Al­ko­hol­sze­ne vor­erst vom Salz­markt ver­schwun­den

Prä­senz der städ­ti­schen Ord­nungs­hü­ter zahlt sich aus – Si­tua­ti­on am Raiff­ei­sen­platz bleibt an­ge­spannt

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrück - Und sei­nen Stadt­tei­len auf www.noz.de/os

Die Prä­senz zahlt sich aus. Die Al­ko­hol- und Dro­gen­sze­ne hat sich vom Salz­markt zu­rück­ge­zo­gen. Das Al­ko­hol­ver­bot, aber auch die re­gel­mä­ßi­gen Kon­trol­len durch den Ord­nungs­au­ßen­dienst sol­len des­halb fort­ge­schrie­ben wer­den.

Von Diet­mar Krö­ger

„So­bald wir nicht prä­sent sind, kehrt die Sze­ne zu­rück“, sag­te Jür­gen Wiet­häu­per, Fach­dienst­lei­ter Ord­nung, wäh­rend der jüngs­ten Sit­zung des Aus­schus­ses für Feu­er­wehr und Ord­nung.

Ent­spre­chend wünsch­te sich die Ver­wal­tung denn von der Po­li­tik auch ei­ne Fort­schrei­bung des Al­ko­hol­ver­bots oh­ne Be­fris­tung und da­mit ein­her­ge­hend die Um­wand­lung der be­fris­te­ten Stel­len der zwei ei­gens im Zu­ge der Salz­markt­pro­ble­ma­tik ein­ge­stell­ten Mit­ar­bei­ter in Voll­zeit-Plan­stel­len. Zwar sind die Stel­len noch bis 31. De­zem­ber be­wil­ligt, gleich­wohl ge­he die Ver­wal­tung schon jetzt auf die Po­li­tik zu, um auch den Stel­len­in­ha­bern mög­lichst früh ein Höchst­maß an Zu­kunfts­si­cher­heit bie­ten zu kön­nen, so Fach­be­reichs­che­fin San­dra Solf. Quer durch die Frak­tio­nen wa­ren sich die Aus­schuss­mit­glie­der über den Er­folg der Maß­nah­men am Salz­markt ei­nig und si­gna­li­sier­ten dem­ent­spre­chend ih­re Zu­stim­mung zu der Ver­wal­tungs­vor­la­ge. Al­ler­dings wer­den Wolf und ihr Team auf die Ent­schei­dung des Ra­tes war­ten müs­sen, da die Ent­fris­tung von Al­ko­hol­ver­bot und OAD-Stel­len zu­nächst noch in den Frak­tio­nen be­ra­ten wer­den soll.

Wäh­rend bei die­sem Ta­ges­ord­nungs­punkt der Sit­zung Har­mo­nie und Ei­nig­keit die Stim­mung do­mi­nier­ten, brach­te vor al­lem Mar­kus Ba­ron (CDU) beim The­ma Raiff­ei­sen­markt Schär­fe in die Run­de. Die Dis­kus­si­on um den Raiff­ei­sen­platz be­kä­me „so lang­sam ein Ge­schmäck­le“. Ba­ron nann­te Die Al­ko­hol- und Dro­gen­sze­ne auf dem Raiff­ei­sen­platz be­schäf­tigt Po­li­tik und Ver­wal­tung, wäh­rend am Salz­markt vor­erst Ru­he ein­ge­kehrt ist.

die Flä­che ei­ne „No-go-Area“. Die Stadt schaf­fe ei­nen rechts­frei­en Raum. „Wir soll­ten da et­was mehr tun, als nur auf Din­ge hin­zu­wei­sen“, nahm er Be­zug auf De­zer­nent Frank Ot­te, der sich mit

sei­nem Fach­be­reich Bür­ger und Ord­nung um ei­nen Dia­log zwi­schen An­woh­nern und Al­ko­hol­sze­ne auf dem Raiff­ei­sen­platz be­müht. Ot­te hat­te zu­vor er­läu­tert, dass die Ver­wal­tung pla­ne, der Sze­ne

zwar ei­nen Un­ter­stand für Re­gen­ta­ge zu bau­en, die­sen aber nicht zur Wohl­fühl­oa­se wer­den zu las­sen. So sol­le vor al­lem ver­hin­dert wer­den, dass die Sze­ne bei schlech­tem Wetter in die Haus­ein­gän­ge und Hof­ein­fahr­ten der An­lie­ger aus­wei­che.

Ot­te re­agier­te denn auch ver­är­gert auf Ba­rons Äu­ße­run­gen. „Ich muss das aufs Schärfs­te zu­rück­wei­sen.“Der Raiff­ei­sen­platz sei kein rechts­frei­er Raum, Straf­ta­ten (Ba­ron nann­te die Zahl von 30 fest­ge­stell­ten De­lik­ten im ver­gan­ge­nen Jahr) wür­den wie über­all sonst selbst­ver­ständ­lich ge­ahn­det.

Tho­mas Klein (Grü­ne), Fritz Mat­thä­us (SPD), aber auch Sven Schop­pen­horst (CDU) und Oli­ver Hass­kamp (FDP) spran­gen Ot­te zur Sei­te. Schop­pen­horst be­dank­te sich bei „al­len Be­tei­lig­ten“für die Be­mü­hun­gen um ei­nen Dia­log. Die Ver­wal­tung sol­le wei­ter das Ge­spräch su­chen und Hil­fe an­bie­ten. „Viel­leicht ha­ben wir so ei­ne Chan­ce, die Sze­ne zu er­rei­chen.“Zwar sprach sich Hass­kamp ge­gen ei­nen Un­ter­stand aus, un­ter­stütz­te aber gleich­wohl die Dia­log­be­mü­hun­gen des Ot­teTeams. Aus­schuss­vor­sit­zen­der Mar­kus Kei­te (CDU) zeig­te Ver­ständ­nis für die An­woh­ner, for­der­te aber gleich­zei­tig, „den Ge­sprächs­fa­den nicht ab­rei­ßen“zu las­sen.

Ralf Haas (hin­zu­ge­wähl­tes Mit­glied aus dem Se­nio­ren­bei­rat) mahn­te ei­ne dif­fe­ren­zier­te Be­trach­tung der Pro­ble­me auf dem Raiff­ei­sen­platz an. So lie­ge die Zahl der straf­recht­lich re­le­van­ten De­lik­te auch nicht über der der Gro­ßen Stra­ße. Auch müs­se man in punc­to Ver­mül­lung, die vor al­lem an den Wo­che­n­en­den und in den Mor­gen­stun­den auf­tre­te, die Be­su­cher ei­ner na­hen Dis­ko­thek im Au­ge be­hal­ten.

„Wenn die An­woh­ner sich be­kla­gen, dass sich Mit­glie­der der Sze­ne bei schlech­tem Wetter bei ih­nen un­ter­stel­len, macht ein Un­ter­stand Sinn“, un­ter­stütz­te Klein die Be­mü­hun­gen der Stadt. Ei­ne Ver­drän­gung der Sze­ne ist für Ot­te kei­ne Al­ter­na­ti­ve. „Ei­ne dro­gen­freie Ge­sell­schaft wer­den wir nicht schaf­fen kön­nen“, er­gänz­te Klein.

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