Berlin soll im Krach um Wöl­fe auf­klä­ren

CDU sieht die Dei­che in Ge­fahr

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Nordwest - Von Klaus Wie­sche­mey­er

Im Streit um den rich­ti­gen Um­gang mit den nach Nie­der­sach­sen zu­rück­ge­kehr­ten Wöl­fen will der Land­tag am 28. Au­gust die Ex­per­ti­se des Bun­des­um­welt­mi­nis­te­ri­ums ein­ho­len. Dies be­schloss der Um­welt­aus­schuss des Land­tags auf An­trag des CDU-Ab­ge­ord­ne­ten Ernst-In­golf An­ger­mann.

An­ger­mann will vom Bund wis­sen, war­um Sach­sen den streng ge­schütz­ten Wolf ins dor­ti­ge Jagd­recht auf­ge­nom­men hat, dies in Nie­der­sach­sen aber il­le­gal sein soll. Zu­dem geht es um die Fra­ge, ab wel­cher Grö­ße der Bund die hie­si­ge Po­pu­la­ti­on als nicht mehr ge­fähr­det an­sieht und da­mit den Schutz­sta­tus senkt. Das Wolfs­mo­ni­to­ring geht von ei­nem drei­stel­li­gen Be­stand in Nie­der­sach­sen aus, Ten­denz stei­gend.

Ab­schüs­se ge­for­dert

Der Land­tag strei­tet seit Mo­na­ten um den Wolf: CDU und FDP sind für die vor­sorg­li­che Auf­nah­me des Tiers ins Jagd­ge­setz und mehr Ab­schüs­se von Pro­blem­tie­ren. Die FDP for­dert dies bei Wöl­fen, die mensch­li­chen Be­hau­sun­gen nä­her als 300 Me­ter kom­men oder min­des­tens zwei­mal Nutz­tie­re rei­ßen. Die CDU schlägt den Ab­schuss ein­zel­ner Jung­wöl­fe vor. Mitt­ler­wei­le sei so­gar der Hoch­was­ser­schutz ge­fähr­det, warnt Frak­ti­ons­chef Björn Thüm­ler. Die für die Deich­pfle­ge wich­ti­gen Scha­fe sei­en den bis an die See vor­ge­drun­ge­nen Wöl­fen schutz­los aus­ge­lie­fert. Her­den­schutz­hun­de sei­en we­gen ih­res ag­gres­si­ven Ver­hal­tens ge­gen­über Tou­ris­ten oft kei­ne Lö­sung.

Der Grü­nen-Ab­ge­ord­ne­te Hans-Joa­chim Jan­ßen warf der Op­po­si­ti­on Po­pu­lis­mus vor. Der FDP-An­trag sei rechts­wid­rig, er wür­de zu­dem zum Er­lö­schen der Po­pu­la­ti­on im Land füh­ren. „Das wer­den wir nicht mit­ma­chen“, kün­dig­te Jan­ßen an. Der SPD-Ab­ge­ord­ne­te Mar­cus Bos­se warb um mehr Ge­sprä­che mit der EU, dem Bund und an­de­ren Bun­des­län­dern. Auch müs­se es mehr Geld für Be­trof­fe­ne von Nutz­tier­ris­sen ge­ben. Ei­ne Ge­set­zes­ver­schär­fung lehnt Bos­se ab. „Die Ent­nah­me ei­nes auf­fäl­li­gen Tie­res ist schon jetzt mög­lich“, sag­te er mit Blick auf den 2016 er­schos­se­nen Wolf Kur­ti.

CDU und FDP war­ben um ei­nen Kurs­wech­sel der SPD. Sie se­hen bei ein­zel­nen Ab­ge­ord­ne­ten schon Ab­setz­be­we­gun­gen zur Ko­ali­ti­ons­li­nie: So hat­te der Cux­lan­der SPDMann Uwe Sant­jer kürz­lich er­klärt, an­ge­sichts der ak­tu­el­len Ent­wick­lung „muss ge­han­delt wer­den“. Wenn Wöl­fe oh­ne Scheu durch Wohn­sied­lun­gen lie­fen, „ist von ei­nem fried­li­chen Mit­ein­an­der nicht mehr aus­zu­ge­hen“, er­klär­te Sant­jer.

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