Mo­nu­men­ta­les Lu­ther-Por­trät

Künst­ler Micha­el Apitz zeigt Re­for­ma­tor auf 95 Holz­ta­feln – Ge­mäl­de „Lu­ther95“zu groß für Ate­lier

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Kultur -

Das Ge­mäl­de „Lu­ther95“ist so groß, dass im­mer nur ein Drit­tel da­von ins Ate­lier passt. Wenn es fer­tig ist, dann wird es vier Me­ter hoch und mehr als drein­ein­halb Me­ter breit sein – und den Re­for­ma­tor auf ei­nem Um­fang von 1517 Zen­ti­me­tern zei­gen. Ei­ne Zahl mit His­to­rie: Der Künst­ler Micha­el Apitz nimmt da­mit Be­zug auf das Jahr, in dem Mar­tin Lu­ther (1483–1546) der Über­lie­fe­rung nach mit sei­nen The­sen zu Wit­ten­berg den Ablass­han­del an­pran­ger­te. Und auch die Zahl der The­sen spie­gelt sich im Kunst­werk wi­der – das mo­nu­men­ta­le Bild be­steht aus 95 Holz­ta­feln.

Apitz be­ar­bei­tet die Ta­feln mit Acryl-Wisch­tech­nik je­weils in klei­nen Grup­pen zu­sam­men, da­mit die Über­gän­ge pas­sen. Die üb­ri­gen Tei­le, je­weils rund 39 mal 39 Zen­ti­me­ter groß, sind in der ehe­ma­li­gen Scheu­ne ge­sta­pelt, leh­nen an der Wand oder lie­gen auf ei­nem Tisch aus­ge­brei­tet. Der 51-jäh­ri­ge Ma­ler und Gra­fi­ker lebt im klei­nen Tau­nus-Ort Hau­sen vor der Hö­he in Hes­sen.

Wie kam Apitz zu dem re­li­giö­sen Mo­tiv? „Ich bin ein evan­ge­li­scher Christ, Lu­ther ist ein The­ma für mich“, sagt Apitz. „Klar war, dass ich nicht ein­fach nur ein Bild ma­len woll­te, son­dern das hat bei mir ger­ne ei­ne dop­pel­te und drei­fa­che Be­deu­tung.“

Im Mit­tel­punkt des Kunst­werks steht der Re­for­ma­tor selbst, die Ge­sichts­zü­ge ori­en­tie­ren sich an Darstel­lun­gen aus dem Ate­lier des Ma­lers Lu­cas Cra­nach. Lu­ther pocht mit ei­ner Hand auf die Bi­bel. „Es ist die Po­se ei­nes Wi­der­ständ­lers“, er­klärt Apitz.

Die lin­ke Hälf­te des Bil­des ist eher hell, die rech­te Hälf­te in tief­ro­te Far­be ge­taucht. „Das hat den Hin­ter­grund, dass ich Lu­ther als ge­spal­te­ne Per­sön­lich­keit se­he“, sagt Apitz. „Auf der ei­nen Sei­te ein Mensch, der viel Po­si­ti­ves an­ge­sto­ßen hat, auf der an­de­ren Sei­te je­mand, der Ab­grün­de hat­te.“Die ro­te Far­be ste­he so­wohl für die blu­ti­gen Aus­ein­an­der­set­zun­gen, die Lu­ther aus­lös­te, aber auch für das Blut Chris­ti. Im Hin­ter­grund hat Apitz ei­ne Ori­gi­nal-Hand­schrift des Re­for­ma­tors ein­ge­ar­bei­tet. Die­se Psal­men auf Latein ste­hen für die Kraft des Wor­tes.

Der Künst­ler ist un­ter an­de­rem mit Co­mic­zeich­nun­gen be­kannt ge­wor­den – et­wa mit den his­to­ri­schen Wein-Aben­teu­ern von „Karl dem Spät­le­se­rei­ter“. Für die Sta­di­on­zei­tung des Fuß­ball­Bun­des­li­gis­ten Ein­tracht Frank­furt ge­stal­tet Apitz seit rund zehn Jah­ren ein Co­mic.

Das „Lu­ther95“-Kunst­werk soll am 25. Ju­ni in Wies­ba­den prä­sen­tiert wer­den. Es fol­gen Sta­tio­nen in der Worm­ser Drei­fal­tig­keits­kir­che (Sep­tem­ber) und in der Pauls­kir­che in Frank­furt (Ok­to­ber).

Fo­to: dpa

Vier Me­ter hoch und drei­ein­halb Me­ter breit soll das Lu­ther-Bild­nis von Künst­ler Apitz wer­den.

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