Die gan­ze Fa­mi­lie lei­det

Ess­stö­run­gen: Ex­per­ten be­ant­wor­ten Don­ners­tag Le­ser­fra­gen

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrück -

In der NOZ-Te­le­fon­ak­ti­on am Don­ners­tag, 1. Ju­ni, geht es um das The­ma Ess­stö­run­gen. Von 15 bis 16 Uhr wer­den Le­ser­fra­gen von die­sen Ex­per­ten be­ant­wor­tet: Ober­arzt Marc Ei­lers (Fach­arzt für Psy­cho­so­ma­ti­sche Me­di­zin, Psy­cho­the­ra­pie und In­ne­re Me­di­zin, Niels-Sten­sen-Kli­ni­ken Bram­sche), Dipl.-Psy­cho­lo­gin Michae­la Find­ling (Psy­cho­lo­gi­sche Psy­cho­the­ra­peu­tin, Kli­nik für Psy­cho­so­ma­ti­sche Me­di­zin und Psy­cho­the­ra­pie des Ame­os-Kli­ni­kums Osnabrück), Dipl.-So­zi­al­päd­ago­gin Rit­va Hall­waß (Le­bens­im­pul­se Osnabrück) und Hel­ga Dar­boe-Berg­mann (Fach­ärz­tin für Psych­ia­trie und Psy­cho­the­ra­pie in den Fach­kli­ni­ken Ma­ri­en­stift Neu­en­kir­chen und St. Vi­tus Vis­bek).

Die Ex­per­ten sind un­ter den Te­le­fon­num­mern 05 41/ 310-470, 310-471, 310-472 und 310-473 zu er­rei­chen.

Ess­stö­run­gen be­las­ten Fa­mi­li­en oft sehr, wie die Bun­des­zen­tra­le für ge­sund­heit­li­che Auf­klä­rung weiß: „Die Über­gän­ge von ei­nem merk­wür­di­gen Ess­ver­hal­ten zu ei­ner krank­haf­ten Stö­rung sind flie­ßend.“Ob Ve­rän­de­run­gen nor­mal oder krank­haft sind, kön­nen nur Fach­leu­te be­ant­wor­ten. Hin­wei­se auf Ess­stö­rung kön­nen sein: Un­zu­frie­den­heit mit dem ei­ge­nen Aus­se­hen, ver­än­der­tes Ess­ver­hal­ten und auf­fäl­li­ger Ge­wichts­ver­lust. Bei feh­len­der Krank­heits­ein­sicht der Be­trof­fe­nen ist es wich­tig, sich an ei­ne Be­ra­tungs­ein­rich­tung oder an spe­zia­li­sier­te Ärz­te und Psy­cho­the­ra­peu­ten zu wen­den.

Die be­kann­tes­ten, häu­figs­ten und an­er­kann­ten Ess­stö­run­gen sind die un­spe­zi­fi­sche Ess­sucht, die Ma­ger­sucht (Anor­exia ner­vo­sa), die Ess­brech­sucht (Buli­mia ner­vo­sa) und die Fres­s­at­ta­cken (eng­lisch „Bin­ge Ea­ting“). Die ein­zel­nen Stö­run­gen wer­den aus me­di­zi­ni­scher Sicht klar von­ein­an­der ab­ge­grenzt. In ei­nem lang an­hal­ten­den Krank­heits­ver­lauf kön­nen Be­trof­fe­nen ver­schie­de­ne Pha­sen un­ter­schied­li­cher Krank­heits­merk­ma­le durch­lau­fen.

Zen­tral bleibt im­mer, dass die Be­trof­fe­nen sich zwang­haft mit dem The­ma Es­sen be­schäf­ti­gen. Bei al­len chro­nisch ge­wor­de­nen Ess­stö­run­gen sind le­bens­ge­fähr­li­che kör­per­li­che Schä­den mög­lich (Un­ter­ernäh­rung, Man­gel­er­näh­rung, Fett­lei­big­keit). Frau­en sind ver­stärkt be­trof­fen.

Er­folg­rei­che Be­hand­lun­gen ge­hen meist von ei­nem mul­ti­moda­len An­satz aus. Das be­deu­tet, dass un­ter­schied­li­che Be­hand­lungs­stra­te­gi­en gleich­zei­tig ein­ge­setzt wer­den. Im Zen­trum steht meist ei­ne spe­zi­fi­sche Psy­cho­the­ra­pie, die sich em­pa­thisch, aber kon­se­quent den Pro­ble­men wid­met. Hier­bei kön­nen so­wohl ko­gni­ti­ve als auch psy­cho­dy­na­mi­sche The­ra­pi­en ein­ge­setzt wer­den. Bei man­chen Ess­stö­run­gen ha­ben sich auch fa­mi­li­en­the­ra­peu­ti­sche Be­hand­lungs­pro­gram­me als sinn­voll er­wie­sen.

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