Markt­schwär­mer ha­ben noch we­nig Käu­fer

Er­zeug­nis­se aus der Re­gi­on on­li­ne be­stel­len und persönlich ab­ho­len – Tag der of­fe­nen Tür im Ju­ni

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Region -

Land­wirt­schaft­li­che Pro­duk­te on­li­ne be­stel­len und ein­mal pro Wo­che die Wa­re di­rekt vom Er­zeu­ger persönlich ent­ge­gen­neh­men. „Markt­schwär­mer“heißt die­se Idee des vir­tu­el­len Wo­chen­mark­tes, die im No­vem­ber 2016 in Os­na­brück an den Start ge­gan­gen ist.

Von Ha­rald Preu­in

OS­NA­BRÜCK. Vier Er­zeu­ger sind mit 35 re­gio­na­len Pro­duk­ten da­bei. Das zar­te Pf­länz­chen hat die Win­ter­zeit zwar über­stan­den, aber von ge­sun­dem Wachs­tum ist die Idee noch ent­fernt. Bei der Pre­mie­re im No­vem­ber 2016 wa­ren zehn Er­zeu­ger ver­tre­ten. Doch nun soll wei­ter mit gu­ten Ar­gu­men­ten „ge­düngt“wer­den, schließ­lich geht es um re­gio­na­le Pro­duk­te, die vom Er­zeu­ger ge­lie­fert wer­den.

Gast­ge­ber nennt sich Win­fried Ha­n­ekamp, Or­ga­ni­sa­tor des Ver­teil­mark­tes, der im­mer diens­tags von 16.30 bis 18.30 Uhr im Zoo­ein­gang (Klaus-Strick-Weg 10) statt­fin­det. Die un­ter der Wo­che on­li­ne be­stell­te Wa­re kann dann ab­ge­holt wer­den. Be­zahlt ist sie dann schon, so wie es üb­lich ist im On­li­neHan­del, mit der Ga­ran­tie der Aus­lie­fe­rung.

Ha­n­ekamp, selbst Markt­be­schi­cker auf Wo­chen­märk­ten in Os­na­brück und Ge­orgs­ma­ri­en­hüt­te, hat sich vom Charme der bun­des­wei­ten Markt­schwär­mer-Be­we­gung ein­fan­gen las­sen: „Kei­ne Lust mehr auf Obst und Ge­mü­se du­bio­ser Her­kunft aus dem Su­per­markt und Tier­pro­duk­te mit un­ge­wis­ser Auf­zucht und Trans­port­we­gen rund um den Glo­bus? Vie­le ver­schie­de­ne und qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ge Le­bens­mit­tel wer­den qua­si di­rekt vor der ei­ge­nen Na­se an­ge­baut und pro­du­ziert, ganz gleich, ob es sich da­bei um fri­sches Ge­mü­se, Obst, Fleisch, Eier, Milch­pro­duk­te, Brot, Ho­nig oder Mar­me­la­de han­delt. Man fin­det al­les hier um die Ecke.“

10 bis 15 Be­stel­lun­gen

Der 53-jäh­ri­ge Gast­ge­ber ist ein we­nig zwie­ge­spal­ten, wenn er die wach­sen­de Zahl po­ten­zi­el­ler Käu­fer, die sich oh­ne Kos­ten oder Ab­nah­me­ver­pflich­tung als Mit­glie­der re­gis­trie­ren las­sen kön­nen, mit der Zahl der Käu­fer ver­gleicht. 349 Mit­glie­der ha­ben sich zur Markt­schwär­me­rei be­kannt, doch nur fünf Pro­zent von ih­nen ha­ben bis­lang tat­säch­lich et­was ge­kauft. An­ders her­um gesagt: Pro Wo­che gin­gen bei den be­tei­lig­ten Er­zeu­gern zwi­schen 10 und 15 Be­stel­lun­gen ein. Zu we­nig, um auf den grü­nen Zweig zu kom­men, be­son­ders wenn die Er­zeu­ger zur Ver­tei­lung auch noch lan­ge An­fahrts­we­ge in Kauf neh­men.

„Das rech­net sich ein­fach nicht“, hör­te man aus dem Er­zeu­ger­kreis, der sich im

No­vem­ber 2016 auf ei­nen „lan­gen Atem“ein­ge­schwo­ren hat. Ha­n­ekamp: „Wenn sich je­des Mit­glied nur ein­mal mo­nat­lich mit sei­nem Le­bens­mit­tel­be­darf ein­de­cken wür­de, kä­me Be­we­gung in die Sa­che.“

So setzt er auf den Mul­ti­pli­ka­tor­ef­fekt, trom­melt für die Idee der re­gio­na­len Ver­mark­tung, die in vie­len deut­schen Städ­ten ei­nen ge­sun­den Zu­lauf hat. Schließ­lich ge­he es auch um Ge­nuss, sagt Ha­n­ekamp: „Un­se­re

Mit­glie­der kau­fen regional und fair ein – aber eben auch le­cker.“

Da Werbung in den so­zia­len Netz­wer­ken zwar Mit­glie­der für das Markt­kon­zept ge­bracht hat, aber nur we­ni­ge Käu­fer, soll der Tag der of­fe­nen Tür am Sonn­tag, 11. Ju­ni, zur aus­ge­dehn­ten Prä­sen­ta­ti­on ge­nutzt wer­den. Neue Er­zeu­ger ste­hen auf der Lis­te. Sie wol­len dau­er­haft die Mög­lich­keit nut­zen, ih­re Wa­ren regional ab­zu­set­zen. Mit da­bei sind ein

Gal­lo­way­hof, ein Ob­st­an­bau­er, ei­ne Hof­kä­se­rei, ei­ne Mar­me­la­den­ma­nu­fak­tur so­wie ein Bier­brau­er mit hand­werk­lich pro­du­zier­ten Ge­trän­ken. Na­tür­lich wer­den Spar­gel und Erd­bee­ren an­ge­bo­ten, ne­ben den ers­ten jun­gen Kar­tof­feln aus der Re­gi­on und Ge­mü­se, Räu­cher­fisch, Brot und Ku­chen so­wie Brot­back­mi­schun­gen und Mehl aus hei­mi­schem Din­kel­ge­trei­de.

Da das Markt­schwär­merKon­zept der Ver­mark­tung

via In­ter­net in vie­len Städ­ten funk­tio­niert, kön­ne die nied­ri­ge Kauf­quo­te dar­an nicht lie­gen. Ha­n­ekamp ist als ge­bo­re­ner Op­ti­mist da­von über­zeugt, dass das Event im Ju­ni am Zoo­ein­gang mit Ver­kos­tun­gen al­ler Art der Durch­bruch wird: „Mein per­sön­li­ches Ziel ist, im Herbst 2017 die 1000-Mit­glie­der­mar­ke zu er­rei­chen.“

Mehr aus der re­gio­na­len Land­wirt­schaft auf www.noz.de/stall­ge­ruch

Fo­to: Ha­rald Preu­in

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