Stock­brot am La­ger­feu­er

Wie man Te­enager und Kin­der ins Grü­ne lockt und was man bei ei­nem La­ger­feu­er be­ach­ten soll­te

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Vorderseite - Von Susanne Ri­si­us-Hart­wig

Um Gar­ten­muf­fel an die fri­sche Luft zu lo­cken und dort ge­sel­li­ge St­un­den zu ver­brin­gen, ist ei­ne Feu­er­stel­le oder ein La­ger­feu­er gut ge­eig­net. Tipps, was bei ei­nem Feu­er im Gar­ten be­ach­tet wer­den soll­te, gibt es vom Ex­per­ten.

Der op­ti­ma­le Fa­mi­li­en­gar­ten wächst mit sei­nen Auf­ga­ben. Um auch Te­enager ins Grü­ne zu lo­cken, muss man schon was bie­ten. Wir ha­ben da ei­ne Idee.

Sind die Kin­der klein, wer­den gif­ti­ge Pflan­zen aus­ge­gra­ben, Tei­che ge­si­chert, Sand­käs­ten, Rut­schen und Schau­keln auf­ge­stellt. Kaum ha­ben die El­tern al­les ar­ran­giert, sind die Klei­nen plötz­lich gar nicht mehr so klein, und ei­nes Ta­ges ver­waist der Gar­ten, denn der Nach­wuchs chillt lie­ber im ei­ge­nen Zim­mer.

Um Gar­ten­muf­fel an die fri­sche Luft zu lo­cken und dort ge­mein­sam ge­sel­li­ge St­un­den zu ver­brin­gen ist ei­ne Feu­er­stel­le gut ge­eig­net. War­um gibt es bei vie­len Ju­gend­her­ber­gen ei­nen La­ger­feu­er­platz? Weil es ge­müt­lich ist, dort zu­sam­men­zu­kom­men, die Flam­men zu be­ob­ach­ten, zu re­den oder sich Gru­sel­ge­schich­ten zu er­zäh­len.

Päd­ago­gen wis­sen um die An­zie­hungs­kraft des Ele­ments auf Kin­der und Ju­gend­li­che und nut­zen sie seit Lan­gem. Au­ßer­dem bie­ten La­ger­feu­er die Ge­le­gen­heit, den si­che­ren Um­gang mit Feu­er zu er­ler­nen. Das kommt in der heu­ti­gen Zeit oft zu kurz, be­dau­ern Ex­per­ten.

Das Feu­er am Le­ben zu er­hal­ten, Stock­brot und Würst­chen zu bra­ten und Kar­tof­feln in Alu­fo­lie in den Res­ten der Glut ga­ren zu las­sen, all das sorgt für je­de Men­ge Be­schäf­ti­gung und Ex­pe­ri­men­tier­freu­de (Re­zep­te sie­he In­fo­box mit Tipps). Sind al­le satt, kann man mit Freun­den

sin­gen, den Abend oder so­gar ei­ne gan­ze Nacht am La­ger­feu­er un­term Ster­nen­him­mel ver­brin­gen.

Ob Feu­er­korb oder groß­zü­gig ge­stal­te­te La­ger­feu­er­stel­le mit fes­ten Sitz­ge­le­gen­hei­ten, die Band­brei­te der Mög­lich­kei­ten ist groß. Ide­en und Hin­wei­se zur Um­set­zung bie­ten un­se­re Le­se­tipps. Wich­tig ist, die Feu­er­stel­le mit St­ei­nen zu um­gren­zen, da­mit es sich nicht aus­brei­ten kann.

Zur Si­cher­heit hat Lam­bert Brand, Pres­se­spre­cher des Kreis­feu­er­wehr­ver­ban­des Aschen­dorf-Hümm­ling, ein paar Tipps auf La­ger: „Ei­ne Feu­er­stel­le im Gar­ten soll­te ei­nen aus­rei­chend gro­ßen Ab­stand zu Ge­bäu­den, Gar­ten­mö­beln und He­cken und Ge­bü­schen und sons­ti­gen brenn­ba­ren Ge­gen­stän­den ha­ben. Grü­ne He­cken ha­ben oft­mals ei­nen tro­cke­nen Kern und ge­ra­ten sehr schnell in Brand.“

Die Ge­fahr des Fun­ken­flu­ges und der Hit­zestrah­lung wer­de oft un­ter­schätzt, ist die Er­fah­rung der Feu­er­wehr. „Ge­ra­de bei auf­kom­men­den Win­den kann sich das Feu­er durch Fun­ken­flug un­kon­trol­liert aus­brei­ten.“An win­di­gen Ta­gen soll­te da­her auf of­fe­nes Feu­er bes­ser ver­zich­tet wer­den, so Brand.

Bes­ser ist, für al­le Fäl­le ge­rüs­tet zu sein: „Bei al­len of­fe­nen Brenn­stel­len soll­ten ge­eig­ne­te Lösch­mit­tel be­reit­ste­hen“, sagt der Feu­er­wehr­mann. Im Fal­le ei­ner Feu­er­stel­le sind ein gro­ßer Ei­mer Sand oder ei­ne Feu­er­lösch­de­cke wohl am bes­ten ge­eig­net, da sich die Feu­er­stel­le dann hin­ter­her leich­ter wie­der rei­ni­gen lässt. Han­dels­üb­li­che Hand­feu­er­lö­scher und ei­ne mit Was­ser ge­füll­te Gieß­kan­ne, sei­en je­doch auch ein­setz­bar. In je­dem Fall darf die Brenn­stel­le erst ver­las­sen wer­den, wenn die Flam­men er­lo­schen sind und die Glut ge­si­chert ist. Und ganz wich­tig: „Kei­ne glü­hen­den Glut- oder Asche­res­te in Ge­bäu­de oder Car­ports stel­len“, sagt der Spre­cher der Feu­er­wehr und warnt ein­dring­lich da­vor. „Man soll­te nur ab­ge­la­ger­tes, tro­cke­nes Brenn­holz ver­wen­den und auf be­han­del­tes Holz ver­zich­ten, um die Um­welt­be­las­tung und die Rauch­ent­wick­lung und da­mit die Be­ein­träch­ti­gung der Nach­bar­schaft in Gren­zen zu hal­ten. Im Not­fall recht­zei­tig die Feu­er­wehr über 112 alar­mie­ren, wenn ein of­fe­nes Feu­er au­ßer Kon­trol­le ge­ra­ten ist“, so Lam­bert Brand.

Wer die­se Tipps be­ach­tet, dem steht ein lan­ger Som­mer mit viel La­ger­feu­er­ro­man­tik und oh­ne bö­se Über­ra­schun­gen be­vor.

Ein Platz an der Feu­er­stel­le ist schon sehr ge­müt­lich, vor al­lem wenn man über dem Feu­er noch sein ei­ge­nes Es­sen brut­zeln kann. Fo­to: Co­lour­box.de

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