„USA sind sehr, sehr wich­tig“

DIHK-Chef: Mer­kels Wor­te kei­ne Ab­kehr von en­ger Be­zie­hung

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Vorderseite - Von Bea­te Ten­fel­de

Der Deut­sche In­dus­trie­und Han­dels­kam­mer­tag (DIHK) hat die „sehr, sehr wich­ti­ge Rol­le“der USA für Deutsch­land und die EU un­ter­stri­chen. „Die USA sind un­ser größ­ter Ex­port­kun­de. Wir kau­fen und ver­kau­fen für mehr als 150 Mil­li­ar­den Eu­ro im Jahr Di­enst­leis­tun­gen und Pro­duk­te im US-Ge­schäft“, be­ton­te DIHK-Prä­si­dent Eric Schweit­zer im Ge­spräch mit un­se­rer Re­dak­ti­on.

Er warn­te vor „über­zo­ge­ner In­ter­pre­ta­ti­on“der Aus­sa­gen von Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU) nach dem G-7-Gip­fel. Wenn sie mehr Ei­gen­stän­dig­keit Eu­ro­pas ver­lan­ge, ha­be dies nichts mit ei­ner Ab­kehr

von den Ver­ei­nig­ten Staa­ten zu tun. „Die Kanz­le­rin hat nur die ak­tu­el­le Si­tua­ti­on be­schrie­ben“, so Schweit­zer mit Blick auf die Er­klä­rung Mer­kels vom Sonn­tag, wo­nach die „Zei­ten, in de­nen wir uns auf an­de­re völ­lig ver­las­sen konn­ten“, vor­bei sei­en.

Der DIHK-Prä­si­dent be­schrieb das trans­at­lan­ti­sche Ver­hält­nis mit den Wor­ten: „Wir sind wirt­schaft­lich wie Zwillinge mit den USA, aber eben nicht mehr wie ein­ei­ige Zwillinge.“Die EU sei die größ­te Volks­wirt­schaft der Welt. „Wir müs­sen mehr Kräf­te dar­auf ver­wen­den, dass Eu­ro­pa stär­ker wird“, sag­te er.

Mer­kels Wor­te wa­ren in­ter­na­tio­nal auf gro­ßes Echo ge­sto­ßen und in den USA teils als Wendepunkt der Be­zie­hun­gen in­ter­pre­tiert wor­den. Re­gie­rungs­spre­cher Stef­fen Sei­bert ver­si­cher­te am Mon­tag, die Kanz­le­rin sei „ei­ne zu­tiefst über­zeug­te Trans­at­lan­ti­ke­rin“. Deutsch­land wer­de auch wei­ter da­ran ar­bei­ten, die­se Be­zie­hun­gen zu stär­ken, so Sei­bert. Ge­ra­de des­we­gen sei es aber „rich­tig, Dif­fe­ren­zen auch ehr­lich zu be­nen­nen“.

Eric Schweit­zer Fo­to: dpa

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