Stu­die: Fle­xi­bles Ar­bei­ten bringt mehr Frau­en in Chef­eta­gen

Initia­ti­ve for­dert Um­den­ken in Un­ter­neh­men – „12 Pro­zent zu­sätz­li­ches Wachs­tum durch hö­he­re Chan­cen­gleich­heit“

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik -

Die deut­sche Wirtschaft lässt ei­ner neu­en Stu­die zu­fol­ge gro­ßes Po­ten­zi­al un­ge­nutzt, weil deut­lich we­ni­ger Frau­en als Män­ner er­werbs­tä­tig sind. Durch ei­ne hö­he­re Chan­cen­ge­rech­tig­keit kön­ne bis 2025 ein zu­sätz­li­ches Wachs­tum von 12 Pro­zent oder 422 Mil­li­ar­den Eu­ro er­zielt wer­den, heißt in ei­nem Report der Initia­ti­ve „Chef­sa­che“. Sie setzt sich für ein aus­ge­gli­che­nes Ver­hält­nis von Män­nern und Frau­en in Füh­rungs­po­si­tio­nen ein.

„Das ist ei­ne öko­no­mi­sche Grö­ße, von der ich sa­gen wür­de: Es kann sich kein Land er­lau­ben, dar­auf zu ver­zich­ten“, sag­te Ja­ni­na Ku­gel, Per­so­nal­vor­stand der Sie­mens AG, am Mon­tag bei der Vor­stel­lung des Be­richts. Ob­wohl Frau­en gut die Hälf­te der Be­völ­ke­rung aus­ma­chen, tra­gen sie nur mit 38 Pro­zent zum Brut­to­in­lands­pro­dukt bei. Um ei­ne Gleich­be­rech­ti­gung zu er­rei­chen, müss­ten Frau­en laut der Stu­die häu­fi­ger in be­son­ders pro­duk­ti­ven Sek­to­ren wie dem ver­ar­bei­ten­den Ge­wer­be oder der Fi­nanz­bran­che ar­bei­ten.

Be­son­ders groß ist der Nach­hol­be­darf laut der Initia­ti­ve in Füh­rungs­po­si­tio­nen: Wäh­rend die weib­li­che Er­werbs­quo­te ins­ge­samt stei­ge, ha­be die­ser Trend die Chef­eta­gen der deut­schen Un­ter­neh­men sta­tis­tisch noch nicht er­reicht. „Ein über­kom­me­nes Füh­rungs­ver­ständ­nis und über­kom­me­ne Vor­stel­lun­gen von Kar­rie­re stel­len ei­ne we­sent­li­che Hür­de dar“, er­klär­te Bern­hard Beck, Per­so­nal­vor­stand des Ener­gie­ver­sor­gers EnBW.

Um das zu än­dern, for­dert die Initia­ti­ve ein Um­den­ken deut­scher Un­ter­neh­men. Sie wirbt für fle­xi­bles Ar­bei­ten auch in Füh­rungs­po­si­tio­nen. Da­zu ge­hör­ten mo­bi­les Ar­bei­ten et­wa von zu Hau­se aus, re­du­zier­te Voll­zeit mit 30 bis 34 Ar­beits­stun­den pro Wo­che und Job­sha­ring, bei dem sich zwei Voll­zeit­kräf­te ei­ne Stel­le tei­len.

Wich­tig sei die Ent­wick­lung weg von ei­ner Prä­senz­zu ei­ner Er­geb­nis­kul­tur in­ner­halb des Un­ter­neh­mens, so die Initia­ti­ve, zu der 21 Or­ga­ni­sa­tio­nen aus Wirtschaft, öf­fent­li­chem Sek­tor, Wis­sen­schaft und Me­di­en ge­hö­ren. Bei ei­ner Er­geb­nis­kul­tur wird von den Mit­ar­bei­tern nicht er­war­tet, wäh­rend ei­ner Ker­nar­beits­zeit an­we­send zu sein – be­wer­tet wird le­dig­lich das Ge­leis­te­te.

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