Kei­ne ech­ten Freun­de

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik - Von Ma­ri­on Trim­born m.trim­born@noz.de

Sie wa­ren schon mal bes­ser, die fran­zö­sisch-rus­si­schen Be­zie­hun­gen. Als im Jahr 1900 der rus­si­sche Zar Alex­an­der III. nach Pa­ris zur Welt­aus­stel­lung kam, er­öff­ne­te er ei­ne Brü­cke, die bis heu­te sei­nen Na­men trägt. Bei­de Staa­ten ver­bün­de­ten sich da­mals ge­gen das er­star­ken­de Kai­ser­reich. In den 1960er-Jah­ren ver­such­te Charles de Gaul­le, ei­ne ei­ge­ne Ost­po­li­tik zur So­wjet­uni­on auf­zu­bau­en, um sich von den USA zu dis­tan­zie­ren. Die Bei­spie­le zei­gen: Das Ver­hält­nis zwi­schen Pa­ris und Mos­kau war in der Ge-

schich­te im­mer dann gut, wenn die Län­der von Deutsch­land, Eu­ro­pa oder Ame­ri­ka ent­täuscht wa­ren und sich ab­wand­ten.

Das ist der­zeit aber nicht der Fall. Frank­reich ist fest in Eu­ro­pa ein­ge­bun­den, das hat der Wahl­sieg von Prä­si­dent Ma­cron, ei­nem aus­ge­spro­che­nen Pro-Eu­ro­pä­er, ge­zeigt – wäh­rend der rus­si­sche Prä­si­dent Pu­tin Eu­ro­pa schwä­chen möch­te. Zu­letzt gab es vie­le Span­nun­gen, et­wa im Wahl­kampf we­gen der mut­maß­lich rus­si­schen Cy­ber­at­ta­cken auf Ma­crons Be­we­gung.

Der fran­zö­si­sche Prä­si­dent nimmt kein Blatt vor den Mund, er kri­ti­siert hef­tig das rus­si­sche Ein­grei­fen in Sy­ri­en und der Ukrai­ne so­wie die rus­si­schen Me­di­en. Es gibt nur ei­nen klei­nen ge­mein­sa­men Nen­ner bei­der Län­der, das ist der Kampf ge­gen den Ter­ro­ris­mus. An­sons­ten sind sich Frank­reich und Russ­land fremd wie sel­ten.

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