Der Pa­te des Brit­pop

Paul Wel­ler am Sonn­tag im Bie­le­fel­der Rin­glok­schup­pen

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Themen · Tipps · Termine - Von Tho­mas Wüb­ker

Paul Wel­ler gilt als der Pa­te des Brit­pop. Mit sei­nen Bands The Jam und Style Coun­cil setz­te er Maß­stä­be. Am Pfingst­sonn­tag, 4. Ju­ni, kommt er mit sei­nem neu­en, vom Soul ge­präg­ten Al­bum „A Kind of Re­vo­lu­ti­on“in den Rin­glok­schup­pen in Bie­le­feld.

BIE­LE­FELD. Die Ver­bin­dung der Mu­sik der Mods à la The Who oder The Kinks mit dem frü­hen Punk und Mo­town-Soul war das Er­folgs­re­zept von The Jam. Paul Wel­ler war der Kopf des Tri­os. Er kom­po­nier­te die meis­ten Lie­der und gab auch die At­ti­tü­de und das mo­di­sche Aus­se­hen der Band vor.

Wel­ler trug da­mals schon die Po­lo­hem­den von Fred Per­ry, die er dann spä­ter selbst ent­warf. Auch für die Mo­de­mar­ke des be­freun­de­ten Ex-Oa­sis-Sän­gers Li­am Gal­lag­her, Pret­ty Gre­en, ent­warf er ei­ne Kol­lek­ti­on.

Das Kern­ge­schäft von Paul Wel­ler ist aber die Mu­sik. Und da­für wird er im Ver­ei­nig­ten Kö­nig­reich ver­ehrt, aber auch ver­ach­tet. Doch das ist ihm egal. 2006 wur­de er bei den Brit Awards, dem eng­li­schen Pen­dant zum deut­schen Mu­sik­preis Echo, für sei­ne „Out­stan­ding Cont­ri­bu­ti­on to Bri­tish Mu­sic“ge­ehrt. Der Preis

gilt als die höchs­te Aus­zeich­nung, die die bri­ti­sche Plat­ten­in­dus­trie ver­ge­ben kann. Sol­che Wei­hen sind dem schnodd­ri­gen Wel­ler zwar gleich­gül­tig, aber sie zei­gen sei­ne Be­deu­tung für die bri­ti­sche Pop-Mu­sik.

Sei­ne Zu­kunfts­plä­ne drück­te der 59-Jäh­ri­ge in ei­nem In­ter­view kürz­lich so

aus: „Noch et­was Mu­sik ma­chen, al­so im­mer wie­der das, was ich ken­ne. Dar­über hin­aus ha­be ich kei­ne Am­bi­tio­nen.“Auch auf sei­nem neu­en Al­bum klingt Wel­ler, wie man ihn kennt. Da ist der Ti­tel „A Kind of Re­vo­lu­ti­on“aus mu­si­ka­li­scher Sicht si­cher iro­nisch zu ver­ste­hen. Der Hö­rer be­kommt von Wel­ler viel

Nort­hern Soul, Pop und et­was Rock ser­viert.

Der ewi­ge Mod bleibt aber sei­ner po­li­ti­schen Li­nie treu. In den 1980er-Jah­ren grün­de­te er mit Bil­ly Bragg das Pro­jekt „Red Wedge“, des­sen Ziel es war, Ju­gend­li­che für so­zi­al­de­mo­kra­ti­sche Po­li­tik und po­li­ti­sches En­ga­ge­ment zu in­ter­es­sie­ren. Nun setzt sich Wel­ler in Zei­ten von Br­ex­it und Trump für mehr Lie­be ein. Sei­ne Mu­sik ist das pas­sen­de In­stru­ment, um sei­ne Bot­schaft zu trans­por­tie­ren. Vi­va Paul Wel­ler!

Paul Wel­ler, Rin­glok­schup­pen, Bie­le­feld, So., 4. 6., 20 Uhr, Ein­tritt: 43,50 Eu­ro, Tel. 05 21/5 57 38 80.

Sei­ne Art der Re­vo­lu­ti­on prä­sen­tiert Paul Wel­ler am Sonn­tag in Bie­le­feld. Fo­to: dpa

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