Deut­sche Bü­ro­kra­tie

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrück - Von San­dra Dorn s.dorn@noz.de

Ja, es gibt sie noch, die Sam­mel­un­ter­künf­te für Ge­flüch­te­te in Osnabrück. Seit der An­sturm der Hil­fe­su­chen­den ab­ge­ebbt ist, denkt kaum noch je­mand da­ran. Aber die Men­schen sind da. Und sie war­ten. Über 900 von ih­nen le­ben in Not­un­ter­künf­ten, ver­teilt über das Stadt­ge­biet. Wei­ter­hin kommt das Bun­des­amt für Mi­gra­ti­on und Flücht­lin­ge kaum hin­ter­her, et­li­che Ver­fah­ren zie­hen sich schier end­los hin.

Dass die mehr als 200 ge­flüch­te­ten Su­da­ne­sen am Lim­berg kom­plett ein­ge­zäunt le­ben, ist ein wei­te­res ne­ga­ti­ves Mus­ter­bei­spiel für deut­sche Bü­ro­kra­tie. Wer aus ei­nem Land flüch­tet, in dem er ver­folgt wird, den mu­tet solch ei­ne Un­ter­kunft nicht ge­ra­de ver­trau­en­er­we­ckend an – Ver­kehrs­si­che­rungs­pflicht hin oder her. Auch wenn die Be­woh­ner über ei­nen (na­tür­lich ein­ge­zäun­ten) Ne­ben­ein­gang je­der­zeit ih­re Un­ter­kunft be­tre­ten und ver­las­sen kön­nen: Es hat et­was Klaus­tro­pho­bi­sches.

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