„Un­ser Ziel ist, Me­dail­len zu ho­len“

Deut­sche Spie­ler star­ten heu­te in die Tisch­ten­nis-Welt­meis­ter­schaft – Roß­kopf: Sind sehr gut vor­be­rei­tet

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Sport -

Die Tisch­ten­nis-WM in Düs­sel­dorf hat be­gon­nen, am zwei­ten Tag schla­gen auch die meis­ten deut­schen Stars zum ers­ten Mal auf. Be­son­ders im Blick­punkt ste­hen dann zwei deutsch-chi­ne­si­sche Du­os.

Am Di­ens­tag­abend be­ginnt die Heim-WM in Düs­sel­dorf auch für die deut­schen Tisch­ten­nis-Stars. Zum Auf­takt ha­ben sich Di­mi­trij Ovt­cha­rov, Ti­mo Boll und Co. am Mon­tag erst ein­mal nur mög­li­che spä­te­re Geg­ner in Dut­zen­den von Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­den an­ge­schaut. Das Dop­pel Ti­mo Boll und Ma Long (Chi­na) oder auch das Mi­xed aus der deut­schen Num­mer eins Pe­t­ris­sa Sol­ja und dem Chi­ne­sen Fang Bo stei­gen aber be­reits am zwei­ten Tag in die Wett­kämp­fe ein.

„Wir wür­den na­tür­lich gern die deut­schen Fah­nen hier am Sams­tag, Sonn­tag oder Mon­tag bei den Sie­ger­eh­run­gen hän­gen se­hen. Un­ser Ziel ist ganz klar, Me­dail­len zu ho­len“, sag­te Män­nerBun­des­trai­ner Jörg Roß­kopf bei ei­ner Pres­se­kon­fe­renz des deut­schen Teams. „Wir ha­ben Top-Spie­ler, des­halb müs­sen wir uns so ho­he Zie­le set­zen. Die Spie­ler sind sehr gut vor­be­rei­tet. Es wird Zeit, dass das Tur­nier los­geht.“

Be­son­ders stres­sig wird der Di­ens­tag­abend für die Welt­rang­lis­ten-14. Pe­t­ris­sa Sol­ja. Sie spielt um 18.30 Uhr zu­nächst mit Fang Bo im Mi­xed und nur ei­ne St­un­de spä­ter an der Sei­te von Sa­bi­ne Win­ter auch im Da­men­Dop­pel. Die Dop­pel-Kon­kur­renz der Her­ren mit den Eu­ro­pa­meis­tern Patrick Fran­zis­ka aus Saar­brü­cken und Jo­na­than Groth aus Dä­ne­mark, dem ein­ge­spiel­ten deut­schen Duo Ru­wen Fi­lus/Ri­car­do Walt­her so­wie der Kom­bi­na­ti­on aus der ehe­ma­li­gen Num­mer eins der Welt (Ti­mo Boll) und der ak­tu­el­len Num­mer eins der Welt (Ma Long) be­ginnt um 20.15 Uhr.

An die­sen An­set­zun­gen wird be­reits das Di­lem­ma ei­ner sol­chen Mam­mut-Ver­an­stal­tung mit ins­ge­samt 608 Teil­neh­mern aus 108 Na­tio­nen deut­lich: Es gibt ein­fach zu we­nig Ti­sche, um al­le ad­äquat trai­nie­ren zu las­sen. So ge­hen Boll und Ma Long am Di­ens­tag oh­ne ge­mein­sa­me Trai­nings­ein­heit in den Wett­be­werb, wäh­rend Sol­ja und Fang Bo im­mer­hin schon zwei­mal zu­sam­men an der Plat­te stan­den.

„Wir ha­ben ges­tern Abend trai­niert und heu­te Mit­tag“, sag­te die 23-Jäh­ri­ge am Mon­tag. „Heu­te lief es deut­lich bes­ser als ges­tern. Viel­leicht war ich ges­tern ein­fach zu ner­vös, weil ich ne­ben ei­nem gro­ßen Na­men wie Fang Bo stand.“Der WM-Zwei­te von 2015 ha­be ihr im­mer­hin „viel Mut zu­ge­spro­chen und mir auch kei­ne Vor­wür­fe ge­macht, wenn ich mal ei­nen Feh­ler ge­macht ha­be. Ich hof­fe aber eh nur, dass mor­gen sei­ne Vor­hand kommt. Das reicht dann schon aus.“

Wer ihr Geg­ner sein wird, muss erst noch in der Qua­li­fi­ka­ti­on er­mit­telt wer­den. Boll und Ma Long wis­sen im­mer­hin schon, dass sie zu­nächst auf die bei­den Un­garn Ta­mas La­ka­tos und Krisz­ti­an Na­gy tref­fen wer­den und dann mög­li­cher­wei­se be­reits in der drit­ten Run­de am Don­ners­tag auf die Top­fa­vo­ri­ten Fan Zhe­dong und Xu Xin aus Chi­na.

„Wir tun gut da­ran, uns erst ein­mal nur auf die ers­te Run­de zu kon­zen­trie­ren und nicht schon auf die drit­te. Wir müs­sen auf­pas­sen auf die­se Geg­ner“, sag­te Boll. Ge­ne­rell geht der 36-Jäh­ri­ge aber zu­ver­sicht­lich in die­se WM. „Ich füh­le mich gut in Form. Deut­lich bes­ser als noch vor ei­nem Jahr bei den Olym­pi­schen Spie­len.“

Da ge­wan­nen die Deut­schen je­weils ei­ne Me­dail­le in den Mann­schafts-Wett­be­wer­ben. „Jetzt ist es an der Zeit, die­se Er­geb­nis­se zu be­stä­ti­gen“, sag­te Richard Prau­se, der Sport­di­rek­tor des Deut­schen Tisch­ten­nis­Bun­des, am Mon­tag. „Ein neu­er olym­pi­scher Zir­kel hat be­gon­nen. Wir ha­ben im­mer noch ein sehr star­kes Team. Aber wir ver­su­chen gleich­zei­tig schon, Spie­ler mit we­ni­ger Er­fah­rung an das Team her­an­zu­füh­ren. Das deut­sche Tisch­ten­nis darf nicht nur an die Jah­re 2016 und 2017 den­ken, son­dern auch an 2020 oder spä­ter.“

Tisch an Tisch: In Düs­sel­dorf hat die Welt­meis­ter­schaft be­gon­nen. Die deut­schen Teil­neh­mer schla­gen an die­sem Di­ens­tag zum ers­ten Mal auf. Fo­to: ima­go/Ma­ri­an­ne Mül­ler

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