Viel Lob für EMA-Gym­na­si­um

Aber auch im zwei­ten An­lauf kein Haupt­preis beim Deut­schen Schul­preis in Berlin

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrück -

Sie wa­ren mit gro­ßen Hoff­nun­gen nach Berlin ge­reist und muss­ten nun doch ei­ne Ent­täu­schung er­le­ben: Das Ernst-Mo­ritz-Arndt-Gym­na­si­um muss­te sich beim Deut­schen Schul­preis mit ei­nem Trost­preis von 5000 Eu­ro be­gnü­gen – trotz vie­len Lo­bes der Schul­preis­ju­ry im Vor­feld.

Von Diet­mar Krö­ger

BERLIN/OSNABRÜCK. Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel über­reich­te den mit 100 000 Eu­ro do­tier­ten Haupt­preis des von der Ro­bert-Bo­schund der Hei­de­hof-Stif­tung aus­ge­lob­ten Schul­prei­ses an die Eli­sa­beth-Sel­bert-Schu­le aus dem nie­der­säch­si­schen Ha­meln. Fünf wei­te­re Prei­se in Hö­he von je 25 000 Eu­ro gin­gen an die Wald­park­schu­le in Hei­del­berg, das Gym­na­si­um Kirchheim bei München, die Grund­schu­le Borchs­hö­he in Bremen, die Eu­ro­pa­schu­le Born­heim in Nord­rheinWest­fa­len so­wie die Deut­sche Schu­le Rio de Janei­ro.

Die Span­nung, wer denn nun bes­te Schu­le Deutsch­lands ist, wird bei der Preis­ver­ga­be lan­ge hoch ge­hal­ten. Wer bei der Ver­ga­be der fünf 25 000-Eu­ro-Prei­se noch nicht da­bei ist, hat noch die Chan­ce, am En­de den Haupt­preis aus den Hän­den der Kanz­le­rin ent­ge­gen­zu­neh­men. Als das EMA ge­mein­sam mit der Wald­park­schu­le in Hei­del­berg zur Vor­stel­lungs­run­de auf­ge­ru­fen wur­de, Glück­wün­sche gab es für die De­le­ga­ti­on des Ernst-Mo­ritz-Arndt-Gym­na­si­ums in Berlin auch von Nie­der­sach­sens Mi­nis­ter­prä­si­dent Ste­phan Weil (6. v. r.).

ging der Puls bei den Teil­neh­mern der Osnabrücker De­le­ga­ti­on ein biss­chen schnel­ler. Als das EMA in die­ser Run­de leer aus­ging, blieb noch die Hoff­nung auf den Ge­samt­sieg. Lei­der wur­de dar­aus nichts. Zwar ver­bleibt der Preis in Nie­der­sach­sen, aber eben in Ha­meln und nicht in Osnabrück. Im­mer­hin hat­ten die Osnabrücker zwei in­ter­es­san­te Ta­ge in Berlin und nicht nur die Kanz­le­rin live er­lebt und Adel Ta­wil, son­dern sich am Sonn­tag bei ei­nem ge­mein­sa­men Abend al­ler Schu­len auch noch mit Welt­tor­hü­ter Ma­nu­el Neu­er un­ter­hal­ten kön­nen.

EMA-Schul­lei­ter Hart­mut Bruns, der mit ei­ner De­le­ga­ti­on

aus Schü­lern, Leh­rern und El­tern­ver­tre­tern nach Berlin ge­fah­ren war be­ton­te nach der Preis­ver­lei­hung, dass es für sei­ne Schu­le ein gro­ßer Er­folg sei, es zwei­mal un­ter die 15 no­mi­nier­ten Schu­len aus dem ge­sam­ten Bun­des­ge­biet ge­schafft zu ha­ben. Dass es auch in die­sem Jahr nicht für ei­nen der be­gehr­ten ers­ten Plät­ze ge­reicht hat, be­dau­ert Bruns. „Wenn man hier in Berlin sein kann mit den bes­ten Schu­len Deutsch­lands, dann ist das schon ei­ne tol­le Sa­che“, re­la­ti­vier­te er die Ent­täu­schung aber be­reits kurz nach der Preis­ver­lei­hung schon wie­der.

Das EMA ha­be sich nach der letz­ten Be­wer­bung po­si­tiv

wei­ter­ent­wi­ckelt, sagt Schü­ler­spre­che­rin Han­nah Las­sak. Die Preis­ver­lei­hung ma­che deut­lich, dass es sehr vie­le gu­te Schu­len in Deutsch­land ge­be. Und noch ei­nen Ef­fekt des Deut­schen Schul­prei­ses un­ter­streicht Las­sak: „Ich fin­de es toll, dass Schu­len durch die­sen Preis ein­mal wert­ge­schätzt wer­den.“

Im Vor­feld hat­te es von der Schul­preis­ju­ry bei ih­rem zwei­tä­gi­gen Be­such in Osnabrück im Fe­bru­ar viel Lob für das EMA ge­ge­ben. Vor al­lem das von Ver­trau­en ge­präg­te Zu­sam­men­le­ben wur­de aus­drück­lich un­ter­stri­chen. „Er­folg­reich mit­ein­an­der ar­bei­ten“, wie Leh­rer und Schü­ler die Ab­kür­zung EMA in­ter­pre­tie­ren,

ist denn auch ge­leb­tes Mot­to am Ernst-Mo­ritz-Arndt-Gym­na­si­um. Vor al­lem die In­te­gra­ti­on ver­schie­dens­ter Na­tio­na­li­tä­ten in die Schul­ge­mein­schaft sei ei­ne der her­vor­ra­gends­ten Ei­gen­schaf­ten des EMA. Aber auch die Auf­nah­me von Re­al­schü­lern in den Gym­na­si­al­be­trieb wur­de von der Ju­ry her­vor­ge­ho­ben: „Die ehe­ma­li­gen Re­al­schü­ler ge­hen hier ganz un­auf­fäl­lig Rich­tung Abitur, die Un­ter­schie­de zwi­schen den Schü­lern ver­wi­schen – im po­si­ti­ven Sin­ne.“

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