Ma­cron droht in Sy­ri­en mit Ver­gel­tung

Frank­reichs Prä­si­dent legt ro­te Li­nie fest – Tref­fen mit Pu­tin in küh­ler At­mo­sphä­re

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik -

Frank­reichs neu­er Staats­chef Em­ma­nu­el Ma­cron hat vor dem Ein­satz von Che­mie­waf­fen im Bür­ger­kriegs­land Sy­ri­en ge­warnt. Das sei ei­ne „ro­te Li­nie“, de­ren Über­schrei­tung Ver­gel­tungs­maß­nah­men und ei­ne un­ver­züg­li­che Ant­wort Frank­reichs nach sich zö­ge, sag­te Ma­cron am Mon­tag in Ver­sailles bei Pa­ris. Dort traf sich der fran­zö­si­sche Prä­si­dent erst­mals mit sei­nem rus­si­schen Amts­kol­le­gen Wla­di­mir Pu­tin.

An­fang April wa­ren bei ei­nem mut­maß­li­chen An­griff mit Gift­gas auf die Stadt Chan Schei­chun mehr als 80 Men­schen ge­stor­ben. Die USA und an­de­re west­li­che Re­gie­run­gen mach­ten da­für die sy­ri­sche Luft­waf­fe ver­ant­wort­lich. Sy­ri­en wies die Schuld da­ge­gen von sich.

Das Ge­spräch mit dem Kreml­chef dau­er­te län­ger als ur­sprüng­lich er­war­tet. „Dia­log und An­spruch“, schrieb Ma­cron auf dem Kurz­nach­rich­ten­dienst Twit­ter mit Blick auf das heik­le Tref­fen. Der Emp­fang im Kö­nigs­schloss von Ver­sailles sei ein „star­kes Si­gnal“ge­we­sen, um den Rang des rus­si­schen Prä­si­den­ten zu un­ter­strei­chen, sag­ten Kom­men­ta­to­ren.

Im Kampf ge­gen die Ter­ror­mi­liz Is­la­mi­scher Staat (IS) könn­te die Part­ner­schaft mit Mos­kau ge­stärkt wer­den,

sag­te Ma­cron. Pu­tin rief sei­ner­seits Frank­reich zum ge­mein­sa­men Kampf ge­gen den Ter­ro­ris­mus auf. Er ha­be Ma­cron vor­ge­schla­gen, ei­ne Ar­beits­grup­pe zu grün­den, die sich in Mos­kau und Pa­ris tref­fe. Zugleich stärk­te Pu­tin in­di­rekt sei­nem en­gen Ver­bün­de­ten Sy­ri­en den Rü­cken. „Es ist un­mög­lich, ge­gen die Ter­ror­ge­fahr zu kämp­fen, in­dem man die Staat­lich­keit in Län­dern zer­stört, die oh­ne­hin schon un­ter in­nen­po­li­ti­schen Pro­ble­men lei­den.“

Frank­reich und Russ­land stre­ben laut Ma­cron im Frie­dens­pro­zess für die kri­sen­ge­schüt­tel­te Ukrai­ne ein bal­di­ges Tref­fen im so­ge­nann­ten Nor­man­die-For­mat an. In die­ser Grup­pe sind auch Deutsch­land und die Ukrai­ne ver­tre­ten. Es ge­be den Wil­len, im Rah­men der Frie­dens­ver­ein­ba­rung von Minsk zu ei­ner Dee­s­ka­la­ti­on zu kom­men, sag­te Ma­cron.

Pu­tin recht­fer­tig­te den Emp­fang für die rech­te Prä­si­dent­schafts­kan­di­da­tin Ma­ri­ne Le Pen im Kreml kurz vor der Wahl. Das sei kei­ne Ein­fluss­nah­me ge­we­sen. Le Pens Ein­tre­ten für den Er­halt na­tio­na­ler Iden­ti­tä­ten in Eu­ro­pa ha­be sei­ne Be­rech­ti­gung. Der Kreml­chef sag­te, es sei nicht be­wie­sen, dass rus­si­sche Ha­cker ver­sucht hät­ten, die Wahl in Frank­reich zu be­ein­flus­sen. Des­halb ge­be es da­zu nichts zu kom­men­tie­ren.

Die ak­tu­el­le La­ge im Sy­ri­en-Kon­flikt auf noz.de/the­men/sy­ri­en

Fo­to: AFP

Zwei Prä­si­den­ten, vie­le Dif­fe­ren­zen: Em­ma­nu­el Ma­cron (links) und Wla­di­mir Pu­tin bei ih­rem Tref­fen in Ver­sailles.

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