.

Der Etat des Fes­ti­vals liegt bei rund 600000 Eu­ro. Ein Groß­teil die­ses Be­tra­ges wird durch Spon­so­ren und vor­aus­sicht­lich Ein­tritts­gel­der ge­deckt. So för­dert das Bun­des­bau­mi­nis­te­ri­um (BMUB) das in­no­va­ti­ve Pro­jekt bis zum Ju­ni 2017. „Wir sind aber noch auf der Su­che nach wei­te­ren För­de­rern“, sag­te der In­ten­dant.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.