Vor­tei­le für al­le Be­tei­lig­ten

Dia­ko­nie zieht po­si­ti­ve Bi­lanz nach ei­nem Jahr Be­ra­tungs­zen­trum an der Stet­ti­ner Stra­ße

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Region -

TECK­LEN­BUR­GER LAND. Vor gut ei­nem Jahr sind die Be­ra­tungs­an­ge­bo­te des Dia­ko­ni­schen Wer­kes im Kir­chen­kreis Teck­len­burg an der Stet­ti­ner Stra­ße 25 in Len­ge­rich zu­sam­men­ge­fasst wor­den. Vor­her wa­ren die ein­zel­nen An­ge­bo­te wie ein Fli­cken­tep­pich über die Stadt ver­teilt. Der Um­zug hat sich nach An­ga­ben der Ver­ant­wort­li­chen be­währt.

„Ab­tei­lungs­über­grei­fend kön­nen neue Ide­en schnel­ler ein­ge­bracht wer­den, Prä­ven­ti­on ist jetzt über­grei­fend mög­lich“, nennt Fried­rich Thoss die Vor­tei­le der Zen­tra­li­sie­rung. Die­se wür­den nicht nur für die Mit­ar­bei­ter grei­fen, son­dern auch für die Kli­en­ten, ist der Lei­ter des auch für Wes­ter­kap­peln und Lot­te zu­stän­di­gen Be­ra­tungs­zen­trums über­zeugt.

„Wir kön­nen auf kur­zen We­gen Kol­le­gin­nen oder Kol­le­gen an­de­rer Ab­tei­lun­gen hin­zu­zie­hen, wenn sich das in ei­nem Be­ra­tungs­ge­spräch er­gibt“, be­schreibt Gi­se­la Frie­de das prak­ti­sche Vor­ge­hen. Ganz wich­tig: Auch dann gilt die Schwei­ge­pflicht. Erst nach Zu­stim­mung des Kli­en­ten darf ei­ne Kol­le­gin hin­zu­ge­zo­gen wer­den.

Zu­dem sind Schnitt­stel­len schnel­ler zu er­ken­nen. Fried­rich Thoss nennt ein Bei­spiel: Bei ei­ner Schwan­ger­schaft könn­te es pas­sie­ren, dass ei­ne Schwan­ge­re Al­ko­hol kon­su­miert in ei­ner Pha­se, in der sie noch nichts von dem her­an­wach­sen­den Le­ben in ih­rem Kör­per weiß. Nicht nur dann kön­ne das Be­ra­tungs­zen­trum über­grei­fen­de Hil­fe­an­ge­bo­te bie­ten.

Deut­lich po­si­tiv hat sich der Um­zug an die Stet­ti­ner Stra­ße 25 für das „Ca­fé mit Aus­sicht“der Be­ra­tungs­stel­le Sucht aus­ge­wirkt. „Un­se­re Kli­en­tel muss nicht mehr über Trep­pen in die drit­te Eta­ge hoch“, nennt Heinrich Ah­lers-Kre­mer, Lei­ter die­ser Be­ra­tungs­stel­le, ei­nen ganz prak­ti­schen Grund. Das Be­ra­tungs­zen­trum ist bar­rie­re­frei.

Po­si­ti­ve Rück­mel­dun­gen ha­be es auch von den Selbst­hil­fe­grup­pen ge­ge­ben, spinnt Fried­rich Thoss den Fa­den wei­ter. Auch de­nen kön­ne die Dia­ko­nie mehr Platz an­bie­ten für de­ren Tref­fen. „Die­se Grup­pen sind für un­se­re Ar­beit ganz wich­tig, weil sie die Be­glei­tung nach ei­ner The­ra­pie oder Be­hand­lung an­bie­ten.“

Su­chen jetzt mehr Men­schen Un­ter­stüt­zung im Be­ra­tungs­zen­trum? Ei­ne ein­deu­ti­ge Ant­wort gibt es nicht, weil die­se Zah­len schon frü­her nicht er­mit­telt wor­den sind. „Un­ver­än­dert hoch“, be­schreibt Heinrich Ah­lers-Kre­mer die Aus­las­tung der Sucht­be­ra­tung. Wo­bei rund 85 Pro­zent der Hil­fe­su­chen­den ein Al­ko­hol­pro­blem ha­ben. Das The­ma In­ter­net-Sucht neh­me zu, „ist aber noch nicht in den Köp­fen an­ge­kom­men, ge­ra­de was die Aus­wir­kun­gen be­trifft.“

Deut­lich ge­stie­gen ist der Zu­lauf in der Schwan­ger­schafts­kon­flikt­be­ra­tung. „Das liegt aber dar­an, dass wir da­mit erst im ver­gan­ge­nen Jahr an­ge­fan­gen ha­ben“, schränkt Fried­rich Thoss ein. Ge­fühlt, da sind sich die drei ei­nig, hat die Kon­zen­tra­ti­on der Be­ra­tungs­an­ge­bo­te an der Stet­ti­ner Stra­ße nur po­si­ti­ve Aus­wir­kun­gen für al­le Be­tei­lig­ten mit sich ge­bracht.

Das Be­ra­tungs­zen­trum lädt am Frei­tag, 23. Ju­ni, von 14 bis 17 Uhr zu ei­nem Tag der of­fe­nen Tür ein – un­ter an­de­rem mit fol­gen­den Ak­tio­nen: Kaf­fee und Ku­chen, Hüpf­burg, Kin­der­schmin­ken, ge­mein­sa­mes Mu­si­zie­ren,

Schnul­ler-Schätz­wett­be­werb, Mal­wett­be­werb für vier­te Klas­sen, Rausch­bril­len-Par­cours, al­ko­hol­freie Cock­tail­bar, Glücks­rad, In­fo­mo­bil der Deut­schen Ver­kehrs­wacht mit Re­ak­ti­ons­und Seh­test.

Fo­to: Micha­el Baar

Un­ter ei­nem Dach sind die Be­ra­tungs­an­ge­bo­te des Dia­ko­ni­schen Wer­kes im ehe­ma­li­gen Ge­sund­heits­amt Len­ge­rich un­ter­ge­bracht. Po­si­tiv fin­den das Gi­se­la Frie­de, Heinrich Ah­lers-Kre­mer und Fried­rich Thoss (von links).

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