Wei­ßer Hai springt Fi­scher ins Boot

73-Jäh­ri­ger be­schreibt Be­geg­nung mit Tier als „all­täg­li­che Sa­che“

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Weltspiegel - Von Bar­ba­ra Bark­hau­sen

Haiat­ta­cken sind sel­ten, pas­sie­ren aber. Dass ein Wei­ßer Hai je­doch aus dem Was­ser und ins Boot ei­nes Fi­schers springt, ist da­ge­gen höchst un­ge­wöhn­lich. In Aus­tra­li­en ist dies nun ge­sche­hen. Der Fi­scher be­hielt je­doch die Ner­ven.

SYDNEY. Die Ge­schich­te wä­re für die meis­ten eher ein Alb­traum. Ein Wei­ßer Hai, der ei­nen nicht nur im Meer ver­folgt, son­dern sich aus dem Was­ser ka­ta­pul­tiert und auf ein Boot springt – die­se Sze­ne könn­te di­rekt aus dem Ki­no­film „Der Wei­ße Hai“stam­men. In Aus­tra­li­en spiel­te sich am Sams­tag je­doch genau so ei­ne Sze­ne im wirk­li­chen Le­ben ab. Und der be­trof­fe­ne Fi­scher hat sie im In­ter­view als ei­ne „all­täg­li­che Sa­che“ab­ge­tan.

Der 73-jäh­ri­ge Fi­scher Ter­ry Sel­wood war in der Nä­he von Evans He­ad, rund 700 Ki­lo­me­ter nörd­lich von Sydney, mit sei­nem vier­ein­halb Me­ter gro­ßen Boot zum Fi­schen raus­ge­fah­ren, als sich – völ­lig oh­ne Vor­war­nung – ein Hai aus dem Meer ka­ta­pul­tier­te und im Boot des Aus­tra­li­ers lan­de­te. Kein klei­ner Fisch, son­dern ein 2,70 Me­ter gro­ßer Wei­ßer Hai, der rund 200 Ki­lo­gramm wog.

Die Brust­flos­se traf Sel­wood am Arm, und die Wucht des flie­gen­den Hais ließ ihn nach vor­ne auf Hän­de und Knie stür­zen. „Ich war auf al­len vie­ren, und er schau­te mich an, und ich schau­te ihn an, und dann fing er an her­um­zu­zap­peln und sich zu schüt­teln, und ich konn­te gar nicht schnell

ge­nug aufs Sei­ten­deck kom­men“, be­rich­te­te der 73-Jäh­ri­ge dem aus­tra­li­schen Sen­der ABC. „Ich ver­lor ei­ne gan­ze Men­ge Blut und war ge­schockt.“Erst ha­be er gar nicht so genau be­grif­fen, was ei­gent­lich pas­siert war, doch dann ha­be er ge­dacht. „Oh, mein Gott, ich muss hier weg.“

Der Fi­scher alar­mier­te die Ret­tungs­kräf­te, die ihn ab­hol­ten und in Si­cher­heit brach­ten. An Land wur­de die Wun­de an sei­nem Arm ver­sorgt, die nicht le­bens­ge­fähr­lich war. Die glei­che Cr­ew küm­mer­te sich da­nach auch um sein Boot, auf dem nach wie vor der gro­ße Hai lag. Letz­te­rer über­leb­te sein „Wo­che­n­end­aben­teu­er“lei­der nicht. Er wur­de spä­ter vom Land­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um mit­hil­fe ei­nes Ga­bel­stap­lers ent­fernt und wird nun für wis­sen­schaft­li­che Zwe­cke un­ter­sucht.

Sel­wood sag­te, dass er noch nie et­was Ver­gleich­ba­res er­lebt ha­be, ob­wohl er be­reits seit 60 Jah­ren fische. „Ich hat­te schon wel­che, die

her­an­schwam­men und die Sei­te mei­nes Boo­tes be­rühr­ten, und ich hat­te ei­nen Wei­ßen Hai, der um mein Boot zir­kel­te, ich hat­te wel­che, die mir Fische von der Lei­ne klau­ten, aber ich hat­te noch nie ei­nen, der so was ge­tan hat“, sag­te er im In­ter­view mit dem lo­ka­len Sen­der.

Der Aus­tra­li­er be­wies bei sei­nem Er­leb­nis Ner­ven aus Stahl: So­bald der Scha­den am Boot be­ho­ben ist, wol­le er auch wie­der in See ste­chen, ließ er be­kannt ge­ben. Au­ßer­dem sei das Gan­ze kei­ne gro­ße Ge­schich­te. „Es ist ei­ne all­täg­li­che Sa­che und ist eben pas­siert, und jetzt ist es vor­bei und aus, aber es ist et­was, an das ich mich er­in­nern wer­de“, sag­te er.

In Aus­tra­li­en kommt es im­mer wie­der zu Haiat­ta­cken. Nor­ma­ler­wei­se spie­len sich die­se je­doch im Was­ser ab. Erst am Os­ter­wo­chen­en­de starb ein 17-jäh­ri­ges Mäd­chen in Westaus­tra­li­en. Die jun­ge Aus­tra­lie­rin war mit ih­rem Va­ter beim Sur­fen ge­we­sen, als ein Hai sie an­griff.

Fo­to: AFP

Fehl am Platz: Ein 2,70 Me­ter lan­ger und rund 200 Ki­lo­gramm schwe­rer Wei­ßer Hai hat sich in Aus­tra­li­en in das Boot ei­nes Fi­schers ver­irrt.

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