„Frau­en be­kom­men we­ni­ger Geld als Män­ner für die glei­che Ar­beit“

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik -

Frau­en ver­die­nen we­ni­ger als Män­ner – die­se Nach­richt er­scheint re­gel­mä­ßig, wenn es um das The­ma Ge­schlech­ter und Ar­beit geht. Sie trifft auch zu. Von ei­nem Skan­dal kann aber kei­ne Re­de sein, auch dann nicht, wenn die Lü­cke wie so häu­fig auf Eng­lisch als „Gen­der Pay Gap“da­her­kommt. Ers­tens schließt sich die Sche­re seit Jah­ren. Der Ab­stand geht in dem Ma­ße zu­rück, in dem der An­teil von Frau­en am Er­werbs­le­ben steigt. Da­mit ist, zwei­tens, auch er­klärt, wor­an der größ­te Teil des Un­ter­schieds liegt. Frau­en ver­die­nen vor al­lem des­halb we­ni­ger als Män­ner, weil sie häu­fi­ger in Teil­zeit ar­bei­ten, sich Be­ru­fe mit un­ter­durch­schnitt­li­chem Ver­dienst aus­su­chen oder we­ni­ger be­zahl­te Über­stun­den ab­sol­vie­ren. Au­ßer­dem spielt es ei­ne Rol­le, dass Frau­en sel­te­ner in Füh­rungs­po­si­tio­nen tä­tig sind. Aber steckt im­mer und au­to­ma­tisch Be­nach­tei­li­gung da­hin­ter, oder ist es heu­te in al­ler Re­gel nicht selbst ge­wollt? Mehr Spaß bei der Ar­beit, we­ni­ger Stress, mehr Frei­raum, mehr Zeit für die Fa­mi­lie – sind das kei­ne er­stre­bens­wer­ten Zie­le? Be­ruf­li­che Er­fül­lung auf Geld zu re­du­zie­ren er­scheint je­den­falls ziem­lich ein­sei­tig. Fakt ist: Die 20 Pro­zent Un­ter­schied, die manch­mal be­haup­tet wer­den, schrump­fen nach meh­re­ren deut­schen und Schwei­zer Stu­di­en auf 2 zu­sam­men, wenn man nur auf den An­teil der Ent­loh­nung blickt, der nicht sach­lich er­klär­bar ist. Wer sich am üb­ri­gen An­teil stört, darf nicht die Wirtschaft kri­ti­sie­ren, Frau­en zu we­nig zu be­zah­len. Er müss­te viel­mehr vie­le Frau­en kri­ti­sie­ren, dass sie so le­ben, wie sie wol­len. ew

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