Schlap­pe für Le­bens­ver­si­che­rer

Ge­richt: An­bie­ter müs­sen Kun­den über Über­schuss­be­tei­li­gung in­for­mie­ren

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Wirtschaft -

Le­bens­ver­si­che­rer müs­sen ih­re Kun­den nach ei­nem Ur­teil des Land­ge­richts Frank­furt de­tail­liert über ei­nen wich­ti­gen Teil der Ver­zin­sung – die Über­schuss­be­tei­li­gung – in­for­mie­ren. In dem jähr­li­chen Schrei­ben an die Kun­den über den Wert der Po­li­cen müs­sen die Über­schussan­tei­le und/oder dar­in ga­ran­tier­te Teil­be­trä­ge ge­son­dert aus­ge­wie­sen wer­den, wie ein Ge­richts­spre­cher am Mon­tag auf An­fra­ge er­läu­ter­te. Ge­klagt hat­te die Ver­brau­cher­zen­tra­le Ham­burg. Das Ur­teil ist noch nicht rechts­kräf­tig (Az. 2-06 O 375/16).

Die lau­fen­de Ver­zin­sung klas­si­scher Le­bens- und Ren­ten­ver­si­che­run­gen setzt sich aus der Über­schuss­be­tei­li­gung und dem Ga­ran­tie­zins zu­sam­men. Die Ver­si­che­rer set­zen die Über­schuss­be­tei­li­gung je­des Jahr je nach Wirt­schafts­la­ge und An­la­ge­stra­te­gie neu fest.

Laut Ge­setz hät­ten Ver­brau­cher ei­nen An­spruch dar­auf, „all­jähr­lich ei­ne In­for­ma­ti­on über den Stand der Über­schuss­be­tei­li­gung zu er­hal­ten“, er­läu­ter­te San­dra Klug, Lei­te­rin des für Ver­si­che­run­gen zu­stän­di­gen Ham­bur­ger Markt­wäch­terTeams. Im ver­gan­ge­nen Jahr hat­ten die Markt­wäch­ter 68 so­ge­nann­te Stand­mit­tei­lun­gen von klas­si­schen Ka­pi­tal­le­bens­ver­si­che­run­gen un­ter die Lu­pe ge­nom­men. Ein Vier­tel ent­hielt dem­nach nicht voll­stän­dig die vor­ge­schrie­be­nen An­ga­ben.

Ex­em­pla­risch klag­ten die Ver­brau­cher­schüt­zer ge­gen die Al­te Leip­zi­ger. Die For­de­rung der Ver­brau­cher­zen­tra­le, auch die Ent­wick­lung der Über­schussan­tei­le der letz­ten Jah­re dar­zu­stel­len, wies das Ge­richt ab.

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