Rats­mehr­heit weist Kri­tik am Ge­gen­gut­ach­ten zu­rück

Kanz­lei auch für Cen­ter-In­ves­tor Uni­bail Ro­dam­co tä­tig

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrück -

Die Köl­ner Rechts­an­walts­kanz­lei Lenz und Joh­len, die für die Osnabrücker Re­gen­bo­gen­ko­ali­ti­on ein Gut­ach­ten pro Ne­u­markt-Sper­rung er­stellt hat, hat auch schon für den Cen­ter-In­ves­tor Uni­bail Ro­dam­co ge­ar­bei­tet. Ei­nen Freund­schafts­preis oder sons­ti­ge Ver­qui­ckun­gen ha­be es aber nicht ge­ge­ben, be­to­nen die Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den Frank Hen­ning (SPD) und Micha­el Ha­ge­dorn (Grü­ne) auf An­fra­ge un­se­rer Re­dak­ti­on.

Als ei­nes von meh­re­ren Re­fe­renz­pro­jek­ten führt die Kanz­lei auf ih­rer In­ter­net­sei­te das von Uni­bail Ro­dam­co ge­bau­te Cen­ter „Ruhr Park Bochum“an. Der Bund Osnabrücker Bür­ger (BOB) spricht in ei­ner Pres­se­mit­tei­lung von ei­nem „Ge­fäl­lig­keits­gut­ach­ten der In­ves­to­ren­an­wäl­te“.

3550,96 Eu­ro ha­ben sich SPD, Grü­ne, FDP, Lin­ke und UWG/Pi­ra­ten das Ge­gen­gut­ach­ten kos­ten las­sen, rech­net Frank Hen­ning vor. Die Kos­ten teil­ten sich die Frak­tio­nen un­ter­ein­an­der auf und be­strit­ten sie aus ih­ren Frak­ti­ons­gel­dern. 285 Eu­ro ha­be der St­un­den­satz be­tra­gen, den das Bü­ro er­ho­ben ha­be – ein üb­li­cher Preis. Und der Cen­ter-In­ves­tor Uni­bail Ro­dam­co hat beim neu­en Gut­ach­ten auch nichts da­zu­ge­ge­ben? „Nein!“, so Grü­nen­Frak­ti­ons­chef Micha­el Ha­ge­dorn. „Um Him­mels wil­len!“

Laut Gut­ach­ten ist die Teil­ein­zie­hung des Ne­u­mark­tes, die die Re­gen­bo­gen­frak­tio­nen heu­te in der Ratssitzung be­schlie­ßen wol­len, schon jetzt mög­lich. Das städ­ti­sche Rechts­amt, auf das Ober­bür­ger­meis­ter Wolf­gang Grie­sert (CDU) sich be­ruft, kam zu ei­nem ge­gen­tei­li­gen Er­geb­nis – vor al­lem, da noch nicht fest­steht, wie mit der Zu­satz­be­las­tung auf dem Wall­ring durch Lärm und Schad­stof­fe um­ge­gan­gen wer­den soll.

„So ein re­nom­mier­tes An­walts­bü­ro hat Hun­der­te Man­dan­ten“, sagt Hen­ning, dar­un­ter eben auch Uni­bail Ro­dam­co. „Aber wo ist das Pro­blem?“Die Re­gen­bo­gen­frak­tio­nen hät­ten sich schlau­ge­macht, wer im Be­reich des Pla­nungs­rechts ei­nen gu­ten Ruf ha­be, und sei­en so auf Lenz und Joh­len ge­sto­ßen. Vor ei­nem Jahr be­reits hat­ten sie die Köl­ner Rechts­an­wäl­te zum ers­ten Mal be­auf­tragt, um ge­gen den Ein­spruch Grie­serts zum ers­ten Rats­be­schluss pro Ne­u­markt-Sper­rung vor­zu­ge­hen. Kurz nach der Be­auf­tra­gung ha­be Hen­ning da­mals ge­fragt, ob das Bü­ro auch für Uni­bail Ro­dam­co tä­tig sei, sagt der SPD-Frak­ti­ons­chef, und das ha­be das Bü­ro be­jaht. Ein Pro­blem ha­be er dar­in je­doch nicht ge­se­hen, so Hen­ning.

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